ÖVP-Gruppe fordert für Lehrer Kernarbeitszeit von neun bis 15 Uhr

25. September 2012, 19:27

Expertengruppe der Volkspartei will 40 Wochenstunden Anwesenheit und nur sechs Wochen Sommerferien

Wien - Teils radikale Reformen schlägt die von Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) eingesetzte Expertengruppe "Unternehmen Österreich 2025" im Bildungsbereich vor. Vor allem für Lehrer sieht das Papier Änderungen vor: 40 Wochenstunden Anwesenheit an der Schule bei einer Kernunterrichtszeit von neun bis 15 Uhr, nur noch sechs Wochen Ferien und Verpflichtung zu regelmäßiger Fortbildung stehen im der APA vorliegenden Endbericht. Die Gesamtschule wird zwar nicht explizit empfohlen, die Experten zeigen aber Sympathie dafür.

Die vom Auftraggeber "endredigierte" Version ist für Donnerstag geplant. Für eine rasche Umsetzung wird ein "Bildungskonklave" empfohlen. Spätestens im Frühjahr 2014 müssten die Weichen für eine Reform von Lehrerdienstrecht, -ausbildung und Schulverwaltung gestellt werden. Die Expertengruppe kann sich "bei Nichteinigung bzw. aufgrund der Wichtigkeit des Themas" eine Volksbefragung vorstellen. (APA, 26.9.2012)

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Pfründe

Pfründe verteidigen ist zu wenig. Es zählt was zum Schluss rauskommt aus unserem Schulsystem, (zu viele funktionale Analphabeten, potenzielle Krone Leser)
Die Lehrer selbst sollten ihr System reformieren.

Lehrer müssen einfach mehr arbeiten.

Sonst können und wollen wir das ohnehin marode Schulsystem, dessen Outcome in Form von immer schlechter werdenden Schülern nicht gerade wunschgemäß verläuft, nicht mehr weiterfinanzieren.

Schon jetzt bleiben mir pro Stunde als doppelter Akademiker und Gymnasial"professor" nur 7€ netto pro Stunde.

Ich bin gespannt, ob ich dann auf unter 5€ kommen werde.

Toll, so holt man die Besten der Besten!

Wie Sie auf die 7 Euro komen würde mich sehr interessieren. Ihre Aussage klingt nämlich so ähnlich wie "Frauen verdienen 30% weniger als Männer" - wenn man dann aber mal hinter die Kulissen schaut und die Details betrachtet kommt man drauf, dass es in Wahrheit völlig anders ist.

Doppelter Akademiker?

Das kenne ich nur von Erwin Pröll. Ins Stammbuch: Ob man einfacher Dr. oder dreifacher Doktor, macht gehaltsmäßig keinen Unterschied. Ich rate ihnen dringend in die Privatwirtschaft zu gehen, da wartet man sicher händeringend auf sie.

Darf ich beleidigt sein?

Pröll, das ist der mit dem "Schatz im Silbersee".
Ich dagegen habe einige tausend Bücher gelesen.

Aber das Lesen ist bei uns momentan kein Hit.

25% der Bevölkerung kann man hierzulande als funktionelle Analphabeten bezeichnen.

Standesdünkel noch immer "in"?

Erwin Pröll war der erste, der sich mit dem „zweifachen Akademiker“ gebrüstet hat. Sie sind der zweite der diese Wortschöpfung gebraucht. Mein Sohn hat Bio-Technologie studiert und arbeitet derzeit bei einem EU-Projekt in Stockholm mit. Er würde nie den Akademiker heraushängen lassen, obwohl wahrscheinlich auch er seinen Doktor macht. Ich habe meinen Kindern Offenheit, Bescheidenheit und Freude an der Arbeit vorgelebt. Beide haben sich noch nie über zuwenig Verdienst beklagt. Sie sind positive und glückliche Menschen.
Schön für sie dass sie tausende Bücher gelesen haben. Das würde ich nicht gerade als Über-Qualifikation für den Unterricht bezeichnen. Ich hoffe da waren einige über Pädagogik, Menschenführung und Psychologie dabei.

wir gratulieren!

das mit ihrem Sohn haben SIE sehr gut gemacht, Dank und Anerkennung!
Aber mountaineer gehts vielleicht garnicht darum, dass wir uns alle auf den Bauch hauen. Sein Posting verstehe ich als Ausdruck einer Enttäuschung über das Mißverhältnis zwischen der Investition in seine Ausbildung und dem Ergebnis am Lohnzettel. Ein Studium kostet zumindest Jahre an Zeit, während denen man nichts oder wenig verdient. Jetzt kostet es auch noch direkt Geld, weil Bildung nur mehr als persönliches Privileg und nicht mehr als gesellschaftlich erwünscht verstanden wird. Und zusätzlich definieren wir Berufe (wie z.B Lehrer) die studieren müssen und bezahlen sie dann schlecht.
Das ist wirklich Grund zur Sorge!
Ob sie den Pröll mögen oder nicht, ist wurscht

Der Experte für Bildung in dieser Gruppe ist der Chef einer der größten Headhunter-Firmen - soweit zum Thema Bildung!!!!

