Todesdrohungen gegen Polens Premier Tusk und weiteren Politiker

Postsendungen mit scharfer Munition und Drohbungen - Polizei leitete Ermittlungen ein

Warschau - Der polnische Premier Donald Tusk (PO) und der Chef der Parlamentsfraktion der rechtsliberalen Regierungspartei PO (Bürgerplattform), Rafal Grupinski, haben anonyme Todesdrohungen erhalten. Grupinski erhielt zwei Postsendungen mit scharfer Munition und Drohbriefen, die an beide Politiker gerichtet waren. Die Polizei leitete Ermittlungen ein, berichtete am Dienstag Radio RMF FM.

"Die Bürgerplattform, Donald Tusk und Grupinski - Anhänger der deutschen Bundeskanzlerin - verdienten einen soliden Kick. Die Betrüger können Zugentgleisung oder Brand in einem wichtigen Amt erwarten", lautete der Tageszeitung "Glos Wielkopolski" zufolge die kryptische Botschaft.

Laut Radio TOK FM hat die Polizei eine ballistische Expertise der Munition beauftragt und eine graphologische Analyse der Schrift. Es wurden bereits erste Verhöre durchgeführt. Grupinski erklärte gegenüber dem Radio, dass "das kein übliches anonymes Schreiben ist, das man ignorieren kann".

Die Polizei betrachtet den Fall sehr ernst, da es bereits vor zwei Jahren in Polen zu einem politischen Mord gekommen war. Im Oktober 2010 stürmte der 63-jährige Ryszard Cyba das Büro der rechtskonservativen polnischen Oppositionspartei PiS ("Recht und Gerechtigkeit") in der Innenstadt von Lodz. Er erschoss den Assistenten eines PiS-Europaabgeordneten und verletzte den Mitarbeiter eines anderen Politikers der Partei mit einem Messer schwer. Nach Angaben von Augenzeugen brachte er dabei seinen "Hass auf die Partei" PiS zum Ausdruck. Bei der Festnahme erklärte er, dass er den Parteichef und Ex-Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski habe erschießen wollen, wofür er aber eine "zu kleine Waffe" gehabt habe. Im Dezember 2011 hat das Bezirksgericht in Lodz den Täter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. (APA, 25.9.2012)

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