Europas Solarbranche reibt sich weiter an China

25. September 2012, 16:33

Die EU verdächtigt China, Solarprodukte unter Marktwert im Ausland zu verkaufen und droht mit Strafzöllen

Brüssel - Im Streit um Dumping-Angebote aus China bittet die europäische Solarindustrie Brüssel erneut um Hilfe. Die europäische Herstellerinitiative EU Pro Sun reichte nach eigenen Angaben am Dienstag bei der EU-Kommission eine Handelsbeschwerde ein. Dabei gehe es um unzulässige Subventionen für Solarstromprodukte aus der Volksrepublik China.

Die EU-Kommission wollte aus rechtlichen Gründen den Eingang der Beschwerde auf Anfrage nicht bestätigen. Ein Sprecher von EU-Handelskommissar Karel De Gucht verwies darauf, dass in solchen Fällen die EU-Kommission 45 Tage lang Zeit habe, um über die Eröffnung eines Verfahrens zu entscheiden.

Erst im September hatte Brüssel ein Antidumping-Verfahren zu Einfuhren chinesischer Solarhersteller eröffnet - ebenfalls nach einer Beschwerde von Pro Sun. Wegen des hohen Wertes der Importe von 21 Mrd. Euro pro Jahr ist der Fall beispiellos. Die EU droht der mächtigen Solarbranche Chinas mit Strafzöllen. In dem Verfahren geht es um die Preise für Solarpaneele und deren Schlüsselkomponenten wie Solarzellen und Solarwafer. Der Verdacht lautet, chinesische Firmen verkaufen diese Produkte unter Marktwert im Ausland, um der Konkurrenz zu schaden. Nun stehen Exportsubventionen im Mittelpunkt.

Chinesische Solarpaneele haben nach Schätzungen in der EU einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Nach Angaben von Pro Sun subventioniert China den Export der Solarbranche mit Milliarden. "Die Folge sind Überkapazitäten und ein ruinöser Preiswettlauf", sagte Milan Nitzschke, Präsident von EU Pro Sun laut Mitteilung. Dies habe eine Welle von Insolvenzen in der europäischen Solarindustrie ausgelöst und bereits tausende Arbeitsplätze gekostet. Allein 2012 seien in Europa 20 Solarhersteller pleitegegangen. (APA, 25.9.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
China subventioniert Solarbranche

Was soll dabei nun plötzlich falsch sein?
Nur weil es unseren Herstellern nicht passt?
Alle andere Konsum-Produktion wurde aus Kostengründen nach China ausgelagert.

Anmerkung: Nach diesem Artikel müßte jeder EU Hausbesitzer mindestens 5KW Solarthermie/ Strom am Dach intalliert haben.

chinesicher Kolonialismus. Erschreckend.

Selbst schuld.

China subventioniert die Produktion.
Die grün-naive EU subventioniert den Kauf.

Die Folgen kann sich jeder selbst ausmalen.

Dass das doppelte Subventionen für chinesische Firmen bedeutet wissen auch die EU-Experten, aber das Freie Markt/"eigene Interessen=böse" Dogma ist eben stärker.

Naja hat eine gewisse Tradition - herkömmliche Kraftwerke (DonauKW, Fossile und Nukleare) wurden auch immer subventioneirt - aber da es um große Einzelaktionen ging machte man das dirket aus dem Budget und nicht über eine Umlage auf den Strompreis

Also sogesehen ist der Hauptunterschied dass sich scheinbar China bereit erklärt, Europas Erneuerung des Kraftwerksparks zu subventioniern. Dieser stehr ohnehin an und aus den laufenden Strompreisen kann er nach Aussage der EVUs nicht gedeckt werden => Die fragen jetzt schon nach direkten Subventionen aus den Steuertöpfen.

Warum sollten wir als Stromkonsumenten und Steuerzahler also auf diese Unterstützung aus China erbosst reagieren?

Ich würde die europäischen Produktionskapazitäten nach China verkaufen und sowohl die Erlöse als auch die Einsparungen gegenüber der unsubventionierten Eigenproduktion in Forschung und Entwicklung stecken - wenn die Chinesen ihre Subvenitone stoppen kommt Europa mit voller Kraft zurück UND hat PV Kraftwerke

aha...unter marktwert

wie geht das, dass man langfristig etwas unter marktwert verkaufen kann?

die meinen wohl eher unter herstellkosten.

