Ubuntu: Aufregung um Amazon-"Empfehlungen" im Desktop

  • Zeigt jetzt auch Suchergebnisse von Amazon an: Der Unity Dash von Ubuntu.
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    grafik: jono bacon / canonical

    Zeigt jetzt auch Suchergebnisse von Amazon an: Der Unity Dash von Ubuntu.

Neue Version integriert Kaufvorschläge in die Unity-Suche - Mark Shuttleworth verteidigt Entscheidung

In wenigen Wochen soll es bereits wieder eine neue Version der Linux-Distribution Ubuntu geben, die zahlreiche Verbesserungen verspricht. Eine quasi in letzter Minute aufgenommene Änderung sorgt nun aber für einige Aufregung in der Community: Mit der neuen Version wird die integrierte Suchfunktion von Unity auch Produktergebnisse von Amazon liefern.

Vorwurf

KritikerInnen sehen darin einen Eingriff in ihre Privatsphäre, würden so doch unweigerlich sämtliche Suchbegriffe an Amazon geschickt. Andere wiederum lehnen solch eine Art der "Produktplatzierung" aus grundlegenden Gründen ab. Die Möglichkeit das entsprechende Paket nachträglich zu deinstallieren sei zwar gegeben, es gehe aber eben auch um die Default-Einstellungen.

Reaktion

Eine Kritik, die nun auch Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth auf den Plan gerufen hat, der die Kritik unmissverständlich als "FUD" ("Fear, Uncertainty and Doubt") bezeichnet. Es gehe keineswegs darum Werbung im Desktop unterzubringen, wie manche nahelegen würden. Viel mehr sei dies Teil eines größeren Plans: Künftig soll die Unity-Suche nämlich sowohl lokale als auch Online-Ergebnisse liefern - die Amazon-Integration sei hier nur als erster Schritt zu verstehen.

Patch

Der Kritik, dass solch ein Feature nicht von Haus aus aktiviert werden oder zumindest konfigurierbar sein sollte, begegnet Shuttleworth mit dem Hinweis darauf, dass es sich hier erst um eine erste Version handle, und Patches gerne angenommen werden. Zudem könne man mit Shortcuts wie Super-A oder Super-F auch jetzt schon gezielt nur nach Anwendungen oder Dateien suchen - ganz ohne Amazon-Ergebnisse also.

Vertrauen

Zudem würden auch keinerlei Daten direkt an Amazon geschickt, sondern den Umweg über Canonical nehmen - womit die Anonymität der NutzerInnen gewahrt bleibe. Und Canonical müsse eine Ubuntu-Nutzerin ohnehin schon vertrauen, immerhin liefere das Unternehmen die Updates für das System aus, und habe somit eigentlich Root-Zugriff auf alle Systeme.

Umsetzung

Kritik gibt es allerdings auch an der konkreten Implementation dieses Features: Derzeit werden nämlich alle Anfragen unverschlüsselt durchs Web geschickt, Dritte könnten so also theoretisch alles mitlesen, was im Unity Dash eingetippt wird. Bei Canonical verweist man in dem Zusammenhang darauf, dass dieser Fehler erst vor kurzem gemeldet wurde, auf eine Behebung noch vor der fertigen Release von Ubuntu 12.10 darf insofern zumindest gehofft werden.

Motivation

Auch wenn Shuttleworth die Zusammenführung von On- und Offline-Ergebnissen betont, bleibt natürlich der Umstand, dass es sehr wohl auch eine andere Motivation für die Wahl von Amazon gibt: Bisher ist es Canonical trotz all der Popularität nicht gelungen ein wirklich funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Die Entwicklung wird weiterhin primär durch private Zuwendungen von Shuttleworth persönlich finanziert, der über den Verkauf des Zertifikatsspezialisten Thawte an Verisign in den Neunziger Jahren zum Softwaremilliardär wurde.

Einnahmen

Die Amazon-Integration könnte insofern zumindest ein Puzzlestück zur finanziellen Unabhängigkeit von Ubuntu sein, wie auch Olli Ries, Technologiechef von Canoncial gegenüber ZDNet betont: "Für einige dieser Inhalte bekommen wir, wenn die Nutzer in Folge etwas kaufen, eine Gewinnbeteiligung. Diese können wir wiederum in das Projekt rückinvestieren". Dieser "Affiliate Revenue" habe sich als gute Einnahmequelle erwiesen, so Ries weiter. (apo, derStandard.at, 24.09.12)

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Ich bin auch Ubuntu User. Meine Meinung: erst mal abwarten und dann eventuell aufregen. Einerseits erhofft sich Linux einen festen Platz im Desktopbereich, andererseits haben viele Benutzer "Angst" davor Linux zu benutzen, da sie Windows gewohnt sind und vieles nur unter Windows funktioniert - das ist nun mal Tatsache (trotz Wine). Weiters Tatsache ist, dass ich diesen Schritt nicht mal schlecht finde. Erstens könnte Ubuntu so mehr Ängstliche anlocken und zweitens werden vielleicht doch noch mehr Unternehmen (Spieleentwickler,...) auf Linux "aufmerksam". Wie gesagt: abwarten!

