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Der Herbst ist da, und trotzdem wird alles gut. Kann schon sein, dass jetzt diese graue Zeit kommt, zu der man wegen der äußeren Umstände nicht weiß, ob man gerade aufstehen oder schlafen gehen soll; kann schon sein, dass diese Nebel kommen, die sich so seltsam auf die Stimmung schlagen. Trotzdem wird alles gut - man muss nur die richtige Beschäftigung finden.
Lektüre, die uns weiterbringt im Leben, zum Beispiel, und die gibt es durchaus, man muss nur die Herbstprogramme der Verlage studieren. Da lernen Frauen, "lieber rotzfrech als kreuzbrav" zu sein (endlich einmal ganz was Neues), da lernen Männer und Frauen, sich nicht mehr von der " Tyrannei des Glücks" sekkieren zu lassen und überhaupt mit all diesem Stress Schluss zu machen. Zum Beispiel dem, zu glauben, dass uns "immer alle lieb haben" müssen. Katzen wissen das längst, "ziehen rechtzeitig ihre Grenzen", und das "sollen auch wir Menschen tun". Wer nun aber für Tierbeobachtung keine Zeit hat, studiere "Leben wie eine Katze II".
Sind wir hernach ungeliebt, rotzfrech und glücklich unglücklich, machen wir uns ans Reichwerden - das geht sich noch aus bis zum Winter. Dauert einen flotten Tag, den (plus 598 Euro) kostet das Seminar "Lizenz zum Geldverdienen", das "mindestens" eine Verdreifachung von Einkommen und Marktwert einbringt.
Dermaßen illusioniert träumen wir dann übergangslos weiter. Im Winterschlaf. (Renate Graber, DER STANDARD, 26.9.2012)
Vielleicht sollten sich Politiker generell mehr an Viecherln halten
In Prozesse ging und gehe er stets "entspannt", ließ er in einem Interview am Sonntag Österreich-weit wissen
Wer die richtigen Seminare bucht kann Vögelchen Erfolg domestizieren, heißt es aus der Berater-Branche
Einsicht ist bei den derzeitigen Skandalen in Österreich ein rares Gut
Die Idee mit dem Erwinisieren hat jedenfalls was
Die Prozesse gegen Mensdorff-Pouilly und Strasser haben uns durchaus klüger gemacht
Dass Politiker tiefe Wasser sind und mehr - oder weniger - Potenzial haben, als man glaubt, beweist auch Erwin Pröll
Der Grinzinger Dorfkern soll irgendwo in China dupliziert werden
Aber wir kommen nicht voran. Wir streiten uns bei so vielen Büchern, in welche Kategorie sie gehören. Z.B. beim Roman "Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz". Ich sage, es ist ein Krimi. Meine Frau behauptet, es ist eine Liebesgeschichte.
Meine Frau hat nun vorgeschlagen, die Bibliothek zu teilen in "Deine Bücher" und "Meine Bücher".
Jetzt streiten wir uns, wem das Buch gehört.
Damit ist für Unterhaltung den ganzen Herbst und den ganzen Winter lang gesorgt.
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