Irgendwie geht das, zahlen tun's letztlich die Bankkunden. Siehe Östereichs Mobiltelefoniemarkt :)

In diesem Fall sind es eher die Bürger Chinas

So viel ich weiss sind die Solarfirmen in China in Staatsbesitz und schreiben Verluste. Der Staat hält diese aber am Leben.
Das Geld zur Stützung für die Firmen fehlt natürlich woanders, wie z.B. für den Bau von Kläranlagen, Krankenhäuser, Schulen und natürlich auch für Pensionen. Also trägt das Chinesische Volk die Kosten ob sie es wollen oder nicht. Gefragt wird in China bekanntlich nicht.

ist doch besser china subentioniert alle als unser staat ein paar die glücklicherweise in den genuss einer förderung kommen

Protektionismus...

...so wirds weitergehen. Der Westen kann nicht mit und nicht ohne den chinesischen Billig-Import. Wir sind einfach nicht konkurrenzfähig und so wird auf Schuldenbasis weiterkonsumiert und dort wo´s nicht passt werden halt Strafzölle erhoben...aber die Chinesen sitzen in dem Spiel am längeren Hebel.
Die Begründung mit den Subventionen ist ja fast trollig, wenn man bedenkt, dass bei uns ohne Subventionen kein einziges Solar-Unternehmen überleben könnte (und selbst das funktioniert nicht). Zahlen tut den Spaß der Steuerzahler - mit oder ohne Chinesen.

na endlich

besteuert die dumping-arbeit in china, nicht in der EU

Facts-Check

China hat 2010 Waren im Wert von 1578 Milliarden Dollar exportiert und Waren im Wert von 1395 Milliarden Dollar importiert.

Staaten wie Deutschland exportieren mehr nach China als sie von dort importieren.

Das Handelsdefizit der Amerikaner gegenueber China ist enorm. Europaeische Staaten habend dieses Problem grossteils nicht. Ganz im Gegenteil. Deutsche Autohersteller exportieren seit 2011 mehr Autos nach China als in die USA. Die heimische Zuliefer-Industrie profitiert davon enorm.

Chinesische Konsumenten stehen auf italienische Marken, deutsche Autos und franzoesische Weine. Das schafft Arbeitsplaetze in Europa. Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel.

Solar-Technologie ist ohne Subventionen nicht marktfaehig. Das gilt ueberall.

..."Solar-Technologie ist ohne Subventionen nicht marktfaehig. Das gilt ueberall".

SO würde ich das inzwischen nicht mehr unterschreiben. Es gab und gibt noch sehr viele Subventionen und eine neue Technologie brauicht das auch unbedingt. Wichtig ist, dass sie sich ab einem gewissen Zeitpunkt davon unabhängig macht.

Das passiert gerade und die viel zu vielen Solarunternehmen werden halt gesund-geschrumpft.
Es wird sich auf jeden Fall durchsetzen, davon bin ich überzeugt.

Die Marktfähigkeit ist hauptsächlich eine Frage der Sonnenstunden

Nur ist es leider so dass Staaten die mit Sonnenschein gesegnet sind nicht die Hartwährungen zur Verfügung haben um die Importe für die Zellen bezahlen zu können.
Ein weiteres Problem sind die Zinsen. In den meisten Staaten mit ausreichenden Sonnenschein ist die Inflation höher als bei uns. Dies erzwingt notgedrungen höhere Zinsen für Kredite. Weiters kommt hinzu dass dort der Finanzmarkt eher frei ist und keine Niedrigzinspolitik betieben wird.
Man kann grob sagen dass kurzfristig gesehen eine Solaranlage mit 2000kWh/kWp finanziert mit einem 15% Kredit genauso unwirtschaftlich ist wie eine Solaranlage bei uns die nur 900kWh/kWp liefert aber mit 5% finanziert werden kann.

Nein, die Marktfähigkeit von PV ist vor allem eine Frage von verfügbaren billigem Speicher und den gibt es zur Zeit schlicht nicht und es ist auch keine Änderung in Sicht

Es gibt brauchbare Speicher - ber das brauchbare Ausmass ist begrenzt

Mit überschüssigem PV-Strom kann man Wärmepumpen betreiben und das Wasser speichern. Die billigste Art der Speicherung die es gibt. Wenn man von Gas auf Wärmepumpen umstellt spart man ziemlich am Verbrauch an fossilen Brennstoffen. Es spricht nichts dagegen dass man einen Teil der benötigten Elektrizität für die WP duch PV erzeugt. Der sinnvolle Anteil ist halt begrenzt.
Dazu braucht es lediglich die von Ihnen verhasssten 'Inteligenten Zähler', eine drehzahlsteuerbare WP mit intelligenter Kontrollogik und ein intelligentes Bussystem für das Haus. Dazu eine ausgeklügelte Software in die auch der Wetterbericht des kommenden Tage einfliesst.
Zur Zeit sicherlich nicht für ein 0815-Haus interessant, aber für Häuser mit gehobenen Standard.

