GEMA fordert erneut Geld für freie Musik

25. September 2012, 10:17
  • Tapete: Auch ein offizieller Künstlername bringt die GEMA nicht von ihren Forderungen ab
    foto: tapete

    Tapete: Auch ein offizieller Künstlername bringt die GEMA nicht von ihren Forderungen ab

Konflikt mit Verein "Musikpiraten" geht in die nächste Runde

Auch dieses Jahr kommt es im Rahmen des "Free! Music! Contest", der vom Verein "Musikpiraten" durchgeführt wird, wieder zu Problemen mit der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA. Diese möchte erneut Geld für Werke von Künstlern, die ihre Werke bei diesem Bewerb unter Creative Commons-Lizenz für einen Sampler zur Verfügung stellen.

"Texasradiofish" bleiben Verwertern ein Dorn im Auge

Dabei beruft sich die GEMA bei den beiden Betroffenen darauf, dass diese nicht unter ihrem Klarnamen angetreten sind. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Musiker nicht doch Mitglied der Gesellschaft sind und die Musikpiraten für die Aufnahme daher Gebühren entrichten müssen. Wie schon 2011 ist wieder die Band "Texasradiofish" im Visier der Verwerter. Die Bandmitglieder bevorzugen es nach wie vor, anonym aufzutreten.

Probleme trotz eingetragenem Künstlernamen

Auch für den Song "Von Freiheit nicht genug" des Berliner Rappers "Tapete" will die GEMA Geld sehen. Hier liegt der Fall jedoch etwas anders, da "Tapete" offiziell als Künstlername registriert und auch auf diversen Dokumenten - darunter seinem Personalausweis - eingetragen ist. Der 29-jährige Musiker kann damit Verträge signieren und verwendet ihn auch bei Bankgeschäften und anderen Gelegenheiten. Die Verwertungsgesellschaft fordert weiterhin den Klarnamen

"Brauche keine Behörde, die meine Freiheit einschränkt"

Der Rapper hatte bereits im Vorfeld des Bewerbs Kritik an der GEMA geübt. In einem Interview mit der TAZ äußerte er sich mit den Worten "Mitglied bei der GEMA zu werden kam für mich schon nicht infrage, als ich vor sechs Jahren mein erstes Album fertiggestellt habe. Ich brauche keine Behörde, die mich beaufsichtigt und meine Freiheit einschränkt." Weiters forderte er andere Musiker dazu auf, der Gesellschaft nicht beizutreten.

Hindernis Namensgleichheit

In einer Stellungnahme zu den Forderungen weisen die Musikpiraten auf einen weiteren, skurrilen Fall hin. Der für die Dreierformation "starfrosch" tätige Schweizer Markus Koller, muss bei jeder Albumproduktion in Deutschland erneut den Nachweis seiner Nicht-Mitgliedschaft erbringen. Er hat das Pech, dass es in Österreich einen gleichnamigen Künstler gibt, der jedoch der Urheberrechtsgesellschaft AKM angehört.

Piraten gegen "GEMA-Vermutung"

Die Musikpiraten fordern seit längerem eine Änderung der Gesetzeslage, die die sogenannte "GEMA-Vermutung" ermöglicht. Die Verwertungsgesellschaft kann, so der Verein, pauschal voraussetzen, die Rechte an jeglicher Musik zu haben, bis der Gegenbeweis erbracht ist. Zudem halten sie das Argument der Nicht-Überprüfbarkeit von Pseudonymen für falsch, da Künstler bei ihrer Registrierung ein solches angeben können.

Prozess läuft

Ein erstes Verfahren zum letztjährigen Fall von "Texasradiofish" hat der Verein mittlerweile vor dem Amtsgericht Frankfurt verloren, jedoch soll nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung Berufung eingelegt werden. Ein Urteil im Sinne der GEMA würde laut dem Verein bedeuten, dass es Künstlern nicht möglich ist, Creative Commons-Musik ohne Angabe ihres Klarnamens zu produzieren. (red, derStandard.at, 25.09.2012)

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Aus dem Artikel und den Beiträgen hier lese ich vor allem eines heraus: die Beitragsschreiber produzieren selber nichts, haben sich mit der Problematik wenig bis gar nicht beschäftigt und wollen vor allem ihr schlechtes Gewissen bei der illegalen Verwendung von geistigem Eigentum beruhigen. Nicht hilfreich.

Falsch gedacht.

Weil?

Lesen sie die Beiträge unten durch. Keinerlei Argumente, dafür aber viele Schimpfwörter.

Dann sind aber Sie einseitig, weil ich sehr wohl Argumente sehe (und klar, Ärger auch, dadurch eben auch Schimpfwörter).

