Klapperschlange, Eule oder Kaninchen?

Stephanie Gründler
22. September 2012, 09:59
  • "A Little Bit Zombie"
    foto: /slash

    "A Little Bit Zombie"

"Spitzendeckchen" und eine herzallerliebste Zombedy aus Kanada starten das reguläre Programm

In "A Little Bit Zombie" fährt Steve mit seiner Verlobten Crystal, seiner Schwester und deren Ehemann ins romantische Wochenendhaus, um sich eine Woche vor der Hochzeit noch einmal richtig zu entspannen. Der Plan geht nicht auf, da Steve nach mehrfachen Bissen eines Zombie-Moskitos (phänomenale Szenen aus Sicht des infizierten Moskitos) ein bisschen Zombie wird - aber eben nur ein bisschen.

Crystal, der man schon nach den ersten drei Sätzen die Schädeldecke abnehmen möchte, hält auch das bisschen Gesabber ihres Zukünftigen nicht davon ab, weiterhin an die perfekte Traumhochzeit zu denken. Dass Steve sich lieber an ihrem Hasen Muffins, statt an ihrem Höschen vergreift, stört die illustre Runde wenig. Dann eben Hirn für den Mann, und schon wirft sie sich in Schale, um geeignetes Futter zu finden. Alles in allem ein höchst amüsanter Film mit gelungener Besetzung.

Zu den Lieblingsszenen von "A Little Bit Zombie" zählt für mich eindeutig der Besuch der vier bei "Creative Meat", der hiesigen Fleischerei. Steve & Co. bemühen sich um eine möglichst natürliche Beschaffung von Gehirn und bekommen eine Platte an Hirnhäppchen vorgesetzt.

Nicht zu vergessen ist aber auch der Kurzfilm, der davor gezeigt wurde: "Spitzendeckchen". Regie führte Dominik Hartl, dem eine unterhaltsame, zum Teil gruselige und mit Sicherheit sehenswerte Produktion gelungen ist.

Am Heimweg habe ich dann lautes Grölen und vermehrt "Braiiiins"-Rufe vernommen, und siehe da, aus dem Dunkel der Nacht ist eine zähe Masse an Untoten die Margaretenstraße entlanggewabert. Unterschied sich aber so aus der Ferne nicht wirklich von einem Samstagnachmittag auf der Mariahilferstraße.

Fazit: toller Vorfilm, unterhaltsame Zombedy
Anzahl der Toten: sehr wenige (drei)
Blutverlust: ein paar zerschossene Köpfe, viel Braiiiiiins!

(Stephanie Gründler, derStandard.at, 22.9.2012)

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