Die Socken, das Gehen und der ewige Oarsch

  • Dietmar Kühbauer wandelt auf den Spuren von Giovanni Trapattoni.
    foto: apa/oczeret

    Dietmar Kühbauer wandelt auf den Spuren von Giovanni Trapattoni.

  • Nach fünf Spielen wieder einmal voll erfolgreich: Admira Wacker Mödling.
    foto: apa/herbert p. oczeret

    Nach fünf Spielen wieder einmal voll erfolgreich: Admira Wacker Mödling.

Die Sektionen der Liga - oben, unten, dazwischen - rücken zusammen. Mattersburg und die Austria haben sich jedenfalls einschlägig verhalten. Und die Herren Grobelnik und Kühbauer hatten einen kurzen Disput über Gott, die Welt und das Allzumenschliche daran

Maria Enzersdorf - "Fußball", so sagte es einst Dietmar Kühbauers Trainer Ernst Dokupil, "Fußball ist ein Scheißspiel." Dabei lächelte er schelmisch. Am Samstagnachmittag - Schiedsrichter Gerhard Grobelnik hatte Admira-Coach Kühbauer wegen was Gesagtem oder Herausgerutschtem auf die Tribüne geschickt gehabt - erklärte Didi "Doc" Kühbauer, schon auch ein bisserl schelmisch: "Mir gehen diese Kreaturen am Socken. Wenn ich Trainer von einem großen Klub bin, kann ich tun und lassen was ich will, aber der Kühbauer ist ein Oarsch und wird's immer bleiben."

Bei allem Respekt, den Kühbauer und Grobelnik angeblich voneinander eingefordert haben: Es heißt schon: "auf die Socken". Man kann sagen: Der und der geht am Zahnfleisch. Will einer aber dem Schiedsrichter ausrichten, dieser gehe ihm so richtig auf den Sack, heißt es klarerweise: auf die Socken - obwohl auch das eigentlich nicht geht. Es geht einem was auf den Zaager, aber auf die Socken? Geh bitte! Das ginge dann über die Hutschnur!

Ansonsten - und das ist das eigentlich Erstaunliche an des Kühbauers Rede wider den Grobelnik - ging die von ihm in die komische Nähe des rüde Analen gerückte Angelegenheit in Maria Enzersdorf, wo die Admira daheim ist, ja eher eh nicht so aus, wie der Trainer tat. 5:1 nach einer sogenannten Hut-Ab-Leistung ging sie aus und brachte Mattersburg nicht nur auf den Boden des realen ballesterischen Kirtags zurück, sondern auch das Mittelfeld zueinander. Der WAC schlug ja - glücklich, mag sein, aber immerhin - Innsbruck 1:0.

Eine Zusammenrückung gibt es auch an der Spitze. Da ließ sich die Austria ganz am Ende (86.) im Horr-Stadion noch ein ordentliches Kopfstück von Salzburgs 19-jährigem Norweger Valon Berisha versetzen, weshalb man oben auf Rufweite sich angenähert hat. Überragender Mann des Meisters war wieder der ebenfalls neu geholte Slowene Kevin Kampl (21). " Mit diesem Sieg ist uns ein großer Stein vom Herzen gefallen. Wir wollten unbedingt gewinnen", sagte dessen Coach Roger Schmidt. Kollege Peter Stöger reagierte gelassen: "Bei einem Sieg wären wir nicht Meister gewesen und jetzt sind wir auch nicht aus dem Europacup-Rennen." Das Tor habe man sich quasi selber gemacht: "Das war ein Fehler zu viel für ein Spitzenspiel." (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, 24.9.2012)

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