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Anleger flüchten mit ihrem Kapital aus Europas Peripherie in die Schweiz, und die SNB "recycelt" diese Euros in die Kernländer Europas.
Wien/Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verschärft die Ungleichgewichte in der Eurokrise. Zu diesem Schluss kommen die Analysten der US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in einer Studie. Das Problem: Anleger flüchten mit ihrem Kapital aus Europas Peripherie in die Schweiz, und die SNB "recycelt" diese Euros in die Kernländer Europas. Das nützt Ländern wie Österreich, und schadet etwa Spanien.
Konkret schätzt S&P, dass die Schweizer in den ersten sieben Monaten des Jahres 80 Milliarden Euro in Anleihen aus Österreich, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Finnland ("Kerneuropa") investiert haben. "Die SNB bewegt mit ihrem großen Volumen die Anleihenmärkte in Kerneuropa", sagt Moritz Kraemer, Europa-Chefanalyst von S&P dem Standard. Der Kauf von 80 Mrd. Euro an Staatsanleihen entspricht 48 Prozent des Budgetdefizits dieser Länder für 2013.
Hintergrund der Käufe: Seit einem Jahr kauft die SNB Devisen, um den Schweizer Franken bei einem Wechselkurs von 1,2 gegen den Euro zu stabilisieren. Die rasche Aufwertung des Franken wegen des Kapitalzuflusses aus der Eurozone würde ansonsten die Wirtschaft der Schweiz, insbesondere die Exporteure, hart treffen.
Damit hilft die Schweiz auch Österreich, sich zu rekordtiefen Zinsen Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen in Österreich sind massiv gefallen, seitdem die massive Kapitalflucht in Südeuropa die SNB dazu gezwungen hat, Euros am europäischen Anleihenmärkten zu "recyceln". Im August hat die SNB bereits mehr als 418 Milliarden Franken (348 Mrd. Euro) an Devisenreserven gehalten, 60 Prozent davon sind in Euro-Anlagen investiert. Die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), die für die Aufnahme der Schulden der Republik verantwortlich ist, freut sich über das Interesse. OeBFA-Chefin Martha Oberndorfer: "Die starke Nachfrage seitens internationaler Zentralbanken ist ein Zeichen für das hohe Ansehen der Republik Österreich bei sicherheitsorientierten Anlegern."
Ganz ähnlich profitierte auch Frankreich an den Anleihenmärkten. Als im Mai innerhalb von wenigen Wochen die Zinsen von drei auf 2,35 Prozent für zehnjährige Papiere gepurzelt sind, hatte die SNB angefangen, französische Papiere zu kaufen, zitiert die Financial Times einen Banker.
In welche Anleihen genau die SNB investiert, ist unklar, weil die SNB dazu keine Daten veröffentlicht. Allerdings zwingen ihre Anlagerichtlinien die Nationalbank, ihre Devisen nur in Staaten mit hoher Bonität zu investieren. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Österreich seine beiden AAA-Ratings (bei den Ratingagenturen Fitch und Moody's hat die Republik noch die Höchstnote, nur S&P hat heruntergestuft) auch behält. "Wenn ein Land wie Österreich ein zweites AAA-Rating verliert, müsste die SNB nach ihren Anlagerichtlinien ihre Positionen verkaufen", warnt Kraemer.
Dabei würden sich die Schweizer damit keinen Gefallen machen, glaubt Kraemer, weil sie ihre Devisenreserven auf noch weniger Länder konzentrieren müssten. Dann hätte sie eine noch größere Marktmacht. Stattdessen könnte die SNB ihre Anlagerichtlinien ändern. Daran glaubt aber Jan-Egbert Sturm, Ökonom an der ETH Zürich, nicht: "Das würde der Tradition der SNB widersprechen. Man muss es mit dem Risiko auch nicht übertreiben."
Dabei sollten sich die Länder in Kerneuropa nicht auf den Lorbeeren niedriger Zinsen ausruhen. Denn sollten die jüngsten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (Stichwort: unbegrenzte Staatsanleihenkäufe) greifen, könnte das paradoxerweise bei Ländern in Kerneuropa die Anleihen drücken: "Wenn der Druck auf den Schweizer Franken nachlässt, muss man davon ausgehen, dass die Zinsen in Kerneuropa auch wieder rasch ansteigen können," sagt S&P-Analyst Kraemer. (Lukas Sustala, DER STANDARD, 26.9.2012)
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Zum einen ist sicherlich nicht zu übersehen, dass die drei grossen Ratingagenturen Unternehmen der Privatwirtschaft sind und nicht - wie es oft den Anschein erwecken mag - staatliche Behörden. Die Marktmacht ist sicherlich auch ein wichtiges Thema, nur es ausschließlich den drei Großen anzulasten, ist aus meiner Sicht ebenfalls verfehlt.
So kann in Deutschland die Creditreform ebenfalls für die bankaufsichtliche Risikogewichtung herangezogen werden, nur weiss das eben kaum einer.
Zum anderen den Ratingagenturen nur die Vertretung der US-Interessen vorzuhalten, ist sicherlich auch nicht in Ordnung. Unzweifelhaft ist aber, dass ein amerikanisches Unternehmen einen gewissen home-Bias aufweist, was ich aber für sehr natürlich halte.
warum sollte die Schweiz sein gutes Geld schlechtem Geld (PIIGS Anleihen) nachwerfen? Dass S&P in der Studie (wohlgemerkt, in der Studie) der Schweizer NB die Rute ins Fenster stellt: überlegt euch etwas mit dem CHF EUR Kurs! Denn mit dem aktuellen CHF USD Kurs kommt der Dollar als safe heaven immer mehr unter Druck (kann sich jeder zB auf http://www.finanzen.net/devisen/s... ollar-kurs ansehen; auf 3 M Kurs einstellen und erinnern dass die FED am 13.9. ein Wertpapierkaufprogramm von zumindest 40 Mrd Dollar bekanntgegeben hat). Imo ist das Verhalten von S&P aus der Studie mit der eines Strauchdiebs zu vergleichen, der gestohlenes Geld eingestreift hat aber haltet den Dieb schreit.
der Euro stürzt ab, droht das Exportgeschäft der Schweiz zu gefährden.