Im Winter wird das Solar-Speicherproblem sowieso nie

übertrieben groß werden, im Sommer brauche ich Wärme aber nur zur Warmwasserbereitung, das Konzept mag besser sein als der berühmte "Stein am Schädel" aber der Allheilbringer für das 'Speicherproblem' ist es wohl eher nicht.

Habe mich etwas schlau gemacht und die Bleiakkus wegen Kostengründen (€1/kWh) verworfen

Bin aber anderwertig fündig geworden:

http://www.zbbenergy.com/products/... echnology/

Systemerrichtungskosten belaufen sich anscheinend auf ca. €100 000 pro 200kWh Module. Wenn ich im Jahr 300 volle Lade/Entladevorgänge habe, dann sind die Gestehungskosten bei 13c (@5%Zinsen) bzw 11c (3%) über 20Jahre. In Süditalien sollte dies möglich sein. Die Gestehungskosten des PV-Stroms sind dort sagen wir 9c/kWh.
Während des Tages habe ich Strom für 9c und nach Sonnenuntergang für max 22c. Nun nehmen wir an dass ich während des Tages die gleiche Menge Strom selbst verbrauche wie auch nach Sonnenuntergang. Also kostet mir der Strom im Schnitt knappe 16c.
Meines Wissens kostet die kWh in Italien über 20c.

>Also kostet mir der Strom im Schnitt knappe 16c.
>Meines Wissens kostet die kWh in Italien über 20c.
Netzgebühren, Steuern & Abgaben nicht vergessen, sie vergleichen Herstellungskosten mit Endkundenpreisen

Wie ich schrieb ist das kein Allheilmittel aber im begrenzten Mass eine Lösung

InItalien steht wohl nichts imWege solcheAnlagen fürNeubauten zu genehmigen. Ich will mich jetzt darüber nicht imDetail äussern.
Der derzeitige Anwendungspunkt ist zum einen zurZeit in unzuverlässigen Netzen mit Qualitätsproblemen. Andererseits für isolierte Kommunen die aus Kostengründen nicht an dasNetz angeschlossen werden können. Die müssen die Elektrizität mit DieselGen bereitstellen. Nehmen wir an dass der Diesel €1/l kosten würde. Bei einem Wirkungsgrad des Diesels von 40% liegt alleine der Brennstoffanteil der Stromgestehungskosten bei 25c/kWh. Ich will mich jetzt nicht um die exakten Zahlen streiten, aber ich halte an der Grössenordnung fest.
Speichrung vonPV-Strom ist heute schon und zunehmend bedingt möglich. LesenSie den Link

Das Allheilmittel ist es sicherlich nicht

Es würde aber einen ansehlichen Teil der PV-Anlagen ohne Förderung in die wirtschaftliche Zone bringen. Jeder Prozentpunkt den man bei den fossilen einsparen kann hilft.
In den südlichen Zonen von Italien wäre ich mir nicht so sicher ob nicht schon herkömmliche Bleiakkus kostendeckend sein könnten. Bei einer Ausbeute von 1400kWh/kWp p.a. und Elektrizitätspreisen von über 20c? Lastwagenakkus sind nicht teuer. Man kann die mit ein bischen Wetterschutz neben die Hausmauer stellen. Muss mir das mal durchrechnen.
Der Trick wird die richtige Dimensionierung sein. Man muss so viele Ladevorgänge wie möglich durchführen. Man darf die Akkus nicht auf maximale Produktion der PV-Anlage auslegen sondern eher auf den Minimalverbrauch des Hauses am Abend

Vor ein paar Tagen wurde das auf the Oildrum sehr detailliert durchgerechnet

Wenn es sie interessiert:
http://www.theoildrum.com/node/9499... il+Drum%29

In den Golfstaaten müsste es eigentlich etwas anders ausschauen. Die haben Geld wie Heu, sehr viel Sonne, und ihr Strom kommt zu einem großen Teil aus Ölkraftwerken, dem teuersten Brennstoff für Kraftwerke.

Eigentlich müssten Solaranlagen dort schon allein mit dem Verkauf des eingesparten Öls finanzierbar sein.

Was könnt es nur für Gründe haben das man dort auf Atomkraft setzt um das Öl zu ersetzen.....

Damit man entweder mehr ÖL/Gas exportieren kann, oder dass die Vorräte länger reichen

Es macht durchaus Sinn für Länder die gesegnet mit fossilen Brennstoffen sind die Grundlast mit Nuklearstrom zu erzeugen. Wenn die Kraftwerke mal abgeschrieben sind kann auch die Mittellast sinnvoll sein.

Posting 1 bis 25 von 29
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.