Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Steixner tritt am Ende der Legislaturperiode zurück

  • Anton Steixner erklärt seinen Rücktritt.
    foto: apa/parriger

    Anton Steixner erklärt seinen Rücktritt.

Steixner: "Vierteljahrhundert in Politik ist genug"

Der amtierende Tiroler Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner (ÖVP) wird mit Ende der Legislaturperiode all seine politischen Funktionen zurücklegen. Dies teilte er bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch in Innsbruck vor Journalisten mit. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ein Viertel Jahrhundert im Land tätig zu sein ist genug", begründete der 55-Jährige seinen Schritt.

Er habe sich entschlossen, beizeiten den "Hof zu übergeben". Denn er halte sich im Gegensatz zu anderen in der Politik nicht für "unersetzlich". Steixner kündigte an, in Zukunft zum "Ursprung zurückzukehren" und seiner Frau bei der Bewirtschaftung des eigenen Bauernhofes im Bezirk Innsbruck-Land zu helfen, präzisierte der scheidende Politiker seine Pläne. "Ich brauche keinen Versorgungsjob", meinte der für Agrarbelange zuständige Landesrat.

Steixner wird neben seinem Landeshauptmannstellvertreter-Amt auch jenes des Bauernbundobmannes abgeben.

Agrargemeinschaften "nicht der wirkliche Grund"

Das Tiroler Dauerstreitthema Agrargemeinschaften sei "nicht der wirkliche Grund" für seinen angekündigten politischen Rückzug, fügte Steixner hinzu. "Das Thema ist politisch erledigt und ist im Vollzug zu Ende zu führen", meinte er. Man habe getan, was getan werden musste. Der von der Landesregierung eingeschlagene Weg sei bestätigt worden. Die Höchstgerichtserkenntnisse seien umgesetzt, sagte der Landeshauptmannstellvertreter.

Scharfe Kritik übte Steixner bei seiner Rücktritts-Ankündigung an der größten Oppositionspartei im Landtag, der Liste Fritz-Bürgerforum Tirol von Fritz Dinkhauser. "Die Verrohung der Sprache hat in der Tiroler Landespolitik seit dem Einzug der Dinkhauser-Truppe in den Landtag stärker Einzug gehalten", meinte der seit 26 Jahren in der Landespolitik Tätige. Dass ihm dies künftig "erspart" bleibe, sei eine "neue Form der Lebensqualität", meinte er in Richtung jener Partei, die mit ihm besonders in der Agrargemeinschaftsfrage hart ins Gericht gegangen war.

Dinkhauser: "Sinkende Schiff ÖVP"

Dinkhauser erklärte unterdessen in einer ersten Stellungnahme auf Steixners Rückzug, dass dieser das "sinkende Schiff der ÖVP" verlasse. Dessen Abgang sei mit seinem "schwindenden Polit-Einfluss" erklärbar, meinte der Landtagsabgeordnet in einer Aussendung. "Immer öfter musste Steixner erkennen, dass seine über Jahre betriebene Politik, Gelder der Steuerzahler für einige wenige Agrarfunktionäre locker zu machen, immer weniger goutiert wird", teilte der Liste Fritz-Chef mit.

"Die persönliche Entscheidung von Steixner ist zu respektieren", erklärte hingegen der Tiroler FPÖ-Obmann, Landtagsabgeordnete Gerald Hauser in einer Pressemitteilung. Er würde sich nun wünschen, dass bis zum Ende der Legislaturperiode die höchstgerichtlichen Erkenntnisse in der "Causa Gemeindegutsagrargemeinschaften rasch umgesetzt" werden, meinte er. (APA, 26.9.2012)

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wurde auch langsam Zeit ... und ist vielleicht Vorbild für manch anderen ÖVP'ler ...

Na endlich! Hat die ÖVP doch noch eine marginale Selbstreinigungskraft.

Der Diebstahl der Agrargemeinschaften an den Gemeinden gehörendem Eigentum hat sich wirklich bereits zulange hingezogen. Kleine Einschränkung: kommt wirklich was besseres oder ein Besserer nach?

