Versenktes Atom-U-Boot: In der Arktis tickt eine Zeitbombe

26. September 2012, 12:21

Im Reaktor des U-Boots droht eine unkontrollierbare Kettenreaktion. Die Umweltschäden wären massiv

Ein heimlich versenktes Atom-U-Boot könnte eine atomare Katastrophe in der Arktischen See auslösen. Das berichtet das ARD-Magazin "Report Mainz" und beruft sich auf einen internen Bericht des russischen Umweltministeriums an den Kreml. Das ehemalige sowjetische U-Boot mit dem Namen K-27 wurde 1981 nach einem Störfall in der Bucht von Stepovoy in der Kara See entsorgt. Zuvor gab es an Bord ein Unglück, bei dem neun Besatzungsmitglieder tödlich verstrahlt wurden. 

Sollte das U-Boot laut Bericht bis zum Jahr 2014 nicht geborgen werden, besteht die hohe Wahrscheinlichkeit einer unkontrollierbaren atomaren Kettenreaktion im Reaktor. Dadurch würde eine große Menge an radioaktivem Material ins Meer gelangen. Die sensible Umwelt der Arktis würde dadurch massiv geschädigt werden. Zudem könnten die radioaktiven Stoffe durch die Nahrungskette über Fische auch in den Menschen gelangen.

Salzwasser zerfrisst Stahlhülle

Bevor die K-27 in etwa 33 Metern Tiefe versenkt wurde, füllte es die russische Nordmeerflotte mit Bitumen, Beton und Konservierungsmitteln. Es sollte verhindert werden, dass Wasser in das Innere des Bootes fließt und den Reaktor schädigt. Das Salzwasser zerfrisst mittlerweile allerdings die massive Stahlhülle des U-Bootes und es könnte bereits Wasser in den Reaktorkern geflossen sein.

"Dringt Wasser in den Reaktor ein, bremst es die Neutronen im Kern ab", erklärt Kernphysiker Heinz Smital von Greenpeace. Dadurch bekommen diese einen höheren Wirkungsquerschnitt, es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Reaktion kommt. Das Wasser würde den Reaktor neu starten, wodurch eine Kettenreaktion ausgelöst werden könnte.

Auch staatliche Behörden warnen

Nach Angaben des Staatlichen Russischen Instituts für Strahlenschutz treten bereits jetzt pro Jahr 851 Millionen Becquerel Radioaktivität aus. "Um diese Zahl einschätzen zu können, müsste man wissen, welche Radionuklide austreten", sagt Smital. Prinzipiell liegen die Freigrenzen für Radioaktivität aber je nach Stoff zwischen 1.000 und 10.000 Becquerel. Dann müssen die Behörden tätig werden.

"Das zeigt, dass hier eine massive Zeitbombe in der Arktis tickt", führt der Kernphysiker weiter aus. Bezeichnend ist für ihn vor allem, dass nicht nur Umweltschutzorganisationen auf die Gefahr hinweisen, sondern auch staatliche Behörden und Institute.

Auch das Atom-U-Boot K-159, das vor neun Jahren in der Barentsee gesunken ist, stellt eine große Gefahr dar. Das Russische Umweltministerium empfiehlt in seinem Vorbericht aus dem Jahr 2011, auch dieses Wrack bis zum Jahr 2014 zu bergen. Die russische Regierung schwächte diese Passagen im Endbericht allerdings ab und spricht nur noch von einer "potenziellen Gefahr". (bbl, derStandard.at, 26.9.2012)

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Wie geht es eigentlich den duzenden vermissten (allein die USA vermissen OFFIZIELL rund 50 Sprengköpfe) nuklearen Sprengköpfen die irgendwo in Meeren, Seen, Mooren oder Wüsten liegen?

Die Atomproblematik ist nicht lösbar. Von der Politik dies zu verlangen ist absurd. Die gesamte Atomindustrie ist erst mit staatlichen Garantien, Haftungen und Förderungen entstanden. Anders wäre dieser Wahnsinn nie zu finanzieren gewesen. Und schon gar nicht zu versichern.

Deshalb wird genau das passieren, was seit Anbeginn des Atomzeitalters passiert: Nichts!

