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vergrößern 800x296"Ich mag Altbauten. Ich mag es, zu spüren, dass eine Wohnung Geschichte trägt." Schauspielerin Sabrina Reiter mit Kater Joko in ihrer WG in Wien-Mariahilf.
Sabrina Reiter, derzeit in der ORF-Fernsehserie "Braunschlag" zu sehen, wohnt in einer Wiener WG. Wojciech Czaja staunte über die sonderbaren Einbauten der Vormieter.
"Das ist nicht die erste WG, in der ich wohne. Früher habe ich mit meinen Freunden in einer WG im 16. Bezirk gewohnt, ganz in der Nähe vom Brunnenmarkt. Seit ein paar Monaten sind wir jetzt in dieser 180-Quadratmeter-Wohnung in der Nähe von der Mariahilfer Straße. Ich wohne hier mit meinen vier Freunden aus der Film- und Werbebranche, wir kennen uns schon ewig lange, mit meinem vierjährigen Sohn Finn und unserem Kater Joko. Der hat's gut! Schläft jede Nacht in einem anderen Bett!
Schon das Stiegenhaus ist eine Wucht. Es gibt einen Luster und zwei wunderschöne, marmorierte Säulen. Die Wohnung ist im ersten Stock. Man kommt rein und steht sofort in der Wohnküche. Das Gute daran: Die Raumhöhe beträgt mehr als vier Meter. Das Schlechte: Die halbe Wohnung ist noch Baustelle, alles ist 'in progress'. Wir haben eine alte, ausrangierte Couch, ein paar Kinostühle und eine Holzplatte, die auf einer alten Kommode balanciert. Das ist vorerst mal unser Esstisch.
Aber die Situation wird sich bald ändern. Der Vater einer meiner Mitbewohner ist Tischler. Der wird uns einen Tisch aus altem Holz bauen. Ansonsten brauchen wir noch allerhand Möbel. Wir suchen zum Beispiel eine schöne Sechzigerjahre-Couch. Eigentlich ist nur die Küche schon fertig. Das ist ein modernes Ding mit lauter Hightechgeräten. Und die Beleuchtung im Gang ist auch schon fertig. Ein anderer Mitbewohner ist nämlich LED-Liebhaber. Er hat in den Nischen und Stuck-Kanten diese LED-Lichtketten verlegt, die ihre Farbe ändern können.
Ich mag Altbauten. Ich mag es, zu spüren, dass eine Wohnung Geschichte trägt. Das ist eigentlich das Wichtigste für mich. Ja, natürlich wäre es schön gewesen, wenn es hier auch ein altes Fischgrätparkett gäbe. Aber man kann nicht alles haben. Der Laminatboden tut's auch. Hauptsache, die Gesamtenergie ist stimmig. Ich bin ja schon froh, dass wir die abgehängte Decke, die hier drin war, abmontieren durften. Ich kann mich erinnern, als ich hier das erste Mal bei der Tür reingekommen bin, hab ich mir gedacht: 'Ach, du Scheiße, da schaut's aus!' Das ist jedenfalls vorbei.
Das sonderbarste Ding bei uns ist eine Art Schrebergartenhäusl in der Mitte des Flurs, gleich nach der Wohnküche. Früher dürfte hier der Lichthof gewesen sein. Die Vormieter haben sich den Hof wahrscheinlich einverleibt, um die Wohnung zu vergrößern, haben darüber eine Decke aus Glasbausteinen eingezogen, da kommt ein bissl Licht durch, und haben darunter ein WC und ein Abstellzimmer eingebaut - so richtig mit Pultdach und Dachschindeln aus gebranntem Ton. Dieses gestalterische Unglück müssen wir noch irgendwie in den Griff kriegen. Aber bei vier Männern in der WG dürfte das kein Problem sein.
Apropos Klo: Wir haben ja zwei Klos, eines für Mädchen und eines für Buben. Auch wenn ich die einzige Frau im Haus bin, ist das nur fair. So sparen wir uns alle die blöde Diskussion zum Thema hinsetzen oder nicht hinsetzen oder putzen oder nicht putzen.