Na endlich.

Er war ein tüchtiger Politiker.

Allerdings einer mit einem Riesen-Nachteil: Er hat ausschließlich die Interessen einer kleinen Minderheit (=Bauern) vertreten und so getan, als ob diese allein das Land erhalten und sie daher gefördert und unterstützt werden müssen, wo es nur irgend möglich ist.
Die große Mehrheit im Land hat für ihn praktisch nicht existiert, ihn interessierten ausschließlich die Bauern.
Daher war er zwar ein tüchtiger, aber letztlich für die große Mehrheit des Landes ein schlechter Politiker.

ein övp-ploitiker ist zurückgetreten. ooooooooooooooh, welch verlust ...

die ratten verlassen usw.

So, jetzt kennen wir den auch.
Der Nächste bitte!

Er tritt zurück? Freiwillig?
Wohl ein Indiz dafür, dass er KEINEN Dreck am Stecken hat :-)

nein, nur dass er´s schlau gemacht hat. :)

schad um ihn

uns allen wird er fehlen.

sie müssen

ironie als solche bitte kennzeichnen

Na Gott seis gedankt.

Arbeiten bis 70 gilt nicht für ÖVP-Politiker!

Er hilft dann der Familie und bezieht Pension mit 55.

"... und seiner Frau bei der Bewirtschaftung des eigenen Bauernhofes im Bezirk Innsbruck-Land zu helfen"

wo liest du da heraus, dass er in Pension ist?
Wie du vielleicht nicht weißt, ist auch Bauer sein eine Arbeit, mitunter sogar eine schwere. Und selbstverständlich werden auch hier SV-Beiträge bezahlt.

Wenn seine Frau den Job bisher alleine schaffte,

was soll er dann auf dem Betrieb tun, außer ihr auf die Nerven gehen? Es handelt sich um einen eher kleinen Betrieb und diverse Betriebshelfer wird es dort vermutlich auch in Zukunft geben.

"Vierteljahrhundert in Politik ist genug"

Ah, das ist eigentlich viel zuviel!!!! Solche Typen haben so richtig NULL Ahnung vom Leben außerhalb der gesicherten Zone...

Was macht die Tiwag Aktie?

es gibt meines wissens nach nur eine börsenotierte tiroler aktie (btv).

dies ist nicht zuletzt der unglaublich effizienten industriepolitik dieser bauernbund-landesregierung in tirol geschuldet.

samma froh dass es keine anderen aktien gibt...man denke nur an die hypo tirol.....uiuiui die wäre wohl auch abgestürzt wie die hypo real estate 2008 ;-)
da is mir die kuh(k)ak(ti)e von steixners kühen lieber....

bin nicht froh darüber. man darf ja nicht nur die banken sehen. industrie zahlt gut, investiert in mitarbeiter, investiert in f&e. in tirol sind wir auch deswegen einkommensmäßig hinten, weil große börsenotierte leitbetriebe fehlen. wir bilden hier gute leute aus, die dann oft keine adäquaten jobs finden.

naa..

gott sei dank. einer weniger

Ab 1. Oktober gibt es das Tiwagforum...

...wieder. Wir werden dort den Rest der Wahrheit über den Abgang lesen:
http://www.dietiwag.at/blog/index.php

Prädikat

Lesenswert!

Der heckt was aus, ich tippe auf: schwindlige Immogeschäft

ja wirklich, als tiroler is man nur mehr schwindlig mit diesen bauernlobbyisten dort.... alles andere wird totgeschwiegen, industriepolitik gibt es nicht, arbeiterpolitik weiss man net wie mans schreibt, grund für die in tirol höchsten benzinpreise zu erforschen traut man sich net..... also 60 jahre övp prägen ein land....
und wenn ein paar tiroler mal aufmucken (wie gestern auf der autobahn) stellt man in der landesregierung die ohren auf durchzug und ist für keine stellungsnahme erreichbar....so wird politik gemacht ;-)

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