Spindelegger in Harvard: "Wir müssen mehr tun"

Studenten konfrontierten den Vizekanzler: "Forschung wird in Österreich sehr viel geringer geschätzt als in den USA"

New York - Manchen innenpolitischen Themen entkommt Vizekanzler Michael Spindelegger auch im Ausland nicht. Vor seiner Ankunft in New York, wo er mit Präsident Heinz Fischer an der UN-Generaldebatte teilnimmt, machte Spindelegger am Montag einen Abstecher ins beschauliche Boston an die US-Spitzenuniversität Harvard. In den Räumen der berühmten J.F. Kennedy School of Government konfrontierte ihn ein Dutzend österreichischer Studenten vor allem mit einem Thema: mangelnder Studienförderung.

In Österreich gebe es zu wenige Stipendien für das Ausland, die wenigsten von ihnen seien mit Unterstützung aus Österreich in die Staaten gekommen, erzählten die Studenten. Das senke auch die Motivation, nach der Ausbildung zurück nach Hause zu kehren. Und: " Forschung wird in Österreich sehr viel geringer geschätzt als in den USA." Spindelegger verwies auf Initiativen wie die Exzellenzuniversität, räumte aber ein: "Wir müssen uns anschauen, was wir mehr tun können". Nachsatz: "Tun müssen." Seine Rede vor den Studenten legte Spindelegger betont zuversichtlich an. In der Eurokrise habe sich die Währung als belastbar erwiesen. Er sei überzeugt, dass die schwierige Lage die Zukunft der Union nicht gefährde.

Für Heiterkeit hat am Dienstag ein Fehler in einer UN-Presseinformation gesorgt: Spindelegger war darin nämlich als Premierminister von Australien angekündigt worden. (raa/DER STANDARD Printausgabe, 26.9.2012)

Share if you care