Und dann ist da noch mein eigenes Zimmer. Das ist ein wunderschönes Eckzimmer im hinteren Teil der Wohnung, das mit einer riesengroßen Portion Sonnenlicht gesegnet ist. Wenn ich die Fenster aufmache und auf den Baum rausschaue, habe ich das Gefühl, mitten im Freien zu sitzen. Die Möbel stammen zum Teil von Ikea und zum Teil vom Caritas-Lager und von diversen Flohmärkten. Eine wilde Mischung, ich mag das.
Ein Ding, von dem ich mich nie trennen werde, ist das Poster mit Quentin Tarantino. Das ist einer meiner Lieblingsregisseure. Mein Traum ist es, eines Tages mit ihm zusammenzuarbeiten. Ich hab gehört, dass er schon einen meiner Filme gesehen hat. Die Chancen stehen also vielleicht gar nicht so schlecht!" (DER STANDARD, 22./23.9.2012)
Sabrina Reiter, geboren 1983 in Klagenfurt, wuchs in Salzburg auf und machte eine Ausbildung als Zahnarzthelferin. Ihre erste Rolle bekam sie nach einem Casting im Jahr 2005: "In 3 Tagen bist du tot". Danach spielte sie u. a. in "Soko Donau", "Soko Kitzbühel", "Kleine Fische" und "One Way Trip". Derzeit ist sie im ORF in der achtteiligen Serie "Braunschlag" zu sehen, in der sie neben Nina Proll, Robert Palfrader und Nicholas Ofczarek die Tochter Babs Tschach spielt. Dienstags, 21.05 Uhr.
2006 bekam Reiter den Undine Award. Und bei der Berlinale 2007 wurde sie zum "Österreichischen Shooting Star" des europäischen Films gekürt.
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Bitte bitte entfernt nicht dieses Schrebergartenhäusl, nur weil Euch ein Bobo-Architekt sagt, dass es ein "gestalterisches Unglück" sei. Leider ist kein Foto dabei, aber es klingt nach individueller Handarbeit, ist vielleicht auvch sehr kitschig, aber gerade sowas ist total menschlich in einer ansonsten recht glattpolierten Designerwohnung !!
So sehr ich Derstandard.at liebe ...
... aber Eure Wohngespräche mit genau EINEM Foto sind komplett für die Katz!!!
Ich finde, diese Rubrik sollte zumindest "Fotostory" Charakter haben ... alles andere ist immer wieder einfach nur enttäuschend.
Guten Tag!
und finden gleichzeitig den postmodernen trashfilmemacher tarantino gut?
->weil sie gecastet wurden und gar nicht wissen was sie tun.
ziel der postmodernen willkür (zb tarantino, braunschlag) ist es die westliche kultur aus den angeln zu heben um sie bereit zu machen für einen marxistischen umbruch. eine gecastete zahnarzthelferin kann das nicht verstehen, braucht sie auch nicht denn sie glaubt tatsächlich das zeug für seriöses schauspiel zu haben. hat sie aber nicht da sie nur in postmodernen trashproduktionen mitwirkt. insgeheim traümt man aber doch von marmorsäulen. frl. reiter ist also ein mitläufer der kulturmarxistischen revolution ohne es überhaupt nur zu ahnen.
rulen! (Auch wenn mir die Deckenhöhe auf dem Foto nicht gerade als >4m erscheint)
WGs dafür nicht unbedingt, auch wenn 180qm auf dem Papier nach viel aussehen. Aber die Gemeinschaftsräume und überhaupt die Raumgröße, die bei dieser Wohnform finanziell möglich ist, machen das alles wieder einigermaßen wett.
Warum aber selbst in der digitalen Ausgabe des Standard nur ein Foto pro interessanter Wohnung präsentiert wird, ist unverständlich.
PS: Schmusiges Kätzchen. Erinnert an unseren patscherten Klaus, der sich über einen Schrebergarten sicher auch freuen würde.
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