Unternehmen Österreich

Schon alleine der Umstand, dass sich eine Gruppe mit dem Titel 'Unternehmen Österreich' mit dem Thema Bildung befaßt, ist grotesk.
Bildung, Soziales, Gesundheit, Sicherheit usw sind staatliche Funktionen die auf Basis eines politischen Willens ausgestaltet werden und erst dann mit der entsprechenden kaufmännischen Sorgfalt, Sparsamkeit, Professionalität, Rechtssicherheit usw umzusetzen sind.

Was kommt als Nächstes? Eine Kernanwesenheitszeit für ORF-Nachrichtensprecher von 00:00 bis 10:00,

eine Kernanwesenheitszeit für Metzger auf der Wiese,...

Schildbürgerstreich

Bei dieser Kernarbeitszeit bin ich dann min. 45 Stunden pro Woche in der Schule anwesend. Vor- und Nachbereitung in einem Lehrerzimmer, gemeinsam mit 40 Kolleginnen. "Sehr effizient", ein Schildbürgerstreich würde ich sagen.

Wann

werden österreichische Bildungs"experten" endlich begreifen, das Lehrerarbeit nicht mit der Stechuhr gemessen werden kann?

Meßbar muss es sein...

mit welchen Mitteln auch immer. Die Zeit außerhalb der Unterrichtszeit muss kontrolierbar sein. Sonst bleibt es Ermessenssache der Lehrer. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Lehrergewerkschaft jemals große Räumlichkeiten gefordert hat. No na, wann will ja so schnell als möglich nach Hause.

nicht die Zeit außerhalb der Unterrichtszeit muss kontrollierbar sein, sondern die (auch daraus resultierende) Qualität des Unterrichts und der sonstigen schulischen Arbeiten.
Schließlich sollte es ja auch nicht darum gehen, dass alle Lehrer ja brav ihren "Soll" absitzen (woauchimmmer), sondern dass dem Bildungsauftrag nachgekommen wird.

Die Qualität ist schwer messbar.....

.....vor allem die Pädagogik. Es bleibt auch ohne Konsequenzen egal wie schlecht ein Pädagoge ist. Als Elternteil zweier Kinder weiß ich wie diese "Qualität" ausschaut. Turnlehrer meines Sohnes: Ball wird den Schülern zugeworfen und die spielten Fußball. Meiner Tochter wurde von einer "Pädagogin" gesagt, dass sie es nie schaffen wird (HAK Graz). Sie schaffte es natürlich. Nach jahrenlangen Kämpfen wurde eine Lehrerin (Graz-Umgebung) versetzt. Sie wurde als als "Wanderpokal" weitergereicht.

Geh bitte, brauchen Sie ein Taschentuch?

Jede Arbeit wird mit Arbeitszeit berechnet.
wenn Sie glauben, Ihr Frühstückssemmerl essen gehört zur Arbeitszeit, dann rechnen Sies dazu. Essen müssen Sie shalt dann zwischen 9 und 15 Uhr...

werkvertrag
google mal

Das stimmt (zum Glück) schon lange nicht mehr. Es gibt genug Tätigkeiten, bei denen das Endergebnis zählt. Und in manchen Sparten findet diese Tatsache auch schon m Dienst- und Besoldungsrecht Niederschlag. der Lehrberuf wäre eine dieser Tätigkeiten, geurteilt und bezahlt wird aber nach wie vor nur auf Basis der reinen Anwesenheit in der Klasse.
PS: Im Unterricht kann ich kein Frühstücksemmerl essen. Mit vollem Mund spricht man nämlich nicht.

Jeder engagierte Lehrer ist ja immer der Blöde

Er bekommt nicht mehr als die schlechten, faulen Lehrer. Konsequenzen gibt es auch keine.

ad *verpflichtende*(?) weiterbildung! die haben die mittel gar nicht für das, was sie medial einfordern, bei jeder gelegenheit!

entweder der direktor lässt mich gar nicht weg, wenn ich mehr als zwei bis drei *buchungen* im jahr auf ph-online vornehmen will,

oder ich soll mir die weiterbildung (zu 100 prozent!) SELBST bezahlen. (und das mach ich trottel sowieso schon immer wieder!)

das diesbezügliche geseiere von der mangelnden bildungsinitiative der werten pädagogInnen von seiten der bildungsexpertInnen und bildungsvorgesetztInnen sei auch einmal medial darzustellen.

*die da oben* wollen die finanziellen mittel für ein (mögliches) engagiertes weiterbildungspaket der lehrerInnen gar nicht bereitstellen.

sialich

NICHT!

wie die gelebte praxis, seit immer schon, zeigt!

Tja, ich bin mir sicher, Ihr Direktor lässt sie sicher gerne während der Sommermonate

Weiterbildung machen. Ist ja auch woanders so, dass während der Saison Fortbildung nicht so angesagt ist...

ja, im sommer dürfte ich alles machen!

aber nur auf eigene kosten!

und dazu gibt es ein ganz klares

NEIN!

sialich!

Ist leider in die falsche Rubrik gerutscht

Was sollen den die Tiroler machen, wenn sie keinen besseren haben?

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