Salzburger Walkner ist Motocross-Weltmeister

23. September 2012, 13:58
  • Matthias Walkner sagt: "Das ist extrem geil für mich."
    foto: apa/walkner

    Matthias Walkner sagt: "Das ist extrem geil für mich."

Walkner mit Sieg bei MX3-WM am Ziel seiner Träume: "Einfach nur geil" - Erster WM-Titel für Österreich seit Heinz Kinigadner

Teutschenthal/Deutschland - Österreich hat erstmals seit 27 Jahren wieder einen Motocross-Weltmeister. Der Salzburger Matthias Walkner sicherte sich am Sonntag in Teutschenthal die Krone in der Klasse MX3. Nach einem dritten Platz im ersten Tageslauf war der 26-jährige KTM-Pilot schon vor dem Abschlussrennen nicht mehr von der Spitze zu verdrängen.

"Das ist extrem geil für mich. Ich bin überglücklich und fast den Tränen nahe. Auf diesen Moment habe ich mein ganzes bisheriges Leben hingearbeitet", meinte Walkner. "Das ist etwas, das mir keiner mehr wegnehmen kann." Zu den ersten Gratulanten zählte vor Ort Heinz Kinigadner, der 1984 und 1985 jeweils in der 250ccm-Klasse für die bis Sonntag letzten WM-Titel eines Österreichers gesorgt hatte.

Der frisch gebackene MX3-Champion müsste als Belohnung kein Startgeld für die kommende MX1-Saison bezahlen. Walkner weiß aber noch nicht, ob er den Schritt in die Königsklasse wagt bzw. überhaupt wagen kann. "Jetzt lasse ich einmal diesen Erfolg sacken, ich habe mir da noch keine Gedanken gemacht. Das ist natürlich alles mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden. 10.000 Euro wären nur rund ein Zehntel des Budgets, das man braucht", rechnete Walkner vor.

Titelkampf ausgeblendet

Begleitet von zwei Autobussen mit Verwandten, Freunden und KTM-Mitarbeitern war Walkner Richtung Teutschenthal zum WM-Finale aufgebrochen. Dort wollte er so schnell wie möglich, also gleich im ersten Rennen, den Sack zumachen. "Ich habe den WM-Titelkampf ziemlich gut ausgeblendet. Wenn du am Start mit 40 anderen in die erste Kurve gehst, dann denkst du eh nicht an solche Sachen", erzählte Walkner.

Als während des Rennens dann alles nach Plan lief, begann Walkner allerdings kurz nachzudenken. "Ich dachte mir nur: 'Bau jetzt keinen Scheiß.' Es liegen ja doch ein paar g'scheite Felsen auf der Strecke herum. Aber es ist gut gegangen und mir ist eine riesige Last von den Schultern gefallen."

Walkner hofft, dass sein WM-Sieg dem Motocross-Sport in Österreich zu einem "kleinen Boom" verhilft. "Es würde mich freuen, wenn jetzt mehr darüber berichtet werden würde, dass es in Österreich auch ein paar Motocrossfahrer gibt. Vielleicht sagen ja ein paar Leute: 'Der Walkner ist ein klasser Bursch' und es tut sich etwas auf. Es ist nämlich schon ordentlich schwer, in Österreich auf diesem Niveau Motocross zu fahren. Dabei ist es so eine coole, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Sportart", berichtete Walkner.

Ein Erfolg, der viele Väter hat

"Während eines Rennens sitzt du 35 Minuten auf dem Motorrad und hast permanent einen Puls zwischen 160 und 190. Wenn du da zweieinhalb Stunden an einem Tag am Motorrad trainierst, dann bist du eh schon richtig gut", berichtete Walkner von seinem Alltag. Walkner trainiert zwei- bis viermal pro Woche auf dem Motorrad, ansonsten hält er sich mit Laufen, Skitouren, Koordinationsübungen und in der Kraftkammer fit.

Möglich ist das WM-Abenteuer nur dank eines Klein-Teams, das mit viel Leidenschaft dem Motocross-Sport alles unterordnet. Als finanzieller Gönner fungiert Wolfgang Hillinger aus Gmunden. "Er ist wie ein zweiter Vater für mich." Zur engsten Crew gehören auch Bruder Gerald ("Mädchen für alles"), Chefmechaniker Patrick Lindenthaler, LKW-Pilot Stefan Amtmann, mit dem er pro Saison rund 70.000 Kilometer unterwegs ist und Schwester Eva. Die Freeski-Vizeweltmeisterin erledigt die Pressearbeit für Matthias.

