Libyens Regierung will bewaffnete Milizen auflösen

Astrid Frefel aus aus Kairo, 23. September 2012, 18:16

Frustrierte Bürger verjagen Brigaden aus Bengasi

Die Proteste Zehntausender in Libyen gegen bewaffnete Milizen sind nicht ohne Wirkung geblieben. In der Nacht zum Sonntag einigten sich in Bengasi Regierungsspitzen, Militärführung und Milizenkommandanten darauf, dass alle Milizen unter die Kontrolle der nationalen Armee gebracht werden sollen. "Wir lösen alle bewaffneten Gruppen auf, die nicht der Regierung unterstehen. Wir verbieten das Waffentragen auf öffentlichen Plätzen, und es ist illegal, Checkpoints einzurichten", erklärte Interimspräsident Mohammed Magariaf in Bengasi. Offen blieb, welche beruflichen Alternativen den jungen Männern angeboten werden.

In der Metropole im Osten soll auch eine Kommandozentrale eingerichtet werden, die die Kräfte des Innen- und des Verteidigungsministeriums sowie ehemalige Brigaden zusammenbringt. Diejenigen Brigaden, die bereits der staatlichen Autorität unterstehen, aber bis jetzt eine eigene Kommandostruktur hatten und oft ihre eigenen Gesetze gemacht hatten, sollen künftig ebenfalls von der nationalen Armee geführt werden. In Derna, einer Hochburg der islamistischen Extremisten, haben sich die beiden wichtigsten Brigaden als Antwort auf tagelange Proteste in der Stadt selbst aufgelöst. Die Abu Selim und die Ansar al-Sharia - Anhänger der Sharia - überließen ihre Kasernen dem nationalen Militär.

Morsi lobt Obama

Ägyptens Präsident Mohammed Morsi forderte indes von den USA einen Politikwechsel gegenüber der arabischen Welt. Wenn die USA von Ägypten verlangen, den Friedensvertrag mit Israel zu respektieren, dann sollten sie ihrerseits das Abkommen von Camp David umsetzen, das bereits eine Lösung für die Palästinenser vorsah, sagte Morsi der New York Times. US-Präsident Barack Obama lobte er für seine "entschiedene und schnelle" Unterstützung des Arabischen Frühlings. Morsi wird heute, Montag, in die USA reisen und vor der UN-Generalversammlung sprechen. (Astrid Frefel, DER STANDARD, 24.9.2012)

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Schuld ist der Gaddafi

und die USA. Und die Russen. Und der Jörg Haider. Und die EU. Und natürlich Israel und der Iran.

Ich wünsche ihnen sehr das sie es schaffen

denke das es erst soweit sein wird nachdem die Amis die Taliban entwaffnet haben.

Das kündigen sie jetzt ja schon seit Ewigkeiten an. Gleich nachdem das alte Regime weg war zum ersten mal. Passiert ist nichts. Kann auch nicht sein, weil die Armee impotent ist und zum guten Teil sowieso aus Milizen besteht bzw. sich auf diese stützt. Und warum sollten die sich auch jetzt gerade auflösen. Die Milizionäre haben ja keine attraktive Alternative. Wenn die sich hätten auflösen wollen, hätten die das schon längst getan. Und die Stämme werden auch nicht im Traum daran denken Ihre Milizen aufzulösen. Wenn sie da wirklich ernst machen wollen, bedeutet das beste Chancen auf einen anständigen Bürgerkrieg.

Offen blieb, welche beruflichen Alternativen den jungen Männern angeboten werden.

Dreimal darf man raten: die Männer sind bewaffnet und schrecken vor nichts zurück. Diesen jungen Männern steht eine kriminelle Karriere bevor.

die macht des vorurteils

Endlich mal wieder ein gute Nachricht aus Lybien

Respekt vor dem Engagement der Bevoelkerung. Der Westen hatte ja nach seinem Militaerschlag kein Interesse das Land aus dem Chaos wieder rauszuhelfen.

Herriot

Der Westen ist der Grund für das Chaos!!!

der grund ist das es jahrelang nur einen machthaber gab und keine vernünftige opposition...

