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Arzt und Künstler Taher Summaq soll mit seiner Familie weg aus der türkischen Grenzprovinz, wo Assad-Anhänger auftauchen. Foto: Bernath
Den Grenzzaun, der sich an den Hügeln entlangschlängelt, sieht man von der Wohnungstür, ebenso die Jeeps der türkischen Armee, die im Sonnenlicht glänzen. "Ich will in kein Lager", sagt Taher Summaq, "wenn sie mich in ein Lager stecken wollen, gehe ich lieber wieder zurück nach Syrien. Ein bisschen näher an die Grenze." Dort hat die Rebellenarmee die Kontrolle, anders als in Idlib, der Nachbarprovinz, von wo Summaq, der Doktor, mit seiner Familie geflüchtet ist. Frau, fünf Kinder und seine Abschlussarbeit von der Kunstakademie hat er ins Auto gepackt und ist in die Türkei gefahren, wo die syrischen Flüchtlinge nicht mehr recht willkommen sind, zumindest nicht solche Freigeister wie der Doktor.
Vor ein paar Tagen kam die Polizei vorbei, freundliche Beamte, die dem Familienvater eröffneten, dass er nun aus der Wohnung müsse und in eines der Flüchtlingslager an der Grenze oder tiefer in die Türkei, wenigstens 200 Kilometer weg von hier. Taher Summaq aber will in der türkischen Grenzstadt Reyhanli bleiben. Er hat Pläne. Apparate aus seinem Medizinlabor will er aus Idlib hierherschaffen und sich nützlich machen, wenigstens ein bisschen Geld verdienen, um die Familie zu ernähren.
Irgendwie kann er die Anweisungen zur Umsiedlung nicht glauben, die nun die syrischen Flüchtlinge erreichen. Die türkische Regierung wolle ein bisschen Aktivität zeigen, um die Alawiten in Hatay, der nahegelegenen türkischen Provinzhauptstadt, ruhigzustellen, meint Summaq. Aber die Welle rollt schon.
In Istanbul, am anderen Ende der Türkei, hat Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu am vergangenen Freitag zu einem großen "Friedenstreffen" auf einem öffentlichen Platz eingeladen mit schönen Losungen und pazifistischen Liedern. "Friedensdemonstrationen" und "Konzerte für den Frieden" gibt es allenthalben auch in Hatay, der Provinz im Südwesten, die einmal zu Syrien gehört hat und wo arabisch-stämmige Alawiten hier und da noch eine Mehrheit haben. Gegen den Krieg und die Flüchtlinge wie den Doktor Summaq erheben sich immer lauter Stimmen. Bei Protestmärschen in Hatay gegen den Kurs der türkischen Regierung tauchen gar Porträts von Bashar al-Assad auf.
Es ist eine komplizierte politische Gleichung, die der Krieg im Nachbarland für die Türken aufgestellt hat: Die türkischen Aleviten - säkular eingestellt und meist Gegner der sunnitisch geprägten Regierungspartei AKP - machen gemeinsame Sache mit den Alawiten von Assad, so lautet der Vorwurf. Vielen Türken sind die Unterschiede zwischen Aleviten und Alawiten unbekannt oder gleichgültig; sie gelten ihnen gleichermaßen als verdächtige Sektierer. Andererseits fühlt sich eine Mehrheit im Land zunehmend unbehaglich angesichts der scharfen, aber augenscheinlich wirkungslosen Reden gegen Assads Regime. Die pazifistischen Töne der Sozialdemokraten von der CHP verfangen. Parteichef Kilicdaroglu ist ein Alevit.
So hat die Regierung in Ankara also die Notbremse gezogen und die Umsiedlung der syrischen Flüchtlinge verfügt, weg von den unruhigen Alawiten in Hatay. Sie fürchtet auch das Einsickern des syrischen Geheimdienstes, der in der Türkei Spannungen schüren oder gar Anschläge ausführen könnte.
Rund 20.000 Syrer haben sich in der Provinz Hatay Häuser und Wohnungen gemietet und zum Teil auf Monate vorausbezahlen müssen. Die Hälfte von ihnen soll in den vergangenen zwei Wochen in türkische Großstädte am Mittelmeer und weiter in Anatolien gezogen sein. 600 Familien gibt es in Reyhanli, keine Alawiten-Stadt. Es sind Syrer der Mittelklasse wie Taher Summaq, die visumfrei einreisen und sich nun mit dem Verkauf von Familienschmuck über Wasser halten.
Der 50-jährige Arzt hatte sich neben seinem Laborgeschäft noch Zeit für ein Kunststudium in Aleppo genommen. Als die Freie Syrische Armee im Frühjahr, durch Waffenlieferungen unterstützt, militärische Siege über das Regime zu erringen begann, malte Summaq seine Abschlussarbeit. Von April bis Juni, acht Bilder mit unterschiedlichem Format.