"Zum Glück gibt es solche Leute. Ich bin allen unglaublich dankbar. Wir führen eine Art Zigeunerleben. Wenn man dann so etwas wie heute zurückkriegt, dann ist das eine gewaltige Genugtuung", sagte Walkner. Seine Verletzungsliste nach zwölf Jahren auf den Rennstrecken liest angesichts der Gangart im Motocross zum Glück sehr bescheiden: einmal Kreuzbandriss, einmal Schulterbruch. "Ich kenne meine Grenzen sehr gut. Das ist vielleicht auch eine Schwäche, weil ich manchmal ein bisschen mehr riskieren könnte. Aber auf Dauer macht es sich bezahlt." (APA, 23.9.2012) 

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Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen...

Warum wird die MX3 500/650ccm³ niedriger bewertet als die MX1 250/450ccm³ ? Wieso ist MX1 die Königsklasse?

MX3

was ist das für eine Kategorie?

MX3 (500-cm³-Zweitakt und 650-cm³-Viertakt)

Kann mich gut erinnern, als ich als Kind vorm Fernseher alle Motorcross nur wegen Kinigadner angeschaut habe. Der war Idol für uns Hosenscheißer und sicher mitverantwortlich für den Verkauf von zahlreichen BMX :)

Oh ja.

Gratuliere und weiterhin viel Glück!!

BRAVO HIAS!

also die 100 000

sollte der mateschitz doch aufbringen können, wenn ich mir anschau, was in der formel1 verheizt wird!

die frage ist, was rb dafür als werbewert zurück bekommt...

keine fernsehübertragungen und wenn einer weltmeister wird, dann nur ein zweizeiler in der zeitung und sonst das ganze jahr nichts.

..

Leider bringens in den Sportkanälen nur Fußball, Boxen oder Billard.... Zweiradsport ist dort unterste Schublade und wenn dann nur Rossi und Konsorten. Das ist leider zum kotzen...

sehr fein, freut mich. nur: warum sieht man davon nix im fernsehen? oder hab ich das nur ständig verpasst? ich kann mich dunkel daran erinnern, dass ich zu kinigadners zeiten das ein oder andere rennen im fernsehen mitverfolgt habe ...

Mir ist es ja egal, aber ich habe mir gerade gedacht:
Der Kinigadner war ja recht berühmt in Österreich. Seither hört man von Motocross praktisch nichts mehr.

Dass Motocross zu einer Randsportart geworden ist, hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass es wegen Umwelt- und Lärmschutz schwieriger geworden ist sie auszuüben.

Kinigadner ist im Motocross wie Seisenbacher im Judo.
Seither kaum vergleichbare Karrieren. Obs an den begrenzten Möglichkeiten hierzulande liegt?

KTM hat übrigens dieses Jahr folgende Titel gewonnen:

E1
E2
MX1
MX2
MX3
Rally Dakar
Rally World Championships
Höchstwahrscheinlich Moto3
AMA MX USA (450 Class)

Respekt.

und trotzdem verkaufen sich die dinger am markt nicht wie die warmen semmeln, was auch daran liegen mag, dass ktm nicht zu jedem serienbike einen mechaniker dazugeben kann...

Motocross? Das habe ich als Kind glaub ich mal im Fernsehen gesehen. Sind das diese Motorräder, die durch Gatsch fahren und über Hügel springen?

Komm, geh wieder Fußball schauen. du Weichei. :P

Re: Komm ....

Danke!!!
;-)

sämtliche motorsportarten sollten verboten werden! derartige umweltverpestungs- und dreckschleudertätigkeiten gehören nicht in diese welt, die wir ohnehin schon mehr als kaputt machen.

.

was die paar motorräder raushauen fällt bei der umweltproblematik nicht ins gewicht. da verpesten allein die staatskarossen weit mehr.

mit "sämtliche motorsportarten" meine ich alles vom motorrad bis zur formel 1.

Motorsport ist Umweltschutz!

Der Motorsport hat wesentlich dazu beigetragen die Motoren moderner und effizienter zu machen (v.a Langstreckenrennen wie 24h von LeMans). Dort arbeiten die besten Ingenieure unter hohem Konkurrenzdruck. Ohne diese Rennen wären wir heute nicht bei unseren Kilometerleistungen.

aber in urlaub flieg ma all-inclusive nach ägypten und regen uns auf, dass dort die panier aufm wiener schnitzel nicht gut ist!

Abgesehen vom Umweltschutzaspket - mir ist auch schleierhaft was an Motorsport der Sport sein soll.

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