So charmant wie immer

Josef Kirchengast
25. September 2012, 17:41

Intensive Kulturaktivitäten Ungarns in Wien - Grafikschau der "Acht" als Highlight

Wien - Sie gelten als Wegbereiter der ungarischen Moderne. Und allein deshalb ist die Begegnung mit ihnen reizvoll - abgesehen vom künstlerischen Aspekt. Denn ob das heutige Ungarn gerade dabei ist, sich aus der Moderne wieder zu verabschieden, diese Frage wird EU-weit heftig diskutiert.

"Die Acht" nannte sich eine Gruppe großteils in Budapest geborener Maler des frühen 20. Jahrhunderts. Ergänzend zur gleichnamigen Gemäldeschau im Kunstforum Bank Austria wird am Mittwoch im Collegium Hungaricum in Wien eine Ausstellung des grafischen Werks eröffnet: "Die Acht - Der Akt" (1020, Hollandstraße 4, 19 Uhr).

Exklusive Grafikausstellung

Wobei "ergänzend" eine glatte Untertreibung ist. Denn während die Schau im Kunstforum in ähnlicher Form bereits in Pécs (Fünfkirchen) und Budapest gezeigt wurde, waren die Zeichnungen der acht - großteils, aber nicht nur Akte - bisher so nicht einmal in Ungarn zu sehen.

Das österreichische Publikum darf sich also geschmeichelt fühlen. Die exklusive Grafikausstellung fügt sich freilich in verstärkte Kultur- und Tourismusaktivitäten Ungarns nicht nur hierzulande. Kontert die wegen ihres nationalistischen Kurses und ihrer Machtpolitik umstrittene Regierung von Premier Viktor Orbán mit einer Charmeoffensive? Der ungarische Botschafter hierzulande, Vince Szalay-Bobrovniczky, ist sich " bewusst, dass unser Erscheinungsbild in Europa nicht zu den besten gehört". Es gebe jedoch "keine besondere Charmeoffensive - wir wollen so charmant sein, wie wir immer waren".

35 Veranstaltungen bis Jahresende

Bis Jahresende gibt es jedenfalls in Wien rund 35 kulturelle Veranstaltungen, die die Ungarn entweder allein oder mit Partnern ausrichten (aufgelistet im Programmheft "Ungarische Art"). Márton Méhes, Direktor des Collegium Hungaricum, betont die "glückliche Kooperation" vor allem mit EU-Partnern.

Méhes führt auch den Vorsitz von Eunic Austria, dem losen Zusammenschluss nationaler Kulturinstitute von EU-Ländern in Österreich. Weltweit gibt es solche "EU-Kulturcluster" in 78 Städten. Ziel ist Kulturvermittlung und Förderung kultureller Projekte aus europäischer Sicht.

Wien erlebt von 1. bis 7. Oktober eine "Eunic Week". Höhepunkte sind Literaturlesungen in neun Kaffeehäusern am 1. Oktober ("Europa zu Gast im erweiterten Wohnzimmer", Beginn 19.30 Uhr) und eine ganztägige Konferenz zum Dialog der Kulturen im Haus der EU am 3. Oktober (10 bis 18 Uhr). (Josef Kirchengast, DER STANDARD, 26.9.2012)

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5 Postings
Ich habe den Mundl immer gemocht !

Vergessen Sie nicht, das "Neue Theater Budapest" zu besuchen!

Nur dort findet man lupenrein antisemitische Hetzstücke, die der Herr Direktor Dorner dankenswerterweise auf die Bühne bringt - und gleich für charmante Gesellschaft bei der Premiere sorgt: Der Motorrad Club "Gojim" wird anwesend sein!
(Das ist leider keine Ironie...sondern tatsächlich wahr! DAS ist Ungarn im Jahr 2012!!!)

So a Bledsinn.

Wieso posten Sie, wenn Sie nichts zu sagen haben?
Vorsatz?

So froh wäre ich, wenn es nicht wahr wäre!

Aber die Bestellung von Dorner als Intendanten des Neuen Theaters Budapest ist ein Tabubruch in der europäischen Kulturlandschaft. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich und der Antisemitismus steigt. Offenbar auch unter den Standardpostern...

Wenn Sie es fertigbringen, aus einem mini-post Antisemitismus herauszulesen und damit gleich persönlich untergriffig zu werden, bewegen wir uns auf einem abwegigen Niveau und sollten diese Kommunikation schleunigst beenden.

Die Bestellung von Dorner ist natürlich eine Katastrophe.
Sollten Sie es allerdings nicht wissen:
1. praktisch die gesamte Kulturlandschaft Ungarns ist dagegen
2. Die Mehrheit der Bevölkerung mit Sicherheit auch
3. Er wird nicht ewig bleiben

Somit bitte nicht von einem mehr als ärgerlichen Ereignis auf ein ganzes Land und sein Volk schließen.

Denn das ist unappetitlicher als das, was Sie mir vorzuwerfen glauben müssen ohne zu wissen, wie Sie sich damit lächerlich machen.

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