Weitermachen und nicht nachdenken über Folgen. Die anderen haben das Atom auch, also brauchen wir es auch. BASTA! Das ist Politik. Was scheren uns die Folgen morgen, in 3 Jahren, oder erst in 30 Jahren?

ich wähne mich in einem mittelmäßigen B-Movie

"Das Salzwasser zerfrisst mittlerweile allerdings die massive Stahlhülle des U-Bootes" - wie jetzt?

Die Titanic liegt zwar seit einem Jahrhundert in wesentlich unwirtlicheren Gegenden herum und beginnt nunmehr erst zu kollabieren aber ein "military grade"-Rumpf mit einer Wandstärke von 7cm oder mehr muss nach 30 Jahren schon aufgeben.

Ist das Salzwasser jetzt wirklich so böse, oder liegt es vielleicht daran, dass man beim Containment genauso geschlampt hat wie beim Sarkophag in Tschernobyl?

Böses, böses Salzwasser aber auch!

Das liegt natürlich auch an der Strahlung

Von innen. Die das Material in seiner Substanz zerstört und porös macht. Strahlung zerstört nicht nur menschliches genmaterial...

33 meter tiefe klingt für den laien nicht so, als wäre es unmöglich das uboot zu bergen.

immer wieder traurig zu lesen, dass sich die menschheit fortlaufend einer technologie bedient, die sie nicht zu kontrollieren vermag.

immer wieder traurig zu lesen, dass sich die menschheit fortlaufend einer technologie bedient, die sie nicht zu kontrollieren vermag.

zb Feuer ;)

lol ausgezeichnet...da kann uns ja nicht mehr passieren.....

Wenn man die hier aufscheinenden 176 Postings den mehr als 800 Postings über geschälte Billa-Bananen gegenüberstellt, sieht man, was die Menschen wirklich aufregt.
Kein Wunder also, dass die Wischiwaschipolitiker aller Länder so leichtes Spiel mit dem Wahlvolk haben. Oder?

Das eine liegt im Wirkungsbereich der Menschen, die hier Posten, das andere nicht (oder nur sehr sehr sehr indirekt). Schon einmal daran gedacht?

Dann haben sie wohl nur die Beiden Artikel gelesen :(

Liegt vielleicht auch daran, das diese Geschichte um einiges komplexer als ein paar geschälte Bananen ist

Regen wir uns lieber über die Bananen vom BILLA auf. Ist einfacher.

Hast Du Dein Auto schon verschrottet?

Sicher doch

Auto wurde vor 25 Jahren verkauft, und seitdem kein neues angeschafft und mittlerweile spiele ich mit dem Gedanken, auch den Führerschein zurückzulegen. Gefahren wird eh mit Rad und Öffis/Zug - seit Jahrzehnten.

Darf ich __JETZT__ eine Augenbraue über diese Spinner hochziehen, die zwar bei plastikverpackten Bananen ausflippen, obschon seit Jahr und Tag etwa ein Großteil des Fleisch- und Käseangebotes - teilweise blattweise! - in Plastik verpackt angeboten wird?

Oder glaubt wirklich jemand, bei "denn's" wird alles in Oblatten verpackt?

sehr löblich, der Zeit voraus

alle anderen werden Dir folgen - auch unfreiwillig

ich denke eine internationale vereinbarung, dass einfach garnichts mehr verklappt, versenkt oder sonst irgendwie ins meer eingeleitet oder reingeschmissen wird täte not. das zeug ist nicht "weg" wie man mittlerweile wissen könnte. zusätzlich find ich die diskussionen immer bizzar die dann geführt werden ob man z.b. ein mit quecksilber beladenes deutsches uboot vor norwegen heben oder lieber zubetonieren soll (=die diskussion auf eine zeit nach dem ende der eigenen karriere vertagen).

Zudem könnten die radioaktiven Stoffe durch die Nahrungskette über Fische auch in den Menschen gelangen. Putin strahlt schon....

Das illustriert auf grausame Weise,

dass jede unserer Handlungen uns einst einholen wird.

eben nicht, die Entscheider werden vielleicht schon tod sein und anderen wird deren Last aufgeladen.

leider eben nicht wirklich
die die ausreichend kohle haben
schaffen sich das mit links vom hals

Erst wenn Putin dieses U-Boot eigenhändig birgt, ist er wirklich ein Mordskerl!

zumindest ein Mords-Kerl ist er schon lange

das kann nur chuck norris
einmal kräftig luft
33 m runter tauchen
ein seil ums boots binden
und dann raufziehen
mit einer hand

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