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vergrößern 645x647Die obere Isel in Osttirol soll für das umstrittene Kraftwerk bei den Umbalfällen mit Stollen und einem Speichersee verbaut werden.

In zwei Gemeinden haben sich die Bürger für den Bau ausgesprochen. Doch viele andere Einheimische und Naturschützer leisten Widerstand gegen das Projekt.
Prägraten - Der Landwirt und Schnapsbrenner Adolf Berger ist bereits in zweiter Generation Kraftwerksgegner. Er wohnt im Osttiroler Prägraten am Oberbichlerhof auf rund 1700 Meter. Da habe man schon mehr Ausblick und Durchblick als von unten im Virgental, sagen seine Kollegen aus der Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental. Sein Vater Gottlieb kämpfte schon gegen das Dorferbachkraftwerk. Bei der Inbetriebnahme fuhr Adolf mit seinem Transporter und einem Transparent gegen das Kraftwerk vor. Der gesamte Ort stand Spalier. Seither kämpft Adolf für die Isel und gegen den Ausverkauf des Wassers seines Heimatflusses.
Vor zwei Jahren waren die Pläne der Bürgermeister, Dietmar Ruggenthaler von Virgen und Anton Steiner von Prägraten, durchgesickert. Die Osttiroler Gemeinden sind größtenteils verschuldet. Aus der strukturschwachen Region wandert ab, wer kann, Arbeitsplätze gibt es abseits der größen Orte kaum.
Regina Köll ist Gemeinderätin in Matrei und Hüttenwirtin im Goldried-Gebiet. Sie engagiert sich mit den "Iselfrauen" gegen die Kraftwerkspläne und für sanften Tourismus. Dass sie gegen das Isel-Kraftwerk kämpft, sei bekannt. So mancher aus den Dörfern ließe sich auf ihrer Hütte deshalb nicht mehr blicken. Von den Einheimischen sei sie aber ohnehin wirtschaftlich nicht abhängig.
Genau deshalb versteht die 28-Jährige die Kraftwerkspläne nicht: "Wir dürfen nicht die Natur zerstören. Sie ist unser Zukunftspotenzial." Die Urlauber kämen wegen der Landschaft um den Nationalpark Hohe Tauern im Virgental, viele hätten im Sommer schon Unverständnis gezeigt über die Kraftwerkspläne knapp unterhalb der Umbalfälle.
Die Bürgermeister Ruggenthaler und Steiner setzen auf erneuerbare Energie. Gefördert wird Photovoltaik, gefordert wird aber auch das Kraftwerk. Die Dorfchefs wollen den Fluss mit Stollen und Speichersee verbauen. Entwickelt wird das Projekt von Infra, ausgerechnet jener Planungsfirma, die für das Land Tirol den Kriterienkatalog mitentwickelt hat. Also jenen Katalog, der über Strategie und Standort von Kraftwerken entscheidet.
Nach Rechnung der Bürgermeister sollen 130 Gigawattstunden Strom pro Jahr den Gemeinden 400.000 Euro bringen. Und nach 35 Jahren, wenn das Kraftwerk schuldenfrei ist, sollen es mehr als 2,5 Millionen Euro jährlich sein. Dazu muss das Kraftwerk aber erst von Energieversorgern übernommen werden. Konkrete Angebote gibt es noch nicht. Damit sei das Wassernutzungsrecht allerdings auf mindestens 50 bis 100 Jahre weg, kritisiert Kraftwerksgegner Adolf Berger: "Die Isel gehört aber uns allen." Rentabel sei das 142 Millionen Euro teure Projekt in keinem Fall, sagen die Gegner. Wasser fließe nur in den vier Sommermonaten vom Gletscher, im Winter bleibe der Speicherteich leer.
Durch die Einzwängung der Isel in ein Rohr und das Speicherbecken knapp unterhalb der Umbalfälle werde sich zudem die Qualität der Isel massiv verschlechtern, warnt Bernhard Kohler vom WWF (World Wide Fund). Zahlreiche Pflanzen, wie die Deutsche Tamariske oder Tiere, wie der Flussuferläufer, seien durch Geschiebeveränderungen bedroht. "Das Projekt ist vollkommen an der Natur vorbeigeplant", sagt Kohler. Im Bereich Ökologie falle es zudem sowohl im Tiroler als auch im Bundeskriterienkatalog Wasserkraft durch. Der Flusslebensraum Isel soll außerdem das Prädikat Natura-2000-Gebiet erhalten.
Zwei Drittel der Bürger von Prägraten und Virgen stimmten in einer eilends durchgeführten Volksbefragung im Juni für das Kraftwerk. Auf Linie gebracht wurden sie durch eine Fragestellung, die kaum mit dem Kraftwerk im Zusammenhang stand, kritisieren die Gegner. Wäre die Abstimmung auch in den Orten des Iseltales durchgeführt worden, dann wäre sie anders ausgegangen. (Verena Langegger, DER STANDARD, 24.9.2012)
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http://www.kleinezeitung.at/tirol/lie... setz.story
Tirol und Salzburg sind echt arg.
