Backhausen hängt an Scheich Al Jabers Faden

Verena Kainrath
24. September 2012, 18:02
  • Die Tochter des Scheichs soll in die Geschäftsführung des 
Textilherstellers einziehen. An Backhausen hängen in Österreich mehr als
 hundert Arbeitsplätze.
    foto: standard/matthias cremer

    Die Tochter des Scheichs soll in die Geschäftsführung des Textilherstellers einziehen. An Backhausen hängen in Österreich mehr als hundert Arbeitsplätze.

Der Traditionsbetrieb braucht Hilfe. Scheich Mohamed Al Jaber soll sich mit der versprochenen Rettung aber Zeit lassen

Der Traditionsbetrieb braucht Hilfe. Scheich Mohamed Al Jaber soll sich mit der versprochenen Rettung aber Zeit lassen. Backhausen hofft auf seine Netzwerke. Die Branche ist skeptisch.

 

Wien - Scheich Mohamed Al Jaber hat es nicht so mit Terminen. Bei der maroden Skifirma Kneissl zögerte der austrosaudische Investor seine versprochene Geldspritze so lange hinaus, bis das Traditionsunternehmen in die Pleite schlitterte. Luxushotelprojekte in Wien wurden nie realisiert, da er seine Zahlungszusagen nicht einhielt. Ein millionenschwerer Deal mit Austrian Airlines platzte.

Nun nimmt sich Al Jaber erneut eines klingenden Namens an. Der Scheich steigt beim einstigen K. & K. Hoflieferanten Backhausen ein. Allein der Weg dorthin ist mit Pannen gepflastert. Vergangenen Freitag sollte die Welt darüber offiziell informiert werden. Doch "wichtige, kurzfristige Konferenzen" des Scheichs zwangen den Betrieb da- zu, den Termin zu verschieben.

"Erfahrung im Hotelgeschäft"

Auch der zweite Versuch einer Pressekonferenz scheiterte - aufgrund " Ereignissen außerhalb seines Einflussbereiches". Für kommenden Donnerstag ist nun ein erneuter Anlauf geplant - für wann genau lässt Al Jaber noch offen.

Seinen vertraglich vereinbarten Zahlungsverplichtungen an Backhausen soll er im Übrigen laut Profil bisher noch nicht nachgekommen sein. Involvierte Banken wollen sich dazu nicht näher äußern.

Spekulationen am Markt, dass die neue Partnerschaft unter keinem guten Stern stehe, prallen bei Backhausen ab. Al Jabers umfangreiche Erfahrung in der Hotelbranche, in der auch der Textilhersteller tätig ist, und die Tatsache, dass er 60 Luxushotels besitze, sei entscheidend dafür gewesen, sich für ihn als neuen strategischen Partner zu entscheiden, lässt Eigentümer Reinhard Backhausen auf Anfrage wissen. Al Jaber verfüge über große Netzwerke im arabischen Raum, die sein Betrieb für die Expansion nutzen könne.

Wie einst bei Kneissl wird künftig auch bei Backhausen die Tochter des Scheichs als Kogeschäftsführerin eingesetzt. Bei Kneissl allerdings war sie dem Vernehmen nach niemals operativ tätig. Mashael habe das Studium des Business-Managements am Kings College erfolgreich absolviert und zudem Erfahrung im Hotelgeschäft, ist Backhausen überzeugt.

Über die Höhe der Beteiligung Al Jabers wurde Stillschweigen vereinbart. Die aktuelle Auftragslage sei erfreulich, der operative Cashflow positiv. Für das laufende Jahr zeichneten sich zwölf Millionen Euro Umsatz ab. An der Bilanz 2011 werde noch gearbeitet. Fertig sei eine neue Vertriebsstrategie, mit der man sich in Zukunft auf weniger preissensitive Märkte fokussiere, so Backhausen weiter, der den Betrieb in sechster Generation führt. Seinen hochwertigen Stoffen könne die Billigkonkurrenz aus Asien nichts anhaben.

Backhausen mit Verkaufszentrale in Wiens Innenstadt hüllt seit mehr als 150 Jahren Möbel mit Dekorstoffen ein. Gefertigt wird für den Fachhandel und Repräsentationsbauten in 40 Ländern weltweit. Doch in vielen Märkte brachen die Kunden weg. Seit 2004 sank der Umsatz um gut acht Millionen Euro. 2010 gab es Verluste von 647.000 Euro. Auf Druck der Banken wurden daraufhin im Vorjahr Konzepte zur Restrukturierung und Finanzierung erstellt.

