Innsbruck: Campus Tirol bremst Fusion der Universitäten aus

24. September 2012, 18:06
  • Gegenwind gegen die Pläne des Wissenschaftsministers kommt aus Innsbruck
    foto: dpa/leonhardt

    Gegenwind gegen die Pläne des Wissenschaftsministers kommt aus Innsbruck

Hochschulrat will Kooperation statt Zusammenschlüsse der acht Unis in Innbruck

Innsbruck - Die acht Tiroler Hochschulen wollen acht bleiben, wenn es nach ihnen geht. Die Rektoren vereinbarten, dass sie künftig enger zusammenarbeiten und verstärkt auf Kooperationen setzen wollen. Ziel sei ein "Campus Tirol". Motto: Zusammenarbeit ja, Zusammenschlüsse nein. Die einzelnen Hochschulen sollen nach Wunsch der Hochschulen als solche bestehen bleiben.

Das darf als Signal in Richtung Politik interpretiert werden. Denn: Wenn es nach Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, vormals Rektor der Uni Innsbruck, und Landeshauptmann Günter Platter (ÖVP) geht, dann würden sieben Hochschulen in Tirol auch reichen. Beide Politiker sind Befürworter einer Re-Fusion von Uni und Medizin-Uni.

Ausgegliedert

Unter der schwarz-blauen Regierung wurden 2004 die medizinischen Fakultäten an den Unis Wien, Graz und Innsbruck in eigenständige Unis ausgegliedert. In Innsbruck gibt es seit Töchterles Rektorszeit Bestrebungen, die Med-Uni wieder unters Dach der altehrwürdigen, 1669 gegründeten Uni zurückzuholen - gegen den Widerstand der Med-Uni.

Die Politik hält an ihrer Fusionsvision fest. Aus Töchterles Sicht "macht eine engere Kooperation der beiden Universitäten Sinn, bis hin zu einer Fusion", sagte er zum Standard. Er führt etwa "Effizienzsteigerungen und Interdisziplinarität", aber auch Ranking-Verbesserungen ins Treffen.

Auch Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) begrüßt zwar eine "möglichst enge Zusammenarbeit", betont im Standard-Gespräch aber: "Das Land Tirol steht nach wie vor hinter dem Vorhaben des Wissenschaftsministeriums, Uni und Medizin-Uni Innsbruck zusammenzulegen. Dieses Vorhaben steht nicht im Widerspruch zum Campus Tirol." (nim/ver, DER STANDARD, 25.9.2012)

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11 Postings
Das Bild vom Schispringer ist aber irreführend

bekannterweise springen die bei moderatem Gegenwind ja ihre Höchstweiten

Die angeblich "notwendige" Trennung der Universitäten damals - vor wenigen Jahren -war ja

nur eine der vielen Pfuschaktionen im Zuge der vielen "Reformen" an den Universitäten und eigentlich nur zur Errichtung von Versorgungsposten gedacht.

Eine Zurücknahme der Trennung (Fusion) nach so kurzer Zeit wäre ein Eingeständniss in der Vergangenheit wider besseren Wissens Fehler gemacht zu haben.

Die Trennung hatte wohl auch politische Gründe (links-rechts Teilung?).

Böse Zungen behaupten ja, dass das Verhältnis administrativ Angestellter zu Studenten an der MUI 1:2 sein soll....

Aber Gott sei Dank gibt es ja den Krankenstand...

Keine "acht Unis" in Tirol

Zur Unterüberschrift: es gibt keine acht "Unis" in Tirol, sondern zwei Unis (Universitäten) und sechs (Fach-) Hochschulen.

naja, die UMIT vergisst man gerne ;-)

also drei Unis

Danke...

... für die Berichtigung. Die "UMIT" hatte ich verdrängt.
Der Vollständigkeit halber hier die gesamte Liste der acht Hochschulen in Tirol: Universität Innsbruck; Medizinische Universität Innsbruck; UMIT (Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall); MCI Management Center Innsbruck - Die Unternehmerische Hochschule (R); fh Gesundheit/fhg - Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol GmbH; FH Kufstein; Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) - Edith Stein; Pädagogische Hochschule Tirol.

Da haben Sie Recht, die UMIT vergisst man gerne.

Dass eine FH keine Uni ist verhindert aber nicht dass eine Uni eine Hochschule ist.

ein hinweis fürs verständnis ist es trotzdem :)

Das sollten vielleicht nicht unbedingt die Leute entscheiden, die nach der Fusion den Job verlieren würden.

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