Erster "Journalistenpreis Integration" für Raschhofer und Feurstein

25. September 2012, 12:36
  • Von Staatssekretär Sebastian Kurz ausgezeichnet: Monika Raschhofer
    foto: apa/neubauer

    Von Staatssekretär Sebastian Kurz ausgezeichnet: Monika Raschhofer

  • Christoph Feurstein
    foto: apa/neubauer

    Christoph Feurstein

Kurz: "Debatte versachlichen" - Zechner: Medien haben "verdammt große Verpflichtung" - Interkulturelle Programme für Journalisten

Wien - Monika Raschhofer von den "Oberösterreichischen Nachrichten" und der ORF-Journalist Christoph Feurstein sind die Preisträger des erstmals vergebenen "Journalistenpreis Integration." Raschhofer würde für ihren Bericht "Zeitungsklasse", in dem es um das Zusammenleben in Schulklassen geht, ausgezeichnet, Feurstein für einen "Thema"-Beitrag über die Wiener Lerntafel. Die Preisträger erhalten je 5.000 Euro.

"Integrationsglossar" für Journalisten

Integrations-Staatsekretär Sebastian Kurz erklärte anlässlich der Preisverleihung bei den Österreichischen Medientagen und der Messe Medien Migration, dass es darum gehe, "eine emotional geführte Debatte zu versachlichen". Zwecks Versachlichung präsentierte Kurz auch ein neues "Integrationsglossar" für Journalisten - von A wie "Abwanderung" bis Z wie "Zuwanderung". Das vom Expertenrat für Integration empfohlene Wörterbuch soll laut Kurz "helfen, Klarheit zu schaffen, wo Begriffe zum Teil undifferenziert Verwendung finden und als Nachschlagewerk die Recherchetätigkeiten erleichtern".

Zechner: "Gelebte Integration"

ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner betonte bei einer Podiumsdiskussion die Verantwortung der Medien. In einer Zeit der "Aggression" und "Suche nach Sündenböcken" sei es Aufgabe der Medien gegenzusteuern. "Da haben wir eine verdammt große Verpflichtung." Zechner präferiert bei der Berichterstattung "gelebte Integration innerhalb aller Redaktionen im Alltag". Und Bewusstsein für Migrationsthemen müsse vor allem auch über Unterhaltungsprogramme erfolgen.

"Kurier"-Redaktionsstatut

"Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger plädierte für sachliche Information und Aufklärung. Toleranz und Achtung vor allen Religionsgemeinschaften seien etwa Teil des "Kurier"-Redaktionsstatuts. "Wir haben kein eigenes Ressort, Integration ist Teil aller Ressorts. Und wir haben in der Redaktion einen Migranten-Anteil von 15 Prozent", so Kralinger.

Inou: Journalisten müssen interkulturelle Programme absoliveren

Auch Simon Inou von M-Media, einem Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit, sprach sich für integratives Arbeiten in Medien aus. Etliche Fernsehanstalten in Europa hätten dafür bereits eigene Beauftragte installiert. Kritik kam indes am Umstand, dass manche Medien Ausländer noch immer negativ darstellen würden. Auch in Schulbüchern gebe es weiterhin klischeehafte Darstellungen von Migranten. Vielen österreichischen Redaktionen fehle es an entsprechenden Kompetenzen. "Wir können dieses Problem nur lösen, wenn österreichische Journalisten interkulturelle Programme absolvieren", so Inou.

"Integration passiert nicht durch Zufall", erklärte Staatssekretär Kurz. Medien hätten dabei eine wichtige Funktion. "Man braucht keine Angst vor Fakten haben, man darf sie aber auch nicht verdrehen." (APA, 25.9.2012)

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2 Postings
Na "Danke"

Was denkt sich wohl ein Herr Feurstein, wenn das Kurz-Buberl dasteht und einen Preis überreicht? Feurstein war schon preisgekrönter Journalist, da hatte Kurz mit Politik noch nix zu tun. Manchmal ist Politik so schön unfreiwillig komisch.

Zechner hat recht

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