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Mit dem Klimawandel könnten mediterrane Arten wie die Korkeiche zunehmend in den Norden wandern.
Zürich - Der Klimawandel könnte den wirtschaftlichen Wert der europäischen Wälder bis ins Jahr 2100 halbieren. Die Einbußen würden je nach Szenario mehrere hundert Milliarden Franken betragen, berichtet ein internationales Forscherteam unter Schweizer Leitung im Fachblatt "Nature Climate Change".
Adieu Fichte, willkommen Korkeiche des Mittelmeerraums: Die Veränderungen von Temperatur und Niederschlag durch den Klimawandel werden die Wälder Europas immer stärker südländisch prägen. Die Baumartenverschiebung ist nicht nur für Tiere und Pflanzen prekär, deren Lebensraum schwindet, sondern auch für die Forstwirtschaft.
"Auf bis zu 60 Prozent der Waldfläche Europas könnten nur noch mediterran geprägte Eichenwälder mit niedrigem Ertragswert vorkommen", sagte Studienleiter Marc Hanewinkel von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.
Das Forscherteam aus der Schweiz, Deutschland, Holland und Finnland hat anhand von wirtschaftlichen Kennzahlen für ganz Europa berechnet, wie hoch die zu erwartenden Verluste sein könnten. Sie modellierten hierfür die zukünftige Verteilung von 32 Baumarten auf der gesamten Waldfläche Europas, die etwa zwei Millionen Quadratkilometer beträgt. Als Rechenbasis dienten drei der offiziellen Szenarien zum Klimawandel des internationalen Klimarats IPCC - ein mildes, ein gemäßigtes und ein extremes.
Der Befund war deutlich: An Kälte und mäßig feuchte Böden angepasste Baumarten wie die Fichte, die heute einen großen Teil des wirtschaftlichen Werts der Wälder in Europa ausmacht, werden sich vor allem nach Nordeuropa und in die höheren Lagen der Alpen zurückziehen, schreiben die Forscher. Dafür rücken langsam wachsende, an Trockenheit angepasste mediterrane Arten wie die Kork- und Steineiche nach Norden vor. Sie könnten langfristig im Schnitt ein Drittel der Waldfläche ausmachen statt wie heute elf Prozent - beim stärksten Klimawandel-Szenario sogar zwei Drittel.
Der Unterschied, ob eine 30-Meter-Fichte oder eine nur zehn Meter hohe Eiche geerntet werden kann, ist enorm: Je nach Klimaszenario könnte der europäische Wald zwischen 14 und 50 Prozent an Wert verlieren. Europaweit bedeutet das Verluste von 72 bis 820 Milliarden Franken (59,45 Mrd. bis 677,13 Mrd. Euro). Der Wechsel der Baumarten wird außerdem das Klima belasten, denn die langsam wachsenden, mediterranen Wälder absorbieren weniger Kohlenstoff als die heutigen Wälder, wie die WSL schreibt.
Hinter solchen Prognosen stünden stets viele Annahmen, so Forstökonom Hanewinkel. Am unklarsten sei, ob die angenommenen Klimaszenarien tatsächlich so eintreten werden. Als Gegenmaßnahmen schlagen die Forscher vor, bei Anpflanzungen vermehrt außereuropäische oder mediterrane Baumarten zu wählen, die an Trockenheit und Wärme angepasst sind. Erfahrungen gibt es in West- und Mitteleuropa mit der Douglasie, in Frankreich mit der Atlas-Zeder und in Südeuropa mit diversen Föhren- und Eukalyptusarten. (APA, 6.10.2012)
Link
Nature Climate Change: Climate change may cause severe loss in the economic value of European forest land
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mich hat als junger mensch in den 80er jahren die aussage "in zehn jahren ist es mit dem deutschen wald vorbei!" eines experten bei einer doku im fernsehen sehr beeindruckt. Verantwortlich für das bevorstehende ende des waldes war der klimawandel.
ich nehme an das ist jetzt derselbe wald der bis 2100 nur noch halb soviel wert sein wird. Wegen dem selben klimawandel...
