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Beirut - Auf den Chef der in der libanesischen Regierung vertretenen christlichen "Freien Patriotischen Bewegung" (CPL), Ex-General Michel Aoun, ist nach dessen Angaben ein Mordanschlag verübt worden. "Auch dieser vierte gegen mich gerichtete Mordversuch ist fehlgeschlagen", sagte der ehemalige Armeechef am Sonntag im Fernsehen. Nach Medienberichten fand das Attentat am Samstag in der mehrheitlich sunnitischen südlichen Küstenstadt Saida (Sidon) statt. Der Autokonvoi des mit der schiitischen Hisbollah verbündeten Christenführers wurde dort nach CPL-Angaben unter Beschuss genommen.
Aoun, einer der schärfsten Gegner Syriens während des libanesischen Bürgerkrieges (1975-90) wechselte 2006 in das pro-syrische Lager. Zuletzt hatte er vor einer Machtübernahme islamistischer Extremisten in Damaskus gewarnt, falls das Regime von Präsident Bashar al-Assad zusammenbrechen sollte.
Der maronitische General war 1988 als libanesischer Armeechef vom scheidenden Präsidenten Amin Gemayel mittels Notverordnung und im Widerspruch zur Verfassung mit der Exekutivgewalt betraut worden. Er errichtete eine christliche Militärregierung und weigerte sich, die Wahl der Staatspräsidenten René Moawad (welcher nach nur 17-tägiger Amtszeit ermordet wurde) und Elias Hraoui im Herbst 1989 anzuerkennen. Nach einer Offensive von Hraoui-loyalen Truppen und von syrischen Einheiten musste Aoun im Oktober 1990 in die französische Botschaft in Beirut flüchten, um später nach Frankreich ins Exil zu gehen. 2005 kehrte er aus dem französischen Exil zurück, um mit seiner Bewegung an Wahlen teilzunehmen. 2006 unterzeichnete die CPL mit der Hisbollah ein Dokument der "nationalen Verständigung" zur Verhinderung neuer konfessioneller Bürgerkriegskonflikte. (APA, 23.9.2012)
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