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Sprünge in Venedigs Rialtobrücke: Private sollen helfen.
Kein anderes europäisches Land verfügt über so viele Kunstdenkmäler, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurden wie Italien. Viele befinden sich in einem kritischen Zustand - doch dem Staat fehlt das Geld für deren Restaurierung. "Ich verfüge über ein Zehntel der Mittel, die ich benötigen würde", klagt die für Roms antike Stätten zuständige Konservatorin Mariarosaria Barbera. In seiner Not wendet sich der Staat nun zunehmend an Private.
Der Großunternehmer Diego Della Valle (Tod's) hat 25 Millionen Euro für die dringende die Renovierung des Kolosseums bereitgestellt. Nun sucht Kulturminister Lorenzo Ornaghi Sponsoren für die Sanierung weiterer weltberühmter Bauten. Für die Villa der Mysterien in Pompeij sind 3,5 Millionen erforderlich, für den Königspalast in Caserta und die Hadriansvilla in Tivoli je zwei Millionen und für das Mausoleum des Augustus in Rom vier Millionen.
Auch Venedig wendet sich angesichts der leeren Gemeindekassen an private Sponsoren. Wer mindestens fünf Millionen für die Renovierung der Rialtobrücke spendet, darf das 1226 errichtete Bauwerk als Werbefläche nutzen - zur Empörung der Denkmalschützer. Der im Veneto ansässige Unternehmer Renzo Rosso (Diesel) hat die geforderte Summe bereits angeboten. Die Entscheidung soll in zwei Monaten fallen.
Die weltberühmte Brücke über den Canal Grande leidet unter dem wachsenden Besucherstrom von bis zu 50.000 Touristen täglich. Die Säulen bröckeln, die Marmorstufen weisen Sprünge auf. Die Brücke musste bereits teilweise gesperrt werden. Die umfangreiche Restaurierung wird nicht vor April 2015 abgeschlossen sein.
Indessen haben die Behörden auf die zahlreichen Klagen über den erbärmlichen Zustand von Schloss Miramare bei Triest regiert. Der Chef des regionalen Denkmalmtes Giangiacomo Martines erklärte, die Ausschreibung der Restaurierungsarbeiten habe sich aus bürokratischen Gründen verzögert.
Für die Sanierung von Schloss, Parkanlagen und bröckelnden Stützmauern stünden aber bereits 1,8 Millionen Euro bereit. " Wir werden im Park dieselben Blumen pflanzen wie zur Zeit des Erzherzogs Ferdinand Maximilian und seiner Frau Charlotte von Belgien", versicherte Martines. (Gerhard Mumelter aus Rom, DER STANDARD, 26.9.2012)
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