"Tagebuch eines Landes" heißen sie, "Syrien - wohin?" wollte die Universitätsverwaltung nicht haben. "Das ist mein Guernica", sagt Summaq, eine surreale Infernolandschaft, inspiriert von Picassos Kolossalgemälde aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Ungeheuer und bedrohliche Stachel wachsen aus dem Boden und verzehren die Menschen, ganz am Ende begrüßen zwei Hähne den neuen Tag. Wie lange das dauern wird bis zur Morgendämmerung? "Nicht weniger als zwei Jahre", sagt Taher Summaq. (Markus Bernath aus Reyhanli, DER STANDARD, 24.9.2012)
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man kann ja als europäer durchaus sympatien für die säkulären alawaiten hegen, dass gibt aber assad nicht das recht teile seiner sunnitischen bevölkerung niederzumetzeln. so wird es sicher nicht zueine lösung der probleme in syrien kommen. assad dauernd durch die beschuldigung der einmischung von aussen zu entlasten wird dann auch nicht reichen. hier wird immer vor den genozidähnlichen zuständen in syrien aus ideologischen gründen die augen zugemacht. wie als hätten sozialistische parteien das recht automatisch auf ihrer seite.
ich hoffe, dass die un ausreichend hilfe nach syrien bringen kann, die situation ist desaströs, wie das video über einen arzt in aleppo zeigt: http://mar15.info/2012/09/i... ory-video/
Würde auch ziemlich schnell zu mehr Frieden führen. Schade, dass diese übergroßen Länder oft zu Kriegsspielchen neigen...
Im übrigen hatte Vater-Assad die pkk zu ihrer jetzigen Grösse verholfen!!
Jahrelang wurde die pkk logistisch und finanziell unterstützt! Und Öcalan war Dauergast des Syrischen Geheimdienstes in Damaskus!
Also erstmal Geschichte lernen!!
Fazit: Man kann Geschichte wohl mindestens immer aus 2 Blickwinkel betrachten und in Beiden Fällen recht haben..
Die pkk wird auch von den USA und der EU als solche eingestuft!
Lesen sie mal zu der pkk den Deutschen Bericht des Verfassungsschutzes!
Ich habe niemals behauptet,dass Kurden schlechte Menchen sind!
Lesen sie mal genau was ich geschrieben habe!
Von Saddam Hussein war hier nicht die Rede.
Der war genauso grausam wie Assad und hat auf seine eigenen Landsleute geschossen!
Halt ein Diktator.
Assad wird früher oder später hoffentlich genauso enden!
in der region der tuerkei gibt es tuerkische , arabische und kurdische aleviten.
die arabischen aleviten fuehlten sich niemals zur tuerkei gehoerig, sondern eben zur provinz latakia gehoerig. auch damals wurde die heutige grenze zwischen syrien und der tuerkei willkuerlich gezogen.
ein pulverfass, auf den schon hingewiesen wurde
http://derstandard.at/plink/133... id25975601
Es sind zwei ziemlich verschiedene Religionen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aleviten
http://de.wikipedia.org/wiki/Nusairier
Nusairier ( auch Alawiten) sind Teil der nahöstlichen, schiitischen Gemeinschaft und der letzte Überrest der irakischen Ghulu.
Nusairier sehen sich selbst als Abspaltung der Schia.
Zu diesem Zeitpunkt versuchte al-Sadr seinen Einflussbereich auch nach Syrien auszudehnen und der syrische Präsident Hafiz al-Assad – ein Nusairi – benötigte dringend eine Anerkennung als Muslim, nachdem sunnitische islamistische Gruppen in Syrien forderten, in der Verfassung solle festgeschrieben werden, dass der Präsident des Landes ein Muslim sein solle. Die Schi’a bezeichnet die Nusairier vereinzelt als ihre „kleinen Brüder“. Aber auch hier ist eine offizielle Stellungnahme nicht nachzuweisen.
die tuerkischen aleviten und die arabischen aleviten=alawiten fuehlen sich nicht nur verwandt, nein sie sind auch solidarisch(http://derstandard.at/plink/133... d26623760) auch wenn sie sich religioes in ihren traditionen unterscheiden, diesbzgl. haben sie oder auch @casus belli mit dem ich diskutierte recht!
und eben auch in der provinz antakya der tuerkei gibt es sehr viele tuerkische UND vor allem arabische aleviten, die sich mehr zu syrien gehoerig fuehlen, als zur tuerkei.
in die BRD sind sehr viele tuerkische aleviten eingewandert und in die damalige DDR sehr viele arabische aleviten=alawiten aus syrien.
Sie schrieben...
die sich mehr zu syrien gehoerig fuehlen, als zur tuerkei.....
Der Vollständigkeit halber sollten man auch noch ausführen, warum sich die Bewohner von Antakia eher als Syrer denn als Türken fühlen.
Da Sie dies offensichtlich diese Fakten nicht publiziert sehen wollen, will ich das für Sie erledigen.
1932 wurde das Gebiet von Antakia vom Völkerbund für 100 Jahre an die Türkei übergeben.
Da sich das Jahr 2032 bereits ankündigt wird seit etwa 10 Jahren nin Antakia nichts mehr investiert. Die Autobahnen verfallen, die Strassen haben Löcher, daß man Hunde darin verstecken könnte.
Die Familien wurden damals auseinander gerissen.
Pepi Berger
In Syria, Iraq, and the Turkish provinces bordering those countries, Arabic-speaking groups with beliefs and practices r e s e m b l i n g those of Turkish-speaking Alevis are called Nusayri, Alawite, or Alouite. Smaller sects in Iraq and Iran are called Ahl-i Haqq (Ali Ilahis) and Shabak. Some scholars group many of these sects into a broad category called the Ghulat. Today’s Anatolian Alevis do not often associate themselves with these groups in Iran, Iraq or Syria.
http://www.alevibektasi.org/index.php... &Itemid=69
auch wenn die aleviten das nicht gerne assoziert haben moechten, doch die aehnlichkeiten sind nicht von der hand zu weisen.
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