Mit sechs Millionen eingelullt

Einserkastl | Hans Rauscher
21. September 2012, 19:11

Honorige Herrschaften stellten ihre Expertise in den Dienst des Betrugs und der Untreue

Er war so "eingelullt", dass er die sechs Millionen doch genommen hat. Er wusste zwar innerlich, dass sein Honorar für dieses Hypo-Alpe-Adria-Gutachten nur 300.000 Euro wert war. Er war sogar selbst irgendwie daran beteiligt, dass das Honorar von aberwitzigen zwölf Millionen Euro auf immer noch verrückte sechs Millionen Euro heruntergehandelt wurde - "Patriotenrabatt" nannte das der fröhliche Haider-Adlatus Stefan Petzner damals; aber der Haider sagte einfach zu ihm: "Tua dir nix an, alles läuft gut" - und Dietrich Birnbacher schloss ganz, ganz fest die Augen. Er ist Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater.

Andere Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater erstellten dann ein Gutachten, dass die sechs Millionen für ein paar Seiten Blabla schon okay und "eh nachvollziehbar" seien. Da war Birnbacher noch mehr eingelullt.

Aber nicht nur Birnbacher. Seine Kollegen auch und die Vorstände der Kärntner Landesholding, die den Mist bezahlen mussten, ebenfalls.

Dieser Kärntner Skandalkomplex ist nicht nur die Katastrophe gieriger, verschlagener, korrupter Politiker, sondern auch die honoriger Herrschaften, die ihre Expertise in den Dienst des Betrugs und der Untreue stellten. Ihr Urteilsvermögen, ihre moralischen Maßstäbe und - schlimm für sie - ihr Gespür für das strafrechtlich Unbedenkliche waren eingelullt. Der Rechtsstaat und die Demokratie konnten sich nicht auf sie verlassen (Hans Rauscher, DER STANDARD, 22./23.9.2012)

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Vorm Urteil hängt viel ab...

... nämlich, ob es sich letztlich lohnt, mit der Justiz zu kooperieren. Dies wäre ein sehr wichtiges Signal in viele andere Fälle und letztlich auch möglich, im Urteil zu berücksichtigen.
Nicht dass eine Beurteilung des Falles nicht auch ohne Geständnis im Wege der Beweiswürdigung möglich wäre, so hat Hr. Birnbacher doch - auf seine Weise - sehr viel gut gemacht.
Auch wenn es zynisch klingen mag, ist sein Beitrag zur Sauberkeit in dieser Republik letztlich ein sehr großer. Und auch das ist anzuerkennen, ohne ihn deswegen zum Helden zu machen.
Siehe U-Ausschuss und die DORT vorgebrachten "Argumente".

Kann es sein, dass man mit einer entsprechenden Summe wirklich alles und jeden kaufen kann?

Gegenfrage:

Wären Sie bei dem Betrag nicht auch schwach geworden? Es war (damals) eine ganze sichere Sache, weil alle hohen Tiere dabei waren und somit eine umfassende Rückendeckung zu erwarten war. Den weiteren Verlauf konnte man ja nicht voraussehen.

mit solchen Expertisen will man nur täuschen ... Niemand der Gutachter hat jemals den Sachverhalt geprüft, die Gutachter sind anzuklagen und gehören aus der Liste der Gerichtsgutachter ein für alle Mal gelöscht. Keine weiteren öffentlichen Auträge an all diese Gutachter, Nowontny und andere Universitätsprofessoren, die derartige Gefälligkeitsgutachten geben, haben ihre Befähigung zum Amt als Univ.Prof. verloren und sind zu kündigen.

Ich persönlich bin sehr gespannt auf das Urteil. Es ist doch das allererste große Urteil bezüglich der Aufarbeitung der schwarz/blauen Regierungszeit.

" Expertisen von honorigen Herrschaften im Dienst des Betrugs und der Untreue "

Das erinnert wieder einmal daran :
Justiz, Religionen und Wirtschaft neigen fast immer zu den ( politisch ) Mächtigen eines Landes.