In Salzburg werden sogar nur deshalb Pumpspeicherkraftwerke und 380kV-Leitungen gebaut, um ATOMSTROM AUS TSCHECHIEN zu ÖKOSTROM zu "veredeln".
Schnell noch die Natur zerstört und verschandelt, bevor die Photovoltaik den Profit der Salzburg AG und der TIWAG gefährden könnte!
Schauderbar!
für die Natur
aber mit Verlaub Atomkraftwerke fahren immer die gleiche Leistung, zum rauf oder runterfahren sind die nicht geeignet (egal was die Atomlobby immer behauptet)
Speicherkraftwerke braucht man vermutlich in Zukunft eher um Spitzen aus Wind und Sonne zu puffern ....
Klar wird mit Atomstrom ausgeglichen. In der Nacht, wie du schon schreibst fährt ein AKW in etwa immer mit der gleichen Leistung, wird mit dem überschüssigem Strom, da weniger Verbrauch in der Nacht, der Speichersee wieder befüllt und dann bei Spitzenbedarf wird wieder eingespeist.
Alle AKWs in Deutschland alleine sind NICHT in der Lage die Minimum Last zu decken. Was also zum betreiben der Pumpen verwendet wird ist Strom aus Kohlekraftwerken. Deshalb ist die Gesundheitsbilanz von Spitzenstrom aus Pumpspeicherkraftwerken verheerend. Ein flexibles Gas-, ja sogar ein moderneres Kohlekraftwerk könnte den Spitzenstrom umweltfreundlicher erzeugen wie ein PSPKW das billigsten Strom aus uralt-Kohlekraftwerken bezieht.
Es wäre ja umweltfreundlich wenn wirklich Atomstrom benützt würde, aber leider wird dafür Kohlestrom benutzt.
Darum kommen auch andauern neue Kraftwerkspläne auf den Tisch. Wir haben genug Energie - nur nicht zum richtigen Zeitpunkt. Wir sollten all unsere Kraft und Wissen in Suffizien-, Effizienz- und Speichertechnologie stecken und nicht in naturzerstörende Aufbringungsprojekte. Aber solange die Gewinnmaximierung die Wirtschaft antreibt, bleibt's schwierig bis unmöglich für die Allgemeinheit vernünftige Projekte umzusetzen.
Nein, die Auslagen müssen nicht immer alle beleuchtet sein.
Aber es macht fast keinen Unterschied, Beleuchtung braucht nur einen kleinen Prozentsatz des Stroms, und nur einen Bruchteil der Energie konsumieren wir in elektrischer Form.
Die Beleuchtung mag also auffällig sein, aber sie ist nahezu irrelevant. Die Massen an Energie werden ganz woanders hineingebuttert, insbesondere in Raumwärme und Treibstoff. Ein typischer Haushalt etwa braucht vielleicht 100kWh Strom im Jahr für Beleuchtung, diese Energiemenge (<10l Heizöl) verbraucht die Heizung an einem kalten Wintertag in ein paar Stunden.
http://www.statistik.at/web_de/st... 22710.html
Mit solchen Aussagen schießen sich die Gegner ein Eigentor. Die Energieversorger denken v.a. wirtschaftlich und falls das Projekt wirklich nichts brächte, würden die das nie bauen. Also, was lernen wir: Wenn's gebaut wird, bringt's auch Gewinn.
Gemeint war die Aussage in Bezug auf die Gemeinden.
Für die Planungsfirma ist das Projekt, sollte es genehmigt werden, ziemlich sicher rentabel.
Für den Energieversorger genauso, wenn weniger Wasser fließt, eben ein bisschen weniger.
Bei den Gemeinden schaut es aber ganz anders aus: Bei 100% Verschuldung ist es schwerer, die knapp 18 Mio. € zusammenzukratzen. Sollte dann etwas Unvorhergesehenes passieren, sei es etwa während dem Bau oder sei es, dass nur zu wenig Wasser fließt, fällt das ganze Kartenhaus zusammen und die Gemeinden können finanziell baden gehen.
Meiner Meinung nach macht das finanzielle Risiko das Projekt für die Gemeinden nicht rentabel, einmal abgesehen von allen anderen Argumenten.
... von PV Anlagen ist extrem schlecht. Die Energie die die Produktion von Siliziumblöcken erfordert, wird durch PV Anlagen erst nach vielen Jahren hereingespielt. Und da ist der Transport von China nach Europa noch nicht mal reingerechnet.
Energierücklaufzeiten bzw. die Erntefaktoren.
Und da SIND die Transporte bereits eingerechnet!
http://www.volker-quaschning.de/datserv/k... /index.php
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