So so rester ...

und Sie sind der Ansicht, dass diese JETZT kommen wird ... ;-).

Die libysche Regierung hat jetzt ein Ultimatum bekommen, wo sie zu handeln HAT, ansonsten war es das mit der Regierung ... und sicher kaum auf dem Wege einer Neuwahl ... je nachdem, was man darunter verstehen mag.

Libyen war nie in saudisch-salafistischer Hand und hat auch nicht das Bedürfnis jetzt post-Qadhafi verursacht durch den Westen/NATO in deren Terrorhände zu fallen. Das hat Priorität.

Und ... ich denke mal, auf der jetzigen Ebene der Forderungen aus Benghazi wird sich auch West-Libyen mit dem Landesosten solidarieren.

Was daraus entstehen wird und welche Politform die Libyer dann für sich für gut erachten, sehen wir dann.

nein, ich denke nicht das diese JETZT kommen wird, eine fähige opposition bildet sich nicht einfafch so über nacht

ihren ersten absatz kann ich nicht ganz nachvollziehen; von wem kam das ultimatum? wer beendet diese regierung bei nichterfüllung? Wie wird das geschehen?

bei ihrem dritten absatz muss ich 100%ig zustimmen!

Na Rester

Das Ultimatum wurde von der Bevölkerung in Benghazi gestellt: Entweder man entwaffnet die Salafisten oder die Revolution im Lande geht erst wirklich los ....

http://www.welt.de/politik/a... ution.html

Nicht, dass ich unseren Medien sehr traue ... aber in Kenntnis des Landes halte ich dies für sehr möglich. Die Libyer waren nie Anhänger der saudischen Salafisten ... . Und ... sie haben viel dagegen, von ausländischen Hanseln bevormundet zu werden.

alles klar kenne mich aus

danke für den link!

While the Americans are thinking about deploying drones and submarines or even the marines to monitor or attack the suspected extremists in Libya, it took the Libyan youth a couple of hours to send the extremist packing !

We are always innovators :P and so we are on record as the first country to storm an extremist brigade.

http://lonehighlander.blogspot.co.at/2012/09/l... aking.html

Die "illegitimen" Milizen haben mit Hilfe der NATO Ghadaffi gestürzt!

Wer glaubt, dass sich diese Leute so einfach auflösen lassen??

Marcus

Ohne die NATO kamen die keinen Meter nach vorne ... die NATO fällt jetzt flach ... ;-)

*ROFL

Die "Offiziellen" beschließen die Auflösung der "Inoffiziellen"..! What a joke..!

Wie würden

Sie das Problem denn lösen?

Das Problem wurde von der NATO geschaffen und ist im Moment sicher unlösbar!

na da behalten wir uns lieber einen Diktator, der es zwar schafft dieses Problem zu lösen, dafür aber auch jeden unterdrückt der nicht seiner Meinung ist

Kampf gegen die bewaffneten Milizen

Libyen hat das Chaos satt, die Bürger in Benghazi wollen keine islamistische Gewalt mehr. Jetzt greift die Führung durch, um die bewaffneten Gruppen von der Straßen bekommen - und die Zeit dafür ist günstig: Denn die Libyer schrecken auch vor einer zweiten Revolution nicht zurück.

http://www.tagesspiegel.de/politik/l... 69958.html

Die Regierung MUSS durchgreifen ...

ansonsten ist sie nicht länger die Regierung. Die Libyer haben ihrer Regierung ein Ultimatum gesetzt, vor allem die Salafisten zu entfernen. Geschieht das nicht, gibt es eine richtige Revolution im Lande.

bei aller sympathie, in diesem fall.
aber 30_000 leute in einer millionenstadt ist kein buergeraufstand. vor allem wenn man bedenkt, wieviel leute dort paramilitaerisch organisiert sind.
auch wenns ab und zu fuer eine gute sache ist, die berichte sollten trotzdem realitaetsnah bleiben.

Mal angenommen, 30.000 Wiener greifen zu allen möglichen Waffen und stürmen ein paar Kasernen - wie würden sie das dann nennen ?

einen albernen Beitrag im Standard-Forum...

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen

Das eine hat mit dem anderen nichts zutun.

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