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Der Soproner Hauptplatz mit seiner barocken Dreifaltigkeitssäule und dem eingerüsteten Wahrzeichen, dem Feuerturm.
vergrößern 591x591Sopron - Die Geschichte lässt sich zwar verschweigen, aber nicht überhören, denn sie ist eine sehr beredte Zeitgenossin. So oder so ähnlich wird man das Motto des heurigen "Tag des Denkmals" am 30. September verstehen dürfen: "Geschichte(n) im Denkmal".
Oder, wie es in der burgenländischen Sektion dieses Tages ausdrücklich auch heißt: "Történet(ek) a muemlékben". Denn erstmals schaut das Burgenland diesbezüglich auch in das ursprünglich ja als Hauptstadt gedachte - und in den Friedensverträgen von St. Germain und Trianon dafür auch vorgesehene - Ödenburg respektive Sopron.
Zentralraumrolle
Dass daraus aus vielerlei Gründen und Zwängen nichts wurde, darunter haben sowohl die Stadt als auch das dazugehörende Land ziemlich gelitten. Die Neuübernahme der alten Zentralraumrolle ist freilich auch begleitet von allerlei Heilungsschmerzen.
Sopron, erzählen András Veöreös vom ungarischen Denkmalamt und sein Kollege, der burgenländische Landeskonservator Peter Adam, gleichermaßen, ist freilich weitaus mehr als die "eigentliche Hauptstadt" des Burgenlandes. Am 30. September lässt sich das bei geführten Rundgängen von jedermann erschlendern. András Veöreös leitet Interessierte dann von den alten Römern und ihrer auf der Bernsteinstraße ins Baltikum getragenen Globalisierung übers Mittelalter, die erstaunlich gut erhaltene Renaissance und das allgegenwärtige Barock bis ins Heutige herauf.
Sopron, das wird auf diesem Rundgang schnell klar, hat nicht ein Denkmal, sondern ist eines. Kaum eine andere Stadt hat ein so geschlossenes, durch Kriegsschäden kaum beeinträchtigtes Ensemble. Die mittelalterliche Stadtanlage ist bis heute unverändert, nur hat halt jede Epoche ihren Stil in die engen Gassen und die versteckten Durchhäuser gepfercht, sodass das alte Ödenburg prall gefüllt ist mit Denkmälern aller Art und ihren dazugehörigen Geschichten. "Sopron", sagt Veöreös, "ist sicherlich Ungarns diesbezüglich reichste Stadt nach Budapest".
Die einzelnen Anschauenswürdigkeiten erzählen - dem Denkmalschützer ist dies besonders wichtig - nicht nur ihre Entstehungs-, sondern auch ihre Wiederherstellung- oder Erhaltungsgeschichte, die tief hineinreicht in die Handwerksgeschichte. Baumaterialien, aber auch die Verarbeitungsweisen haben sich verändert, kaum ein Maurer, der noch mit den alten Kalkverputzen umgehen kann. Stattdessen wird zum Industriebaustoff gegriffen, der am alten Gemäuer freilich sehr kontraproduktive Konsequenzen - Saliter - zeitigt.
Scarbantium
Weil aber die ganze Innenstadt ein Denkmal ist, erzählt auch die ihre G' schichteln, von der Stadtmauer des alten Scarbantium über den schon in der Gründerzeit wackelig gewordenen Feuerturm, der nun gerade stabilisiert wird.
Bis hin zu der Frage, warum Sopron zwar die schönste, zugleich aber auch eine haarsträubend tote Innenstadt hat. Die ethnischen Mordbübereien des 20. Jahrhunderts haben die alten Häuser entvölkert. Erst verschwanden die Juden, an die immerhin zwei uralte Synagogen erinnern, dann die Deutschen. Die leeren Gebäude wurden mit - extrem kleinen - Sozialwohnungen gefüllt. Nur nach und nach konnte da ans Renovieren gedacht werden.
Freilich bleibt dann immer noch die Frage der faktischen Nutzung. Zahnärzte und Schönheitssalons machen das denkmalschützerische Kraut jedenfalls nicht wirklich fett. (wei/DER STANDARD Printausgabe, 25.9.2012)
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...ist zwar nicht so wichtig, aber ich versteh einfach nicht, warum man die städte nicht einfach so nennen kann, wie sie in der sprache heißen, in der diese zeitung abgefasst ist, noch dazu, wo man dabei so inkonsequent ist: kein mensch schriebe hier praha, lisboa oder moskwa...