keiner hat wirklich ahnung was los ist, aber jeder spricht darüber. klimawandel kommt mir vor wie relegion. eine glaubensfrage. da kann man nur raten....abwarten und sehen was passiert. also wenn mich etwas so überhaupt nicht schreckt ist es der klimawandel. einige landstriche werden womöglich im meer versinken......andere werden neu enstehen (siehe neu erblühendes grönland). menschen werden umsiedeln müssen, aber das passiert auch ständig wegen anderer ereignisse (kriege etc). ich sehe kein grundlegendes problem. da gibts andere.
bezogen auf den klimawandel ist mir die einstellung zu fatalistisch. überfischung, meeresverschmutzung, massentierhaltung etc. sind echte probleme. viele regionen der erde werden vom klimawandel auch profitieren (vom lungenkrebs profitiert nur die rentenkasse). die welt hat schon viele klimaerwärmungen überstanden.
1. um CO2 aufzunehmen, Wasser zu speichern und Schatten zu spenden; oder
2. um an den Börsen Höchstpreise zu erzielen?
Die Aussage, daß die europäischen Wälder an Ertragswert verlieren könnten, das ist das wirkliche Problem!
Klimawandel-Leugner?
Interessanterweise habe ich beobachtet das gerade die personen die so etwas sagen sind anhänger von eine von den 2 theorien:
1) bis heute kein klimawandel stattgefunden hat.
oder:
2) klimawandel ist ein seeeeehr langsamen prozess (über tausende und zehntausende von jahren). Es gab nie so dramatische temperatur änderungen wie heute.
Also Meerwelle sag mir bitte welche ist deine option 1 oder 2?
Dass sie mir eine der beiden Optionen unterstellen halte ich übrigens für geradezu beleidigend.
Denn da müsste man ja intellektuell ähnlich simpel gestrickt sein wie die Klimawandel-Leugner...
Denn um ihre beiden Strohmann-Argumente auszuhebeln genügt ja wohl der Intellekt eines zehnjährigen Kindes.
(Sorry, aber ich konnte gerade nicht anders und musst ein wenig provozieren...)
Natürlich keine der beiden Möglichkeiten.
Denn es gab es immer schon Klimawandel und möglicherweise auch schon so schnell als dieses Mal.
Beide Argumente sind aber IMHO vollkommener Schwachsinn auf unsere heutige Situation bezogen.
Um eine Analogie zu bringen: Es sind immer schon Menschen gestorben und sogar ermordet worden. Deshalb kann ich aber nicht meinen Nachbarn mit derm Pumpgun in den Kopf schießen, weil es Morde eh schon immer gegeben hat.
Und genau aus diesem Grund sind die Argumente dass der Klimawandel eh ganz ungefährlich ist weil:
- Es Klimawandel eh schon immer gegeben hat
- Und er irgendwann auch schon ähnlich schnell erfolgte
einfach exakt vollkommen aussagelos (und in meinen Augen geradezu schwachsinnig).
Ihre Wortwahl ist exzeptionell.
Damit Sie verstehen, warum Ihre Analogie keine ist.
Wo der simple Fehler liegt.
Und warum Ihre Conclusio der Schwachsinnigkeit sachlich nicht fundiert sein kann.
- Klima verändert sich auch ohne Menschen.
- Morde geschehen nicht ohne Menschen.
Auch ohne Details zu erörtern ist anzunehmen, dass Sie den Fehler in Ihrer Analogie jetzt erkennen.
(Anthropozentrik)
Sie betrachten diese Thematik gerne aus Sicht eines Menschenlebens und schließen deduktiv aus Alltagserfahrung und emotional.
Gerade so wird sich Ihnen das komplexe Thema Erd- und Klimaentwicklung nicht erschließen.
Brandgefährlich von dieser unsicheren Position anderes als "schwachsinnig" zu empfinden.
*
Nehmens halt eine andere Analogie.
Es gab immer schon Überschwemmungen.
Aber deshalb kann ich nicht daraus schließen, dass sich der Mensch nicht vor Überschwemmungen schützen soll/muss.
Es gab immer schon tödliche Viren. Deshalb kann ich nicht daraus schließen, dass tödliche Viren eh ganz super sind.
Es gab schon die Pest - daraus können sie nicht schließen, dass sich der Mensch nicht gegen die Pest schützen soll.
Es gab schon Klimawandel mit der heutigen Geschwindigkeit => daraus können sie exakt gar nicht daraus schließen, dass dieser für die heutige Menschheit nicht extrem Scheiße wäre.
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