Telekom kürzt Dividende kräftig

25. September 2012, 09:59
  • Um die Telekom Austria auf Vordermann zu bringen, muss TA-Chef Hannes Ametsreiter derzeit an vielen Schrauben drehen.
    foto: apa/hans-klaus techt

    Um die Telekom Austria auf Vordermann zu bringen, muss TA-Chef Hannes Ametsreiter derzeit an vielen Schrauben drehen.

Das schwächelnde Österreich-Geschäft hat weitere Auswirkungen: Die Dividende wird von 38 auf fünf Cent gekürzt, die Aktie leidet

Das schwächelnde Österreich-Geschäft der Telekom Austria hat nun auch Auswirkungen auf die Dividendenpolitik des Konzerns. Bei einer Aufsichtsratsitzung wurde eine Kürzung von 38 auf fünf Cent beschlossen. Die Aktien rutschten am Dienstag im Frühhandel an der Wiener Börse deutlich ab.

 

Wien - Die bisher dividendenstarke Telekom Austria Group hat am Montag beschlossen, ihre Dividende für das Jahr 2012 deutlich zu reduzieren. Statt bisher 38 Cent sollen sowohl für 2012 als auch für 2013 nur noch fünf Cent an die Aktionäre gezahlt werden. Dies resultiert aus der Erwartung, dass sich das verschärfte Wettbewerbsumfeld in Österreich sich in 2013 fortsetzen wird, verlautete die TA.

Gemeinsam mit den anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen in Osteuropa im Gefolge der Finanzkrise sowie dem regulatorischen Druck wird davon ausgegangen, dass sich dies auf die finanziellen Ergebnisse sowie die Cashflow-Generierung in 2013 erheblich auswirken wird. Erst vor kurzem hatte Konzernchef Hannes Ametsreiter betont, keine Abstriche bei der Dividende vornehmen zu wollen. Stark auf die Maßnahme gedrängt hatte der Investor Ronny Pecik, der im Frühsommer sein Aktienpaket an América Móvil abgegeben hatte und nun für die Mexikaner als Vize-Aufsichtsratschef in der Telekom fungiert. Die Entscheidung vom Montag wird von Insidern als Beweis dafür gewertet, wie stark die Rolle des Neo-Aktionär und dessen Eigentümer Carlos Slim ist.

Der noch vor gut einem Monat getätigte finanzielle Ausblick für das Jahr 2012 wurde allerdings bestätigt. Das heißt, dass weiterhin mit Umsatzerlösen in der Höhe von rund 4,2 Mrd. Euro gerechnet wird und mit einem operativen Free Cashflow von 700 bis 750 Mio. Euro. Inwieweit neuerliche Wertberichtigungen auf das Jahresergebnis drücken könnten, wurde nicht mitgeteilt. Wie berichtet gibt es vor allem im " Hochinflationsland" Weißrussland Probleme.

Mit dem Schnitt reagiert der Konzern darauf, dass das Geschäft längst nicht mehr so läuft wie in Boomzeiten der Telekommunikation. Dem Marktführer Telekom setzen die Kampfpreise von Orange und "3" zu; das Festnetz konnte trotz Konvergenzangeboten nicht zu alter Stärke zurückgeführt werden.

Hohe Investitionen

Außerdem stehen hohe Investitionen ins Netz an, wenn die Telekom bei der nächsten Mobilfunkgeneration LTE die vielgepriesene Technologiemarktführerschaft behalten will. Die Frequenzen für diese schnelle Mobilfunktechnologie hätten eigentlich im Herbst versteigert werden sollen. Doch wegen des ausstehenden Entscheids zum Orange/"3" -Deal hat die zuständige Telekom-Control-Kommission beschlossen, die Frequenzversteigerung und damit den LTE-Ausbau hinauszuschieben. Beobachter meinen, dass diese Verzögerung der TA wegen der vielen Baustellen durchaus zupasskomme.