Wie nennt man denn jemand, der Geld für etwas verlangt das gar nicht von ihm ist, bzw. für das er überhaupt kein Recht hat und wo er keinen Beitrag geleistet hat? "Handaufhalter" ist da noch die diplomatischte Formulierung.

Bei kommerziellen Künstlern ist es ja durchaus diskutabel inwiefern hier Verwertungsgesellschaften Sinn machen bzw. gut sind für Künstler.

Aber wenn Künstler bei einzelnen Stücken DEDIZIERT verzichten und diese eben unter eine freie Lizenz stellen, was hat da bitte eine Verwertungsgesellschaft verloren? Was gibt denen das Recht hier mitschneiden zu wollen, wenn die null Beitrag leisten?

Die Künstler verzichten eben nicht "dediziert", sondern gehalten ihre Identität gezielt geheim, um die Verträge, die sie mit der Gema abgeschlossen haben, umgehen zu können.

Worin liegt das Problem für einen Künstler, der nicht Mitglieder der Gema ist, seine Identität auf Anfrage bekannt zu geben?

worin liegt ihr problem, ihre identitaet bekannt zu geben?

haben sie etwas zu verbergen?

Ja, habe ich. Genauso wie die Künstler, die Verträge mit der Gema abgeschlossen haben und die Verträge nicht einhalten wollen.

Man könnte ja darüber diskutieren, ob einzelne Werke von den Verträgen ausgenommen werden können. Das wäre vielleicht eine sinnvolle Forderung.

<G>rundsätzlich <E>ine <M>ega <A>bzocke

Moderne Piraterie und Wegelagerei. Bitte endlich die Verwertungsgesellschaften besser regulieren .. da fällt ja schon in den Bereich des organisierten Verbrechens!!!

das ist hier gehört zum größten schwachsinn den ich je gehört/gelesen habe: die gema nimmt sich/hat das recht zu kassieren wenn man nicht mit klarnamen musik verkauft weil es sein könnte, dass man mitglied ist? verstehe ich das richtig?
wenn ja haben die keine mitgliederlisten? das gehört unbedingt etwas geändert und der verein auch noch für diese schickanerei bestraft!

Verwertungsagenturen, gehen mir auf den Allerwertesten.

Unterstützt direkt die freien Künstler! Per paypal oder Überweisung. Das wird GEMA richtig wehtun.

GEMA nicht am ...

ich fordere Geld, weil die GEMA immer wieder einen Aufwand für alle erzeugt, der unnotwendig ist. Von den selischen Qualen, die man erleiden muss, wenn man deren Schwachsinn durchliest mal ganz zu schweigen.

Bin dabei mit 0,10€ pro gelesenem Dokument absout zufrieden. Natürlich jedes Mal, wenn es gelesen wird.

Die GEMA ist tot. Genauso wie die anderen Urhebermafiosis. Gemeinsam ermordet von der Zeit und dem Fortschritt, weil sie zu dumm war, die Zeichen zu erkennen.

Sie haben Angst…

Nicht nur weil Tapete kritisch ist.
Er ist auch musikalisch gut.
Und schaut auch noch süß aus <3

:D

https://www.youtube.com/watch?v=k7-bdqr-2KA
https://www.youtube.com/watch?v=izis0lupMmM

in dem Zusammenhang immer wieder schön...

https://www.youtube.com/watch?v=jiOTKjXZaYI

sorry

steht unten schon...

Wer sich mit der Mafia anlegt,

muss mit Problemen rechnen. Die Verbrecherbande kennt da kein Pardon. Für die ist nichts und niemand frei. Es gibt nur eine Möglichkeit, solchem Pack die Grundlage zu entziehen:

KAUFT KEINE CDs, DVDs oder Bluerays mehr!!!

Wenn Ihr Künstler und Bands unterstützen wollt, schickt den Künstlern direkt Geld. Von dem Preis, den Ihr für eine CD im Virgin Megastore bezahlt, sehen die Künstler nicht mal einen Nasenrammel.

Jep

+1 von mir.

CB

Hab ne idee: ich veroffentliche ein Song in CC lizens mit den namen "GEMA ist Geldgeil"
und dafür wird in Deutschland gebühren verlangt, dessen Song die Wahrheit entspricht

Unglaublich

Ab sofort
mache ich meinen eigenen Verein.

ich bin die GKD (Gesellschaft für kognitive Dissonanz).

Und ab sofort muss mir jeder Vertreter der GEMA,
wenn er auch nur einen Pieps von sich gibt,
beweisen, dass er keine kognitive Dissonanz zeigt
und das er nicht Mitglied meiner Gesellschaft ist

- denn sonst muss er zahlen.

Wie lautet das Spendenkonto? :-)

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