In Österreich hängen 104 Ar- beitsplätze am Bestand des Unternehmens, sie finden sich überwiegend in der eigenen Produktion in Hoheneich im Waldviertel. (Verena Kainrath, DER STANDARD, 25.9.2012)

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19 Postings
hoffentlich geht das gut!

wäre ewig schade, wenn der scheich-der-nicht-reich (in cooperation mit den banken) auch dieses unternehmen umbringen würde.

weil schöne stoffe machen sie wirklich, und gerade diese gegend braucht die "paar" arbeitsplätze wie einen bissen brot.

So ein Nepochant - nur 60 Luxushotels!

Mit einer Accorhotelaktie bin Mitbesitzer von 4.400 Hotels weltweit!

"60 Luxushotels"

hier 16 davon www.starshotels.com aber ob die ihm gehören?? http://m.lesechos.fr/services/... 582506.htm

denen muss es wirklich dreckig gehen, wenn sie sich Al Jaber als Partner holen.

lesen die alle keine Zeitungen? warum fällt auf den noch irgendwer rein?

R.I.P.

ein weiteres opfer der 'geiz ist geil' Gesellschaft...

...aber vielleicht gehts auch bald wieder bergauf...

... warum überrascht mich das gar nicht ...

... ich mein: WARUM überrascht mich das gar nicht,
nein warum überrascht mich das nicht ...
... ach ja: Stoffe; damit hat ein anderer brandzündler auch angefangen, und jetzt im-mobilisiert er in der mongolei ... ich hoffe/fürchte, dort gibt's einfach noch gute versicherungen ...

warum gegen den nicht längst ermittelt wird frag ich mich schon lange

Wenn ich ein reicher Scheich wäre, würde ich mir hier auch etwas einen Jux mit den Pleitiers machen ...

Wie beim Hunderennen, wo die dem falschen Hasen nachlaufen.

Scheich?

Mit welchen Royals aus Fernost soll er denn verwanndt sein? Welchen Stamm führt er denn an?

Konkursreif?

also der Backhausen fertigt nun einmal fast nichts
mehr im Haus - und das seit Jahrzehnten
Frueher liess man von Baumann (wenn es den noch
gibt) produzieren
Und wer seine Hoffnung auf den Austroaraber setzt,
waere besser beraten gewesen, schon vor 12 Monaten
Konkurs zu eroeffnen, um Verschleppung zu ver-
meiden

das ist nur teilweise richtig

aber teilweise natürlich.

schwachsinn

Backhausen produziert alle seine Jaquardprodukte selbst. Diese fertigt er auch für Verleger wie JAB(D), oder Inku, Englisch, Sonnhaus, und viele andere...

Man muss dieses Unternehmen nicht schlecht machen. Die Produktion in Hoheneich kann jeder besuchen kommen...

Schwachsinn

Backhausen ist der Leader in Sachen flammhemmende Stoffe für den Objektbereich, aber nicht nur, auch ausgesprochen hochwertige Möbelstoffe für den Privatbereich werden dort produziert. Er fertigt für diverse Verleger JAB, Englisch, INKU, usw... mit Weltruf, in Hoheneich. Eine derartige Liebe zur Qualität ist heutzutage selten. Einen Vergleich zu ziehen mit den günstigen Produkten die seinerzeit Baumann vor der Insolvenz produziert hat, ist nicht nachvollziehbar. Vor allem hatten die bei weitem nie diesen wahnsinnigen Qualitätsanspruch.

Bitte schauen Sie mal vorbei in der Produktion, damit Sie sehen, was dort gemacht wird. Vielleicht entwickelt sich bei Ihnen dann ein wenig mehr Respekt, für ein Stück unserer Kultur, das es zu erhalten gilt

schade um dieses Unternehmen...

Das wird's mit dem Herrn Jaber nicht mehr lange geben, fürchte ich.

Al Jaber ...

Uijegerl, wenn das nur nicht ins Aug' geht, denn Al Jaber hat doch schon einige Investementinteressenten hängen lassen, von AUA über Kneissl zu Schwarzenberg.

Zum "Scheich" gibts nicht weniger interessante Geschichten aus England, Frankreich, Tunesien und Portugal, nur kopieren unsere Medien viel lieber APA-Pressemitteilungen anstatt selbst zu recherchieren. Afrikanische Medien sind da offensichtlich schon weiter: http://economie.jeuneafrique.com/regions/i... -bois.html

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