Salzburg-Museum strebt mehr Internationalität an

Direktor Martin Hochleitner präsentiert sein Programm

Salzburg - Anfang September hat der ehemalige Leiter der Linzer Landesgalerie, Martin Hochleitner, die Nachfolge von Erich Marx als Direktor des Salzburg-Museums angetreten. Am Dienstag hat er seine Schwerpunkte präsentiert: Neben der Konzentration auf die eigene Sammlung und die Dokumentation der Salzburger Kunst- und Kulturgeschichte liegt ihm vor allem die intensive Vernetzung mit internationalen Museen am Herzen, um trotz begrenzter Budgets die Qualität der Ausstellungen zu erhöhen.

Ein weiteres Anliegen ist ihm, historische und zeitgenössische Kunst in einen Kontext zu bringen. Davon zeugen zwei Ausstellungshighlights im kommenden Jahr, die er selbst kuratieren wird: Unter dem Titel de sculptura werden Exponate aus der Dresdner Albertina - von römischen Kaiserporträts, barocken Bronzeplastiken des 19. Jahrhunderts und einem Torso von Auguste Rodin - zu sehen sein. "Wir haben auch Künstler beauftragt, sich auf ihre Weise mit der Dresdner Ausstellung zu befassen" , so Hochleitner.

de sculptura eröffnet im März 2013 und ist als Reverenz an den Dirigenten Christian Thielemann und die Dresdner Staatskapelle gedacht, die 2013 die Berliner Philharmoniker bei den Salzburger Osterfestspielen ablösen.

Weiters plant der Archäologe und Kunsthistoriker im Herbst 2013 mit Spurensuche in der Gegenwart einen Archäologieschwerpunkt. Zeitgenössische Künstler wie Peter Dressler oder Lisl Ponger sollen mit ihren Installationen Denkmäler und Skulpturen der Antike auf ihren Stellenwert in der Gegenwart untersuchen. Bereits konzipierte Ausstellungen über Robert Jungk, Anton Aicher und Lotte Ranft werden 2013 realisiert, die Sonderausstellung Ars Sacra mit Kunstschätzen des Mittelalters wird aufgrund des großen Publikumsinteresses um ein Jahr verlängert. Und für die Sonderausstellung 100 Jahre Erster Weltkrieg 2014 plant der 42-jährige gebürtige Salzburger eine Kooperation mit lokalen Kulturinstitutionen.

Bei einem Gesamtbudget von sechs Millionen Euro gehören neben dem Salzburg Museum auch das Museum für das Sattler-Panorama, das Festungs- und Spielzeugmuseum, die Sammlung historischer Musikinstrumente, das Volkskundemuseum in Hellbrunn, das Domgrabungsmuseum, das Keltenmuseum in Hallein sowie die Sammlung Rossacher, die im vor wenigen Tagen geschlossenen Barockmuseum untergebracht war, in Hochleitners Verantwortungsbereich.

Und da gibt es auch einige Baustellen, Häuser wie das Spielzeugmuseum oder Festungsmuseum müssen auf den letzen Stand der Ausstellungstechnik gebracht werden. Ein Maßnahmenkatalog werde zurzeit ausgearbeitet, so Hochleitner. (Christian Weingartner, DER STANDARD, 26.9.2012)

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