Drei Ägypter wegen Beleidigung des Christentums vor Gericht

Wegen Bibel-Verbrennung und abfälligen Äußerungen

Kairo - In Ägypten müssen sich drei Männer wegen Beleidigung des Christentums vor Gericht verantworten. Die ägyptische Generalstaatsanwaltschaft habe entschieden, die Männer anzuklagen, berichtete die Nachrichtenagentur Mena am Dienstag. Ahmed Mohammed Abdallah soll zusammen mit seinem Sohn Islam während der Proteste gegen das Schund-Video "Die Unschuld der Muslime" vor der US-Botschaft eine Bibel zerrissen und dann verbrannt haben. Die beiden Männer betreiben den Fernsehsender al-Umma.

Abdallah soll sich zudem in einem Interview mit einem Journalisten der Tageszeitung "Al-Tahrir" abfällig über das Christentum geäußert haben. Der Reporter von "Al-Tahrir" muss sich deshalb ebenfalls vor Gericht verantworten.

Der Anti-Islam-Film, der seit Wochen teils gewalttätige Proteste in der islamischen Welt provoziert, war von einem in Kalifornien lebenden ägyptischen Kopten produziert worden. Der Aufruhr gegen das Video schürte bei der Minderheit der koptischen Christen in Ägypten Ängste vor neuer Gewalt und Diskriminierung. Sechs bis zehn Prozent der 82 Millionen Ägypter sind Kopten. Sie gerieten in der Vergangenheit wiederholt ins Visier religiöser Eiferer. (APA, 25.9.2012)

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