Olympus-Manager bekennen sich schuldig

Der ehemalige Vorstandschef übernimmt die volle Verantwortung für den Finanzskandal bei dem japanischen Elektronikkonzern - und nicht nur er

Tokio - Im Prozess um den Finanzskandal beim japanischen Elektronikkonzern Olympus haben drei ehemalige Topmanager und das Unternehmen selbst sich schuldig bekannt. Er übernehme als ehemaliger Vorstandschef die volle Verantwortung, sagte Tsuyoshi Kikukawa  bei der ersten Anhörung vor einem Bezirksgericht in Tokio. "Ich entschuldige mich für all die Probleme, die ich verursacht habe." Auch der ehemalige Vize-Chef Hisashi Mori und der ehemalige Rechnungsprüfer Hideo Yamada bekannten sich schuldig.

Die Konzernführung von Olympus hatte Anfang November zugegeben, seit den 1990er Jahren in der Bilanz hohe Verluste von rund 1,3 Mrd. Euro verheimlicht zu haben. Vertuscht wurden die Verluste mit Hilfe undurchsichtiger Beraterhonorare und von Abschreibungen auf vier Firmenkäufe. Ins Rollen gebracht hatte den Skandal der ehemalige Chef Michael Woodford, der im Oktober überraschend entlassen worden war. Im März wurde Anklage gegen die drei Manager und den Konzern erhoben.

Sony könnte bei Olympus einsteigen

Der japanische Elektronikriese Sony will nach Insider-Informationen mit umgerechnet einer halben Milliarde Euro bei Olympus einsteigen. Ein entsprechender Plan soll noch in dieser Woche genehmigt werden. Damit würde Sony einen Anteil von rund zehn Prozent erwerben und größter Aktionär des von einem milliardenschweren Bilanzskandal erschütterten Olympus-Konzerns werden. Sony wolle zusammen mit Olympus neue Medizingeräte entwickeln und im nächsten Jahr ein Mitglied in die Führungsspitze des Partners entsenden.

Olympus ist seit längerem auf der Suche nach einem finanzstarken Partner, um wieder auf die Beine zu kommen. Sony setzt vermehrt auf neue Geschäftsfelder, weil sich der Elektronikkonzern aus dem verlustbringenden Fernsehgeschäft zurückzieht. Die anhaltende Schwäche im Geschäft mit Unterhaltungselektronik brockte Sony am Dienstag eine Herabstufung der Langfrist-Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's ein. Damit wird es für Sony teurer, sich für Investitionen und Zukäufe Geld zu leihen. (APA, Reuters, 25.9.2012)

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