Serbischer Premier: Teilung des Kosovo einzige Lösung

Dacic: "Alles annehmbar, was keine Anerkennung der Unabhängigkeit bedeutet"

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Ivica Dacic hat sich für eine Teilung des Kosovo ausgesprochen. Er sehe die Teilung des Kosovo als einzige mögliche und realistische Lösung des Konflikts, sagte Dacic am heutigen Freitag dem Belgrader TV-Sender "Pink". Er sei sicher, dass dies von Kosovo-Albanern in Pristina (Prishtina) akzeptiert würde, sagte der sozialistische Politiker. Es könnte aber zu Protesten in der Region kommen. Zugleich betonte Dacic, dass die EU Belgrad nicht zur Anerkennung Pristinas zwingen könne. In der jetzigen Phase sei "alles annehmbar, was keine Anerkennung der einseitig ausgerufenen Unabhängigkeit des Kosovo bedeutet", fügte er hinzu.

Belgrad betrachtet den Kosovo, der sich Anfang 2008 für unabhängig erklärt hatte, weiterhin als serbische Provinz. Der mehrheitlich serbisch bewohnte Nordkosovo entzieht sich weitgehend der Verfügungsgewalt Pristinas. Seit Jahren wird in Belgrad hinter hervorgehaltener Hand über eine Teilung des Kosovo gesprochen, doch hat sich bisher kein offizieller Vertreter Serbiens dafür ausgesprochen. Dacic hatte bereits im Vorjahr für eine Teilung des Kosovo plädiert. Damals war er Innenminister. (APA, 21.9.2012)

  • "Die EU kann Belgrad nicht zur Anerkennung des Kosovo zwingen", sagt der serbische Ministerpräsident (hier bei einer Pressekonferenz in Bosnien-Herzegowina)
    foto: reuters/ruvic

    "Die EU kann Belgrad nicht zur Anerkennung des Kosovo zwingen", sagt der serbische Ministerpräsident (hier bei einer Pressekonferenz in Bosnien-Herzegowina)

Share if you care.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen ( siehe ausführliche Forenregeln ), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behät sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.