Ein weiterer Hemmschuh ist die noch immer offene Frage, welche Telekom-Manager rund um die Kurssprünge involviert waren. Wann diese Affäre juristisch abgearbeitet ist, ist derzeit noch unklar. Hier wird gegen Teile des ehemaligen Vorstands ermittelt, er soll mittels einer Marktmanipulation den Kurs kurzfristig angehoben haben, um so der Führungsmannschaft die Boni-Ausschüttung in Höhe von neun Millionen Euro zu ermöglichen. (APA, ruz, DER STANDARD, 25.9.2012)

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Hannes soll endlich gehen... den Kurs so für den Mexikaner herrichten ist doch a riesen Sauerei.

an Daumenschrauben wird eh seit langem gedreht

vielleicht ist bei diesen Schraubendrehern eine Schraube locker UND wann holt man sich das Geld von Hochegger und Co und bei wem?
Oder vielleicht findet man an den Ostgeschäften noch Schlupfwinkel für zu unrecht bezahlte Megaprovisionen.

Bei den Daumenschraubeneingezwängten Mitarbeitern gibts wenigstens keinen unnötigen Spielraum.

Dank Schüssel und Klo is es a so und mit dem Faymanderl als Krone- Companion.

Bravo ihr Mann-Detscher.

Kursverfall

Wie kann sich eigentlich ein Vorstand bei dem Aktienkursverlauf in den letzten 3 Jahren überhaupt halten? Ist es den Eigentümern egal?

der weiß zu viel

und sagt recht wenig
Damit geniest er organisierte Arbeitsplatzgarantie.
Bled is er nicht, der Ametsreiter - aber MC Kinsey und Klo haben ihren Beitrag zu großen Umsätzen Richtung unten geleistet. Und immer nur ausschütten hält zwar den Kurs ...

Wien Sievering

Frage:
Wer wohnt im ehemaligen Ausbildungszentrum für Fernmeldemonteure in Wien Sievering ?

Es hat

in den letzten Jahren behauptet man braucht kein Eigenkapital (zumindest nicht so viel). Dann wurde die ganzen guten Liegenschaften verkauft. Und jetzt ? Österreich ist ein mit Politik/Wirtschaft verstricktes korruptes Land.

Soll heissen

es wurde

so kommts

wenn man statt die "verschwundenen" zig millionen wieder zurückzuholen am vertuschen unter freunden mithilft. was weiss a. eigentlich, dass ihn trotz enster beziehungen zu diversen beschuldigten niemand zu behelligen wagt? danke amon und pendl, danke kopf und cap, danke prammer und fischer fürs helfen beim zudecken des telekom-skandals.

guter Einstiegs/Investitionspreis

ich sehe einen guten einstiegspreis - bis jahresende noch niedriger Preis der Aktie......also jetzt langsam in telekom aktien investieren macht mmn sinn, viel tiefer kanns ja nicht mehr fallen - oder ?
was meint ihr ?

puh

ich hab mir die gleiche frage gestellt, und die müssen sich noch halbieren bevors interessant werden.

so wie der österreichische markt umkämpft is, frag ich mich schon wie die viel gewinn machen wollen. bei LTE werden riesige investitionen fällig und ich glaube nicht, dass viele kunden dafür bereit sind mehr zu zahlen, da 3G eh ausreicht fürs handysurfen und youtube schaun.

bei den osteuropäischen märkten kenn ich mich zuwenig aus, aber ich vermute mal, dass es dort in die ähnliche richtung geht.

Irgendwie fehlt der Hinweis, dass man Schlaff die Anteile für die weißrussische Telefongesellschaft zu massiv überhöhten Preisen abgekauft hat. Heute ist genau diese weißrussische Telefongesellschaft ein massiver Verlustbringer der TA.

Alle Aktionäre (inkl. Steuerzahler) sollten sich noch einmal bei Schlaff bedanken.

naja , die Beamten sinds wohl nicht gewesen

eher das Mismanagement - jetzt verlieren die Volksaktionäre ......

für alle die's nicht wissen:
Managergehälter finanzieren sich in der Regel aus Aktienoptionen. Eine Dividendenkürzung drückt den Kurs massiv nach unten - sprich Hr. Ametsreiter wird dieses Jahr viel weniger verdienen.

