Ab Dezember siedelt die Wiener Finanz

  • Das Finanzzentrum hat weniger Quadratmeter als die aufzulassenden sieben 
Ämter. Dafür gibt's einen Betriebskindergarten.
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    foto: christian fischer

    Das Finanzzentrum hat weniger Quadratmeter als die aufzulassenden sieben Ämter. Dafür gibt's einen Betriebskindergarten.

Wien Mitte wird Nukleus der Wiener Steuerbehörden

Wien - Die Zusammenlegung von sieben Finanzämtern Wiens schreitet voran. Aufgrund starker Kritik von parlamentarischer Opposition und in Medien übte sich das Finanzministerium in unüblicher Transparenz und zeigte vor der Übersiedelung, die im Dezember startet und März abgeschlossen sein soll, Bürofluchten samt Musterbüro des neuen Finanzzentrums Wien Mitte (FZWM).

Dieses sei Teil eines Modernisierungsprozesses "zum Wohle der Kundinnen und Kunden, der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler", sagte Hans Georg Kramer, Generalsekretär des Finanzministeriums. Dementsprechend weist er eventuelle Parallelen zu anderen affärenschweren Bauprojekten, vor allem aus der Ära schwarz-blau (Justiztower Wien Mitte, Terminal Tower Linz) weit von sich: Beim FZWM seien keine Immobilienmakler involviert gewesen, "die typischen handelnden Personen haben auch keine Rolle gespielt". Und der Vorwurf, dass es zu keiner Ausschreibung gekommen ist, erklärt Kramer damit, dass "das Bundesvergabegesetz keine Ausschreibung für einen Mietvertrag" vorsieht.

Kosten

Über die Kosten hält sich das Ministerium weiter bedeckt, obwohl diese der Standard schon im Juli berichtet hatte: 497.000 Euro netto für 35. 000 m2, wohingegen die Finanzbeamten bisher auf gut 65.000 m2 für 490. 000 Euro logierten. Die alten, abgenützten Finanzämter, die der Bundesimmobiliengesellschaft BIG gehören, hätten mit großem Aufwand saniert werden müssen. Diese behindertengerecht umzubauen, hätte hohe Kosten verursacht.

Nun ist die Finanz Untermieter bei der Bank-Austria-nahen BAI bzw. ihrer Tochter, der Wien Mitte Errichtungsgesellschaft. Das Mietverhältnis läuft bis Mitte 2030. Gegen die Nachteile moderner Großraumbüros gibt es akustisch wirksame Möbel und schallschluckende Teppichböden. Mit dem Steuerzahler wird entweder via Internet oder in Infocentern kommuniziert. (ruz, DER STANDARD, 26.9.2012)

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