Schwere Lücke erlaubt einfache Rücksetzung von Galaxy-Smartphones

25. September 2012, 15:26
  • Der Code für eine Werkszustand-Rücksetzung lässt sich auf verschiedene Weise übergeben.
    foto: derstandard.at/gpi

    Der Code für eine Werkszustand-Rücksetzung lässt sich auf verschiedene Weise übergeben.

"Factory Reset" per Browser, QR-Code und über andere Wege auslösbar

Der Telekom-Techniker Paul Oliva hat heute per Twitter auf ein schweres Sicherheitsproblem des Samsung Galaxy S3 und anderer Telefone der Reihe hingewiesen. Der Vorzeige-Androide des koreanischen Unternehmens lässt sich über die einfache Präparation einer Website auf den Werkszustand zurücksetzen.

Direkte Dialer-Übergabe

Hintergrund der Lücke ist, dass der Browserr "tel:"-Handler direkt an den Dialer übergeben, der diese prompt ausführt. 2767*3855# lautet jene Kombination, nach deren Eingabe sich das Galaxy S3 ohne weiterer Rückfrage auf den Werkszustand zurücksetzt.

Einfache Auslösung möglich

In Kombination mit dem Handler lässt sich dies ohne Schwierigkeiten im Code einer Seite unterbringen. Ein Beispiel gibt Oliva selbst, der Befehl könnte als Frame-Quelle versteckt werden und würde dann so aussehen: <frame src="tel:*2767*3855%23" /> . Prinzipiell lässt sich die Schwachstelle aber auch per NFC nutzen und WAP-Konfigurations-SMS oder via QR-Code nutzen.

Fehlerquelle TouchWiz

Die Fehlerursache dürfte Samsung selbst mit dem TouchWiz-Interface geschaffen haben. Besagter USSD-Code gehört nicht zum Standardrepertoire von Android, sondern wurde von Samsung selbst festgelegt. Entdeckt wurde das Problem von Ravi Borgaonkar. Er präsentierte seinen Fund auf der Ekoparty Security Conference.

Mindestens fünf Modelle anfällig

Soweit bekannt, sind auch die Modelle Galaxy S Advance, S2, Galaxy Ace sowie das Projektor-Phone Galaxy Beam betroffen, berichtet The Next Web. "Deswegen hasse ich Veränderungen von Seiten der OEMs, die an Android vorgenommen werden", kommentiert Oliva die Situation lapidar. (red, derStandard.at, 25.09.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 161
1 2 3 4
Un-glaub-lich!

Das lässt sich sicher auch formidabel für automatische Anrufe bei "Ruf Mich jetzt An *peitsch*"-Nummern verwenden... Zu 9,99€ per Call oder so. :-/

Das wohl nicht, die Nummer wird ja nur eingegeben und nicht angerufen. Das Problem bei dem Code ist das er sofort nach dem Eingeben im Dialer mit dem letzten "#" aktiv wird, anrufen also gar nicht notwenig ist.

Wäre die Frage...

Nachdem der Text (also die Nummer/der Code) direkt an die Tel-App übergeben wird - was passiert, wenn die Tel-Url ein Carriage Return am Ende hat?

Wenn die Tel-App das direkt auswertet (wie eine Tastatureingabe) wäre denkbar, dass sie sofort anruft...

Deshalb: Weg mit Crapware wie Touchwiz, Sense, Motoblur etc.!

Gerade bei Touchwiz scheint es nicht zu funktionieren.

Dialer ??

Dank Smartphones gibt es im 21. Jahrhundert wieder die Dialer ;-)

hier kann mans testen: http://www.isk.kth.se/~rbbo/testussd.html

PS: es wird kein reset ausgelöst, sondern nur die IMEI angezeigt, falls das gerät betroffen ist

Man sollte auch darauf hinweisen, dass das Galaxy NEXUS, da mit Vanilla Android und ohne Touchwiz-Krempel, nicht anfällig ist.

Kratzer in iphones: 495 Postings, schwere Sicherheitlücke beim Galaxy: 114 Postings

sicher nicht so wichtig…

Irgendwie kein guter Monat für Samsung.

für alle welche betroffen sind

hier mal eine kleine app welche genau diesen bug in seine schranken weist.
http://www.mobiflip.de/notelurl-android/

Hm...

...und wie weiß ich, dass auf dieser Webseite nicht ein "böser Link" versteckt ist? ;-)

Das ist ja ein klassischer social engineering-Angriff.

Seitenquelltext anzeigen und nach tel: suchen (gibt nur den Imei)

das kann man natürlich nicht wissen ;)

aber ich schätze mal, wenn überhaupt, wird der bug nur von zwielichtigen seiten ausgenutzt oder von scherzkeksen versendet.

mit der app oder einem alternativen browser kann aber die automatische ausführung unterbrochen werden.

ACHTUNG: Vermutlich nicht nur Samsung betroffen!

Hab mal einen Testlink von meinem HTC Desire (mit CM 7.2.0.1) probiert.
Funktioniert leider! :(

Für weitere Infos (Testlink am Ende des Blogs): http://www.androidpit.de/sicherhei... t-loeschen

Hier noch eine App die Abhilfe schaffen soll: https://play.google.com/store/app... s.notelurl

lg,
The Quark

CM zeigt zwar die IMEI an ist aber davon NICHT betroffen. Steht eh am Ende des Artikels.

Stimmt, mir wurde nur die IMEI angezeigt.
Ich denke aber, dass somit auch andere USSD-codes ohne weitere Zustimmung des Nutzers angewendet werden können.
Und desweiteren vermute ich mal, dass es auch entsprechenede "Löschcodes" bei anderen Herstellen (ev. ROMs ???) gibt.

lg,
The Quark

Das GN ist nicht betroffen, bei einen HTC Sensation mit 4.0.3 hat es leider auch funktioniert.

du solltest das an Cyanogen mailen

damit sie einen Fix rausbringen können...

technisch läßt es sich ja leicht lösen nur wissen müssens das mal...

Ich denke, das wird schon bekannt sein und bei CM7.x wird sich vermutlich nix mehr tun. Höchstens noch bei den Nightlies...
Aber trotzdem Danke für die Idee! Werd´s dort mal melden. (Hilft´s nix, schadet´s nix...)

Ich sehe Freebird und andere iSheeps bereits QR-Codes präparieren...

Update?

Viel wichtiger als die ewig gleichen Kindereien (siehe unten) ist, wie lange Samsung benötigt, dieses Problem zu beseitigen UND wie schnell es geht, dass die Benutzer das entsprechende Update installieren.

Android-Enthusiasten betrifft das ja nicht, weil die ja eh schon ihre eigenen Mods geladen haben.

Aber was machen normale Benutzer? Die wollen ja einfach nur ihr Handy benutzen und stünden vor einem Scherbenhaufen, nur weil sie eine E-Mail oder SMS mit einem böswilligen Link bekommen.

das ist das eigentlich problem … updates werden

von leuten, die nur ein handy für NULL euro wollten nicht eingespielt

Scherbenhaufen?

Ich nehme an, daß die Phones im Werkszustand ausgeliefert werden, kauft man in dem Fall also einen Scherbenhaufen?

So wie ich das verstehe, sind davon nur persönliche Einstellungen betroffen, die zurückgesetztwerden, nicht aber Daten und Addressen.

Vor einem Scherbenhaufen zu stehen ist dann wohl stark übertrieben.

Was mich eher stutzig macht: Wie kann es sein, daß "tel:" Nummern direkt an den Handler übergeben werden und ohne Rückfrage eine Verbindung herstellen können. Das ist für mich die größere Sicherheitslücke.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 161
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.