Die Schweiz reagiert, und pumpt das Geld, das sie aus den resultierenden Vorteilen lukrieren zurück in die Eurokernzone.
Stabilisiert also Inland und Ausland mit.
Aber sie sind schuld, weil sie ihren Exportmarkt nicht zusammenbrechen lassen?!
CHF USD Wetten sind angeblich plus 10 % short in einer Woche am Markt
http://www.dailyfx.com/devisenha... _Inde.html
Das Wort Standard ist mir klar, trägt doch diese Zeitung diesen Namen. Für das Wort Poor musste ich in einem englisch - deutsch Lexikon nachschlagen.
http://dict.leo.org/ende?lp=e... earch=poor
Poor übersetzt bedeutet auf deutsch:
arm, schlecht, schwach, bedürftig, mies, mangelhaft, unschön ist noch die mildeste Übersetzung
Allerdings trifft die Bemerkung von S & P zu, wenn von einer herabgestuften Firma oder Land die Rede ist:
"Ich Ärmster!"
Überspitzt ausgedrück, es gehört zu den Aufgaben von S & P alle ausser die USA herabzustufen, am besten auf Ramsch.
... denn die Schweizer haben eine höhere Lebensqualität als die meisten EUler. Die Bayern eine bessere als die Berliner.
Ich denke, dass fleißig und anständig zu sein sich bezahlt macht.
Die nichtsbesitzenden Dumpfbacken glauben, sie werden von der Inflation nicht betroffen sein. Schön werden sie schauen, wenn sie im Monat 10.000,00 EURO verdienen und die Mite 7.000,00 kosten wird.
Da wird der Sparefroh, der in seiner Eigentumswohnung sitzt, wesentlich besser dran sein.
Am besten werden es die Beamten mit Gemeinde Wien Wohnung haben, die werden dann immer noch um 400,00 wohnen und sich von den nichtsbesitzenden Dumpfbacken ihre Miete finanzieren lassen.
das ist eine Analyse, wie sich die monetäre Politik der SNB und Schweiz am europäischen Anleihenmarkt auswirkt. Das hat nicht mit "vorwerfen" zu tun ... Aber abgesehen davon fallen mir ziemlich viel Gründe ein, warum man die Steueroase Schweiz und ihre wirtschaftspolitischen Entscheidungen kritisieren könnte ...
DieWelt:
http://tinyurl.com/c7tr3l2
Schätze, die Schweiz geht - mangels guter Staatsanleihen - demnächst auf Shoppingtour in feste Werte (bezahlt mit DKT-Euro).
Die werden noch reich an der Krise, während die Eurozone über Pleiten & Schuldenschnitte stolpert ;-)
Die Bombe platzte an einem warmen Sommertag kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in London...
http://bit.ly/Q9glvd
Die SNB kauft also Anleihen von Ländern der EU, um den Wechselkurs Franken<->Euro niedrig zu halten, um den Export nicht zu gefährden (Schweizer Produkte würden teurer werden).
Per Gesetz darf die SNB nur bei Ländern mit AAA Rating Anleihen kaufen, um das Anlagerisiko zu minimieren.
Bedeutet das nicht, dass "reiche" Länder gestützt werden, zu Lasten armer Länder?
Was aber passiert nun, wenn sämtliche EU Länder ihr AAA Rating verlieren? Verliert die Schweiz ihren (übertriebenen) Wohlstand?
Wohin führt das alles?
... bei Ländern kaufen, die so dumm waren, nicht dem EURO-Raum beizutreten (Polen, Schweden, ...) oder die mit Blindheit geschlagen wurden, als es darum ging, der EU beizutreten.
Nur damit kein Zweifel aufkommt: Ironie!
An die Volkswirtschafter hier im Forum:
Ihr habt Euch jahrelang über uns Idioten, die die oben genannten Segnungen nicht wollten, lustig gemacht. Jetzt fehlen den Griechen zusätzlich 10 Milliarden.
irgendeine Idee dazu?
die frage ist doch was ein hoeherer wechselkurs fuer die kredite bedeuten wuerde die in franken aufgenommen wurden. viele bundeslaender, staedte etc. haben kredite in schweizer franken... bei hoeherem Wechselkurs haben diese auch hoehere Schulden...
- Anleger flüchten mit ihrem Kapital aus Europas Peripherie in die Schweiz > Einfluss der SNB gleich 0
- die SNB legt für den Franken eine Untergrenze zum Euro fest, um den Tourismus und den Export zu schützen > das geschieht NICHT weil der Euro so stark ist, sondern so schwach ist. Die SNB versucht die Folgen dieses Euro Wahnsinns zu begrenzen
- die SNB kauf Anleihen von Staaten mit hoher AAA Bonität > Ja soll die SNB Club Med Schrottanleihen kaufen, von denen sie weiss, das sie nie zurückgezahlt werden?
Die SNB sorgt damit dafür, dass der Reformwille der AAA Euro Staaten nicht erlahmt, weil sie sonst keine Anleihen mehr von diesen Staaten kauft.
Gut so. Ein funktionierender Markt.
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