Die lange Zeit mit der Politik verhaberte Telekom hatte glaub ich davor nur Chefs denen die eigene Tasche am wichtigsten war...
Gott sei dank wurden Gestallten wie der Schieszler aus dem Unternehmen gejagt.

Na und?

Bei den Aktionären und Spekulanten darf schon mal gespart werden wie ich finde...

Wenn die Telekom die Heuschrecke Pecik wieder loswird, wirds auch wieder Gewinne geben!
Eingehen kann ein Unternehmen wie die Telekom nicht - nichtmal an der Börse ;)

es gibt kein unternehmen auf der welt das nicht eingehen kann. und die telekom ist schon ein eher sinkbares schiff... bei der misswirtschaft die dort betrieben wird.

die telekom gehört SOFORT vollständig privatisiert.

ein derartig ökonomisch schlecht bis politisch korrupt geführtes unternehmen ist neben der telekom hierzulande nur noch in der öbb zu erkennen.

dass die ÖIAG da seit jahr und tag den ehemaligen marktmonopolisten nicht in eine gewinnträchtige entwicklung führen konnte zeigt, dass die telekom filetiert werden muss. in den USA wurde schon in den 1980ern die AT & T in babyballs zerschlagen.

Haben Sie wieder zu viel mit dem Baukasten...

...für den kleinen Finanzinvestor gespielt, "Babyballs" ?

haha, Baby Bells waren natürlich gemeint. ;-)

vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/AT%26T

sinnerfassendes Lesen

Wenn man die Kommentare hier liest wundert man sich nicht über die Ergebnisse der Pisa-Studie. Das Unternehmen schreibt über die Probleme im ÖSTERREICH-Geschäft, die Poster echauffieren sich über Investitionen in Osteuropa. Das Unternehmen kürzt die Dividende wegen dem ÖSTERREICH-Geschäft (falls es noch immer nicht angekommen ist), dass den Bach runter geht. Die Poster wissen aber (natürlich alles insider), dass Retter Pecik endlich die Dividende abdreht die sich vorher böse Politiker in die Tasche gesteckt haben (kleiner Hinweis: das Unternehmen ist seit Jahren zu rund 75% an der Börse und somit sehr wahrscheinlich in Ihrem Pensionsfond).

Und trotzdem kann die ÖIAG auf der HV fast jeden Beschluss und insbesondere solche Beschlüsse mit einefacher Mehrheit durchbringen.

Die hohen Dividendenausschüttungen sind auf dem Mist der ÖIAG und damit in letzter Konsequenz der Politik gewachsen.

Das war übrigens auch seit Jahren ein Kritikpunkt den man regelmäßig in Analysen und Ratings der Telekom lesen konnte!

Wie immer bei der Telekom

gibt es kurz vor der Mitteilung größere Kursbewegungen. Wie immer in die richtige Richtung. Wie immer sieht die Börsenaufsicht keine Ungewöhnlichkeiten.

Ich hab versucht zu verstehen was sie meinen, aber ich seh nix - könnte mir das wer erklären?

Er meint, dass hier Insidergeschäfte stattfinden. Wissende verkaufen die Telekom-Aktien kurz bevor schlechte Nachrichten kommen und kaufen kurz bevor gute Nachrichten bekanntgegeben werden.

Das wäre ein Straftatbestand.

soweit so klar...
aber wann sollte das gewesen sein?
http://business.customer.gatrixx.com/standardA... t&i=526969

Gute Frage, ich muss allerdings zugeben, dass ich das Börsengeschehen im Allgemeinen und die TA im Speziellen nicht in dieser Tiefe im Blick habe.

Dafür müsste man schon entsprechend das Geschehen um kursrelevante News herum verfolgen um eventuell bei signifikanten Abweichungen (Kurs-/Umsatzbewegungen) Anhaltspunkte zu erkennen.

Ich denke, die vage Aussage unseres Vorposters rechtfertigt einen derartigen Aufwand nicht.

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