Ich bin voll für Open Source, denn diese Konzerne mit ihrer lästigen Werbung können mich mal ...
Es lebe Linux!

Ubuntu goes casual ..

... Ubuntu wird immer mehr zum Kommerz-Linux :-(

Kann ganz leicht deinstalliert werden:

sudo apt-get remove unity-lens-shopping

Quelle: http://www.heise.de/open/meld... 15366.html

Besser wäre, wenn es ganz einfach installiert werden könnte. Opt-in statt opt-out.

Wie erwartet, wird die Funktion optional...

http://www.omgubuntu.co.uk/2012/09/i... -the-works

So, Conancial schein zu reagieren.

Die Funktion wird, wie erwartet,optional

http://www.omgubuntu.co.uk/2012/09/i... -the-works

"Viel mehr sei dies Teil eines größeren Plans:"

Er will Geld sehen. - Und egal, was er sagt, ja, das *IST* Werbung.

Er hat offenbar vor, mit Ubuntu eine Art "Mac OS X auf Linux" aufzubauen, nachdem das mit dem "RHEL-Konkurrenten" nicht so hinhaut, wie er sich das vorstellt...

Es erscheint irgendwie "unmoralisch", das ist klar. Aber sollte es funktionieren, wäre das gar nicht mal was Schlechtes für die Linuxgemeinschaft: Wir werden IMMER freie Distris haben, es sind schließlich mehrere Hundert.

Aber es ist irgendwie auch nicht so schlecht, wenn der Mann *Erfolg* hätte - ich wünsch es ihm; denn dann könnten andere sehen, dass Linux nicht gar so "abenteuerlich" ist, und das wiederum könnte zu frischen Investitionen führen. Ubuntu wird allerdings erstmal kräftig an Popularität einbüßen...

Richtig, und wenn Ubuntu Erfolg haben sollte, dann könnten auch andere Linux-Distris davon profitieren.

Die ganze Sache mit EA Games und Valve z.B. würde ohne Ubuntu wohl gar nicht kommen...

So gesehen wäre es nicht all zu schlecht ..

.. aber trotzdem noch mit Vorsicht zu geniesen. Viel zu schnell könnten so "Ubuntu-only" Features Einzug halten ...

sudo apt-get remove unity-lens-shopping

und wem das zu technisch ist.....

https://dl.dropbox.com/u/7027392... l-home.png

verstehe die Aufregung nicht!

Es geht darum, dass sowas nicht default sein sollte.

Die Aufregung ist nicht unbegründet. ;)

Schließlich tut man bei Ubuntu ja immer so, als wäre es "die Distri für Anfänger", oder "die Distri, an der man nicht so viel herumdoktorn muss".

Und jetzt haben sie ein Element erschaffen, das man erst wieder "hinfortkonfigurieren" muss. Also konsistent ist was anderes...

"die Distri für Anfänger", oder "die Distri, an der man nicht so viel herumdoktorn muss".

Der war aber gut ...

guter Artikel zum Thema..

ist auch hier zu finden:
http://linuxundich.de/de/ubuntu... more-20297
Da landet einiges an Daten bei Canonical, zumal das Tool wohl bei jeder Suche aktiv ist und die Anfragen weiterreicht.
Ich habe kein Problem damit, Canonical Geld zukommen zu lassen, denn ich finde Ubuntu als BS sehr gut. Persönlich kann ich mir z.B. vorstellen für eine LTS zu spenden/zahlen - mach' ich seit 8.04 so.
Ich mag aber dieses "durch die Hintertür" nicht.

Irgenwie muss auch Canonical Geld verdienen.
Bei den Ubuntu Usern ist nicht viel zu holen.
Also eben Partner suchen.
Finde ich jetzt nicht schlimm.
Und einfach Shortcuts wie Super A und Super F, liefern wie im Artikel steht, ohnehin Ergebniss ohne Amazon.
Also für mich nur ein Sturm im Wasserglas...
Verschlüsselung wäre allerdings gut. ;-)

auch dein arzt will geld verdienen, deshalb schleust er aber nicht deine daten unverschlüsselt an den nächsten orthopädieladen - ist zumindest zu hoffen.

Bitte genau lesen.
Ich finde es auch gut, wenn das verschlüsselt wird.
Ansonsten allerdings finde ich es nicht so schlimm.
Mich würde ja interessieren wieviel der Personen, die sich hier drüber aufregen, ein Apple Produkt haben.... ;-)

unverschlüsselt?

Tragisch, das es in einer absolut nicht für den Produktiveinsatz vorgesehenen BETA noch unverschlüsselt ist...

artikel gelesen?

der arzt wird aber für seine leistung bezahlt !!! ubuntu ist gratis

bei debian funktioniert es, und ohne debian gäbe es ubuntu nicht.

oh ja stimmt, und debian ist ja so nutzerfreundlich wie ubuntu und wird ja von millionen leuten verwendet... *facepalm*

Was genau ist denn Ihrer Meinung nach an Debian nicht benutzerfreundlich?
Maximal, dass es nicht so viele Fremd-Repos gibt, aber deren Einbindung nimmt ein "0815-User"/DAU/... sowieso nicht vor.

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