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Wien - Die Österreichischen Lotterien haben erwartungsgemäß die erstmals ausgeschriebene, zehnjährige Lotterielizenz in Albanien bekommen. Bereits vergangene Woche wurde das Unternehmen vom albanischen Finanzministerium über den Zuschlag benachrichtigt, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Nun müssen die Lotterien die Lizenzgebühr an das Finanzministerium überweisen und eine Tochter gründen. Das Vergabeverfahren hatte in Albanien einen heftigen Politstreit zwischen Regierung und Opposition ausgelöst, inklusive Interventionsgesuch an Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ).
Am 23. Juli hatte die Regierung in Tirana bekanntgegeben, dass die Österreichischen Lotterien als erstgereihter Bewerber hervorgegangen sind. Nun ist die Beschwerdefrist abgelaufen, der Zuschlag also bestätigt.
Das Ausschreibungsverfahren ist ziemlich holprig verlaufen. Konkurrenzunternehmen hatten sich aus Protest nicht beworben, da sie Transparenz vermissten. Neben den Österreichern ging dann lediglich ein Konsortium um die italienische Lottomatica ins Rennen um die Konzession. Zu guter Letzt schaltete sich auch noch Albaniens Oppositionschef, der Sozialist Edi Rama, ein: Die Vergabe an die Österreichischen Lotterien sei mit Sicherheit manipuliert gewesen und gegen jedes Interesse der Öffentlichkeit, schrieb er in einem Brief an Faymann.
In Albanien sind die Regierung von Ministerpräsident Sali Berisha (Demokratische Partei, PD) und die oppositionelle Sozialistische Partei (PS) extrem zerstritten, seit den Parlamentswahlen Mitte 2009 haben die Sozialisten immer wieder das Parlament boykottiert, sodass der kleine, jahrzehntelang abgeschottete Balkanstaat innenpolitisch über zwei Jahre lang de facto stillstand.
Die Österreichischen Lotterien jedenfalls wollen "der albanischen Bevölkerung schon bald gleichermaßen spannende und unterhaltsame wie sichere und seriöse Spiele in verantwortungsvoller Weise anbieten", wie Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner in einer Aussendung versprach. Im ersten Quartal 2013 will man gleich mit Lotto 6 aus 39 an den Start gehen, Technologiepartner ist die Linzer Elektronikfirma Keba, sagte Unternehmenssprecher Martin Himmelbauer auf Anfrage. (APA, 26.9.2012)
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