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Die Kumbia Queers: Party und Feminismus.
Wien - Auf Youtube kann man unter anderem bestaunen, wie die Kumbia Queers aus Argentinien live den Heavy-Metal-Klassiker Iron Man von Black Sabbath als zeitgenössische Form der Polonäse von Blankenese von Gottlieb Wendehals auf den Spuren von Punk und Ska deutet. Bei der seit 2007 bestehenden Queer-Band aus Buenos Aires mussten in Folge auch schon Songs von Madonna, Nancy Sinatra oder den Ramones dranglauben. Punk meinte schließlich immer schon: Besser gut geklaut als schlecht kopiert.
Die Kumbia Queers adaptieren nicht nur unbekümmert Fremdmaterial. Sie deuten auch den in Lateinamerika enorm populären und zeitweise wegen Macho-Beiwerk wie Gewalt- und Drogenverherrlichung zumindest in Radio und Fernsehen verbotenen Stil der Cumbia mit billigen Keyboardsounds, enthemmten Wah-Wah-Gitarren, stampfendem Vierviertelrhythmus aus der Steckdose und derben Texte ins Vulgär-Feministische - ohne dabei auf das Leben in sozialen Brennpunkten und die dortige, dennoch vorhandene Möglichkeit einer Party zu vergessen.
Die Kumbia Queers nennen ihre Mixtur aus diversen lateinamerikanischen Stilen inklusive eines Schusses Afrokuba, Punk, Hip-Hop und Alleinunterhalter-Kirtagstechno "1000 Prozent Tropipunk". Auf ihrem neuen, beim Wiener Label Comfortzone veröffentlichten Album Pecados Tropicales sind jetzt erstmals ausschließlich Eigenkompositionen zu hören.
Und auch wenn die sterile Studioatmosphäre den Liedern nicht immer optimal bekommt, weil das Ganze mitunter doch reichlich brav klingt, kann man zumindest erahnen, dass hier live dennoch ordentlich die Post abgehen wird. (Christian Schachinger, DER STANDARD, 26.9.2012)
Do., 27. 9., Chelsea, Wien.
Fr., 28. 9., Treibhaus, Innsbruck, jeweils ab 21.00
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