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Sie wird immer sinnloser, diese stur eingehaltene, jährlich immer wiederkehrende Zwischeneiszeit.
Pro: Zu kalt für Pfirsich Melba
Von Irene Brickner
Was den Winter auszeichnet, ja, was ihn von anderen Jahreszeiten unterscheidet, ist die Kälte. Weder Funktionskleidung noch Straßenbahnheizung oder der Klimawandel können darüber hinwegtäuschen, dass in Österreich von spätestens Oktober bis frühestens April Temperaturen herrschen, die die Menschen dazu bewegen, so wenig Körperwärme wie möglich zu verschwenden. Im Gegenteil, gewöhnliche Mitteleuropäer drängt es dazu, sich in dieser unwirtlichen Zeit auch von außen möglichst viel Celsiusträchtiges zuzuführen: heißen Tee etwa oder Suppe oder auch Punsch, wenn es denn sein muss, weil man an jeder Straßenecke in einen entsprechenden Stand hineinrennt. Was eine solche winterleidende Person nicht will, ist Eis-Essen, denn das könnte die innere Temperatur der äußeren gefühlsmäßig annähern. Insofern ist es kein großes Malheur, wenn man im Schneegestöber nicht ums Eck auf eine Portion Pfirsich Melba gehen kann. Und wer das bei Minusgraden trotzdem braucht, hat im Supermarkt-Tiefkühlregal reiche Auswahl.
Kontra: Unnötige Zwischenzeit
Von Roman David-Freihsl
Sie wird immer sinnloser, diese stur eingehaltene, jährlich immer wiederkehrende Zwischeneiszeit. Ein kurzes Schneeschauern vielleicht im November, dann wird's wieder bacherlwarm bis nach Weihnachten und zuletzt vielleicht ein, zwei schneewechtige Wochen im Februar. Hallo! Schon mal was von Klimawandel gehört? Sogar die südländischen Pflanzen und Viecherln haben es längst überrissen und wandern zielsicher nordwärts. Höchste Zeit, dass auch die Eismischerzunft endlich darauf reagiert. Denn trist ist sie allemal noch, diese Zeit zwischen Herbstende und Frühlingsbeginn, so kurz sie inzwischen auch sein mag. Die langen Nächte und kurzen Tage; in der Früh bei Dunkelheit raus, am Abend im Finstern wieder heim - da gilt es aufkommende Schwermut zu bekämpfen, den Trübsinn runterzuschlucken und zwar mit: genau, mit Süßem! Stattdessen stehen wir vor runtergelassenen Rollläden, verpickten Auslagenscheiben oder mit kitschigem Tand gefüllten Eisdielen. Und wir denken uns: Ach, leck mich ... Eben nicht. (Rondo, DER STANDARD, 28.9.2012)
Von unserer Zungenfertigkeit sollen auch die anderen etwas haben - Oder: Man und frau waren jung, knackig und ungestüm
Am Ende eines gemütlichen Kaffeehaustages kann sich die Übersicht leicht eintrüben - Oder: Dies wäre eine Infragestellung der Integrität des sinnierenden Stadtmönchs
"I love you and your body." Oder: Auch nach Jahren mutet der papierene Staubfänger noch beinahe jungfräulich an
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
Das Viecherl reagiert von Natur aus positiv auf "Lecker- Bissen" - Oder: "Oida, reiß des Blech auf!"
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
zu mir, und du hast etwas vom Feinsten
http://www.sicilyland.it/granita.htm
jetzt hab ich das ganze hoferprospekt studiert - danke! :-)
nix gegen wassereis - aber wo steht in dem artikel das apetitverderbende unwort "vegan"?
ist so wie das mütterliche "heut schmeckst besonders gut" - wenn ihr das essen angebrannt ist (nach. ernst kein) :-)
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