Die eigentliche Hauptstadt wäre eher Pressburg (Vierburgenland)
Und auch vom übrigen Gebiet wäre Ödenburg nur die Hauptstadt vom Nord- und Mittelburgenland (Komitat Sopron) und der Süden hätte als Hauptstadt Steinamanger (Komitat Vas)
Nord- und Südburgenland haben recht wenig miteinander zu tun, außer daß es eben vorher Ungern war und jetzt zu Österreich gehört.
hätten die ungarn gewußt was die zukunft bringt
hätten sie wohl anders votiert.
irgendwie ähnlich wie kärnten heute,
jetzt wo das land bankrott ist,
die braune bande sich gegen neuwahlen
verbissenst wehrt (was ja nicht absehbar war, nein)
in sopron sind hauptsächlcih ungar, und wie gut während der doppelmonarchie multikulti funktioniert hat sah man beispielsweise an der volksabstimmung zum damaligen verbleib.
in bgld sind hauptsächlich deutsch-völkische und kroatische burgenländer, welche seit über 500 jahren nicht viel mit kroation zu tun haben und sich selbsverständlich als österreicher betrachten.
ein paar wenige ortschaften haben ungarische minderheiten, aber ebenso mit wenig verbindungen zu ungarn selbst
Nebenbei gesagt: Burgenland war eine der älteste
Gebiete Ungarns. Auch die ungarischen Ortsnamen deuten darauf hin. Und Burgenland ging nur dewegen
an Österreich, weil die Grossmächte (Antante) Ö. wegen Südtirol entschädigen wollten. Alles andere ist Quatsch.
aber gerade das deutsche volk zeigte um die märzrevolution den wunsch nach demokratie und selbstbestimmung da nur und nur die aristokratie bisweilen im gegensatz zu frankreich, spanien und england das deutsche volk in viele einzelländer zersplittet hat unter der führung von preussen bzw österreich.
und nein, deutsch ist nicht nur ein gemeinsamer sprach- sondern auch kulturraum.
das sage ich als jemand der sich dazu entschieden hat dort (mitteleuropa) nicht zu leben.
Die Volkszählung von 1910 sagt für die Stadt Ödenburg/Sopron aber was anderes:
Ungarn: 15.022
Deutsche: 17.318
andere: 1.592
Wenn Sie natürlich das ganze Komitat Ödenburg meinen, dann kommen Sie schon auf eine ungarische Mehrheit, nur sollte das eh nie als Ganzes zu Österreich kommen. Es ging nur um Ödenburg, und das war zumindest vor dem Krieg noch mehrheitlich deutsch.
Ob eine Fälschung der Abstimmung aber wirklich in dem Maß stattgefunden hat, wie sie für den amtlichen Ausgang erforderlich gewesen wäre (72,8 % für Ungarn) darf mE ruhig bezweifelt werden.
Berührend war eine Ausstellung in den frühen Neunzigerjahren im Lábasház in Sopron, wo zum ersten Mal viele ungarische Originaldokumente aus der Zeit der Volksabstimmung öffentlich zugänglich waren.
Die Manipulationen waren im Bereich der Zulassung zur Volksabstimmung und der Festsetzung des Abstimmungsgebietes.
(Z.B. wurden allein in Ödenburg um ca. 30% mehr Stimmen abgegeben, als die Stadt vor dem 1.WK Einwohner hatte - ein seltener Fall von Bevölkerungszunahme durch Kriegseinwirkungen)
Aber es ist wahrlich müßig, heute darüber zu lamentieren.
Geschichte ist nie "gerecht", und auch nie ohne Ursachen, und die Menschen müssen immer im NACHHINEIN das beste daraus machen.
du weisst aber eh,dass die abstimmung gschoben war,weil wehren haben wir uns eh nimmer können,also was solls....
aber stimmt eh,wir sind eben deutsch,net multikulti...
aber stell da die paranoia vor,die die allierten gehabt hätten,hätt a bei den deutschen gleich mitmachen dürfen...90 millionen deutsche?;-)
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