Experten: iPhone 5 bisher bestes Smartphone-Display

Apple iPhone 5, Samsung Galaxy SIII und iPhone 4 im Vergleich

Die Display-Experten bei DisplayMate Technologies haben sich die momentan beliebtesten Smartphones rausgesucht und die Displays aller Geräte genauestens unter die Lupe genommen. Im Vorfeld schreibt Raymond M. Soneira, dass das Retina-Display beim iPhone 4 und dem neuen iPad "signifikante Fortschritte" waren, wenn es um Bildqualität und Farbechtheit geht. Zum Vergleich zog Soneira das iPhone 5 heran, um zu sehen, wie sich das Display bei Apple verändert hat. Zusätzlich hat DisplayMate schlussendlich das Galaxy SIII von Samsung gegenübergestellt.

Methode

Für die Analyse der Displays wurde eine Methode verwendet, die DisplayMate "Mobile Display Technology Shoot-Out" nennt. Die Methode beinhaltet detaillierte Labormessungen und Tests, in denen Muster und Bilder verglichen werden. Die Tests umfassten die Bereiche der Reflektion, Helligkeit und Kontrast, Farben und Intensität, Betrachtungswinkel, Energieverbrauch und Akkulaufzeit.

Der iPhone-Vergleich

Vergleicht man das iPhone 5 mit dem zwei Generationen älteren iPhone 4, merkt man eine signifikante Verbesserung. DisplayMate meint sogar, Apple hätte untertrieben, wen es um die Vermarktung des neuen Displays geht. Das einzige, das nicht besser wurde, sei die Helligkeitsabnahme bei einem anderen Betrachtungswinkel. Insgesamt sei das Display aber in jeder Kategorie besser als das des iPhone 4, manchmal sogar herausragend. Die Verbesserungen betreffen vor allem den Reflexionsgrad, der beim iPhone 5 52 Prozent geringer sei. Dies sei einer der geringsten Reflexionsgrade, die jemals von DisplayMate gemessen wurden. Weiters habe das iPhone 5 die höchste in einem mobilen Gerät je gemessene Kontrastrate bei hoher Intensität des Umgebungslichts. Diese sei 57 Prozent höher als beim iPhone 4. Lesen bei hellem Licht hat sich also massiv verbessert. Zuletzt ist die Verbesserung des Farbdarstellung herausragend hoch, diese sei eine der exaktesten, die ein Consumer Display - außer dem neuen iPad - habe.

Zusammenfassung iPhone 5

Das Team bei DisplayMate habe sich eine Auflösung von 1280x720 Pixel beim neuen iPhone gewünscht, allerdings kam dies nur mit 1136x640 Pixel. Dies sei zwar keine Enttäuschung, der Spielraum für Verbesserungen sei aber noch gegeben. Neben Details zu den Labormessungen schreibt Soneira, dass zusammenfassend gesagt werden kann, dass das iPhone 5 das hellste Smartphone ist, das von ihnen getestet wurde, den kleinsten Reflexionsgrad, die beste Leserlichkeit bei starkem Licht hatte und neben dem neuen iPad den besten Kontrast bietet.

Samsungs Problem mit dem Farbraum

Im Vergleich habe Samsung einen anderen Zugang zu Displays. Samsung verwendet hauseigene OLED-Displays, das sehr innovativ sei, aber noch nicht völlig ausgereift. Die Helligkeit des Galaxy SIII entspricht der Hälfte des iPhone 5 aufgrund von Einschränkungen mit der Energieeffizzienz von OLED-Displays. Die Farben seien unausgeglichen, weshalb es zu übertriebener Farbdarstellung und satteren Grün- als Rot- oder Blautönen kommt. Das hat zur Folge, dass in vielen Bildern ein Grünstich vorhanden sei, die übertriebene Farbdarstellung führe zu Comic-artigen Bildern. Übersättigte Bilder und knallige Farben seien das Resultat. Trotz des geringeren Energieverbrauchs, der geringeren Helligkeit und des größeren Akkus sei die Akkulaufzeit kleiner als beim iPhone 5. Der PenTile OLED Display hat weniger rote und blaue Pixel als in RGB-Standard-Displays, was wiederum für die Darstellung von farbigem Text und feinen Grafiken zu Verpixelung führe und zu Artefakten. Der Farbraum, von dem das iPhone 4 64 Prozent der Farben darstellen kann und das iPhone 5 fast 99 Prozent, scheint laut DisplayMate für Samsung kein Thema zu sein, denn das südkoreanische Unternehmen habe den Farbraum nicht kalibriert.

Die Conclusio

Zusammenfassend schreibt Soneira, dass Apples ständige Verfeinerungen an den Displays und die Kalibrierung der Farben zu einer guten Bildqualität führen. Es sei das beste Smartphone-Display, das DisplayMate getestet hat. Samsung hat auf OLED gesetzt, einer Technologie, die noch nicht ausgereift sei, die Zukunft dafür aber eine vielversprechende ist. Aus unerklärlichen Gründen habe das Unternehmen aber den Farbraum nicht kalibriert und deshalb sei dieser ungenau. Als Idee für Verbesserungen hebt Soneira die Weiß-Töne des iPhones hervor und schlägt Samsung vor, zukünftig Smartphone-Displays zu kalibrieren. (red, derStandard.at, 25.9.2012)

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