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Deutschland hat die Entscheidung des US-Internetkonzern Facebook begrüßt, die umstrittene Gesichtserkennung in Nutzerprofilen abzustellen. Das Einlenken von Facebook sei "ein großer Erfolg für den Verbraucherschutz", sagte ein Sprecher der deutschen Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner am heutigen Freitagabend in Berlin. Es zeige, dass die Debatte über Datenschutz im weltgrößten sozialen Netzwerk nicht ohne Wirkung geblieben sei.
Dass Facebook unter massivem Druck der europäischen Datenschutz-Behörden seine Praxis ändere, belege, "dass es bereits nach geltendem Recht Möglichkeiten gibt, auch die globalen Player zur Einhaltung des Rechts zu verpflichten". Laut dem deutschen Verbraucherministerium hatte Facebook für die Gesichtserkennung die derzeit vermutlich weltweit größte Datenbank mit biometrischen Merkmalen einzelner Menschen erstellt, ohne aber über die biometrische Erfassung klar und verständlich zu informieren.
Die irische Datenschutzbehörde hatte am Freitagnachmittag mitgeteilt, dass Facebook die Gesichtserkennung in der EU nicht mehr anbiete. Bis 15. Oktober würden alle bisher dafür erstellten Nutzerprofile gelöscht. Facebook lenkte ein, nachdem im Fall auch Hamburger Datenschützer tätig geworden waren. In Irland, wo Facebook seinen Europa-Sitz hat, war der Internetkonzern nach Ansicht von Kritikern bisher mit Samthandschuhen angefasst worden. Das Verfahren bei der irischen Behörde geht auf eine Initiative von Wiener Studenten zurück, die vor einem Jahr 23 Anzeigen gegen Facebook erstattet hatten. Initiator Max Schrems zeigte sich in einer ersten Reaktion gegenüber der APA hoch erfreut über die Entscheidung von Facebook. "Das ist relativ cool für uns", sagte der Jus-Student. "Wir können jetzt die erste von 23 Anzeigen fallen lassen." (APA, 21.09.12)
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