Nackenschmerzen: Was wirkt und was nicht

  • Osteopathie bewährt sich in der Behandlung des Zervikalsyndroms ebenfalls.
    foto: apa/melanie klenke

    Osteopathie bewährt sich in der Behandlung des Zervikalsyndroms ebenfalls.

Viele Therapien mit wenig Wirkung - Nachhaltige Erfolge erzielen Betroffene mit Heilgymnastik und manueller Behandlung

Wien - Etwa eine halbe Million Österreicher leidet im Laufe eines Jahres mindestens einmal an Nackenschmerzen. Was hilft wirklich gegen diese Beschwerden? Diese Frage stellen sich Betroffene und Ärzte gleichermaßen. Eine Analyse der Studien bringt Ergebnisse.

Schmerztabletten, Injektionen, Akupunktur, Wärmebehandlungen und Massagen - Therapieoptionen gibt es beim Zervikalsyndrom viele. Der Frage, welche davon am vielversprechendsten ist, hat nun Österreichs größte Gesundheitsplattform Netdoktor gemeinsam mit der österreichischen Zweigstelle der Cochrane Collaboration evaluiert. Insgesamt flossen in die Recherche zum Thema Nackenschmerz Übersichtsarbeiten mit den Resultaten von rund 200 Studien ein.

Schmerzmittel und Muskelrelaxantien

Bei Nackenschmerzen wird oft zu gängigen Schmerzmitteln in Tablettenform wie nicht-steroidale Antirheumatika oder Paracetamol gegriffen. Eine ausführliche Literaturrecherche zeigt jedoch, dass ihre Wirkung bei Nackenschmerzen nur unzureichend untersucht ist. Für rezeptpflichtige Schmerzmittel aus der Wirkstoffgruppe der Opioide liegen gar keine Untersuchungen vor.

Einige Studien gibt es hingegen zur Wirkung muskelrelaxierender Präparate. Ob diese das Zervikalsyndrom tatsächlich verbessern, dazu liefern diese Studien aber widersprüchliche Ergebnisse. Überraschendes Ergebnis der Recherche: Die Wirksamkeit von Massagen und Stromtherapien ist nicht bewiesen.

Als nachhaltig wirksam hat sich lediglich die Kombination von Heilgymnastik und manueller Therapie (Mobilisations- oder Manipulationstechniken wie die Chiropraktik, Anm. Red.) herausgestellt. Gut abgeschnitten in der Wirksamkeitsbeurteilung haben auch die Akupunktur (bei chronischen Nackenschmerzen) und lokale Injektionen mit Betäubungsmitteln.  

Osteopathie und Diätetik

Osteopathie und verschiedene Pflanzenzubereitungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin könnten ebenfalls erfolgreiche Wirkung zeigen. Eine detaillierte Übersicht der wirksamen und nicht wirksamen Therapiemethoden zeigt das Factsheet "Nackenschmerzen". Dort finden sich auch Anregungen für Entspannungsübungen, die im Büro oder zu Hause durchgeführt werden können.

NetDoktor.at und die österreichische Zweigstelle der Cochrache Collaboration erarbeiten gemeinsam Patienten-Factsheets mit einer Wirksamkeitsbewertung von Therapien, die häufig angewandt werden. Aktuell entstehen Factsheets zu den Themen "Erhöhter Cholesterinspiegel" und "Polyzystisches Ovarsyndrom". (red, derStandard.at, 24.9-2012)

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