Ich freue mich wirklich schon sehr darauf

diese Personen als Verbrecher bezeichnen zu dürfen !!!!

es ist/war wohl nur die spitze eines eisbergs

was da birnbacher von sich gab. 6mio - kein problem - mach dir nicht ins hemd (sagte sinngemäss der haider). und er wusste wieso: denn 6mio sind offenbar nur "peanuts" in der 1.Liga der Korruption. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kot*en möchte. Doch die Konstruktion ist einfach perfekt: selbst wenn man niemand (weiss) wählt, wählt man jemand. hier stinkt das system zum himmel. vive la revolition!

Wie ich die überschrift las, dachte ich zuerst an einen kommentar von einem fpöler.

für den steuerberater birnbacher

war der hypo-verkauf das geschäft seines lebens, dachte er wohl als martinz ihn darum bat in dieses geschäft einzusteigen. so leicht würde er nie wieder in so kurzer zeit soviel geld verdienen. und er recht hatte er. ihn trifft die geringste schuld. er hat die hand aufgehalten und genommen, was ihm von größenwahnsinnigen politikern gegeben wurde. ich an seiner stelle hätte genauso gehandelt nur mit dem unterschied, dass ich sagen würde: "die deppen haben mir 12 millionen für wenig arbeit versprochen und gegeben, warum sollte ich zu einem solchen angebot nein sagen? wenn einer bereit ist für eine rostlaube den preis eines neuwagens zu zahlen, dann werde ich das geld nehmen, basta!"

völlig richtig

hrn. b jetzt die schuld anzulasten, ist eine verkürzung. er hat genommen, was man ihm aufgedrängt hat. das hätten 0,00001% von uns nicht getan. ok, er war kein korrekter heiliger.
ich selbst habe einmal in einer vergleichsweise harmlosen sache auch einen "korrekten" standpunkt vertreten, es hat mir extrem geschadet! unsere gesellschaft ist leider nicht so korrekt. sie belohnt das nicht. stellen wir uns vor, was passiert wäre, wenn b damals abgelehnt und die sache evtl. angezeigt hätte: er wäre wegen übler nachrede verfolgt und seine existenz vernichtet worden! und keiner hätte ihm geholfen.

die, die das eingefädelt haben, sind die wahren gauner!!!

Wenn Sie als Privatmann einen Blöden finden (wie beschrieben) so ist das Ihre Sache, so lange er nichts Schriftliches in der Hand hat und Sie dann anzeigt.
Aber an einen Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder werden von Gesetzes wegen andere Massstäbe gesetzt.

laesio enormis

Nicht mal das ist okay. Im AGBG gibt es die laesio enormis (Verletzung über die Hälfte des wahren Werts), die jeden Vertrag nichtig macht.

Da gibt es aber einige Ausnahmen, die in dem Fall zu greifen scheinen. Beide Vertragspartner gelten zudem vermutlich als Unternehmer.

Der Verkürzte kann den Vertrag nicht anfechten, wenn ihm der wahre Wert bekannt war (§ 935 ABGB). Oder wenn sich der eigentliche Wert nicht (mehr) erheben lässt (§ 935 ABGB). Die Aufhebung muss innerhalb von drei Jahren ab Vertragsschluss gerichtlich geltend gemacht werden. Zulasten eines Unternehmers kann die Anwendung des § 934 ABGB gemäß § 351 UGB vertraglich ausgeschlossen werden.

(Quelle Wikipedia)

so einfach ist´s nicht. kick-back vergessen?

der steuerzahler:

der steuerzahler zahlt die 6.000.000,- und dann darüber hinaus noch einige beschwichtigungsgutachten.... ....ist das "weiteres geld veruntreuen" um veruntreuung zu vertuschn? ....wer geht dafür ins häfn?

Urteilsverkündung ist für 1. Oktober angekündigt.

Dann wird Ihre Frage beantwortet. (Vorläufig jedenfalls, denn mit Berufungen ist zu rechnen.)

Das war der Zeitgeist "damals"

... und ist es jetzt schon wieder: Diese kollektive Trance in Sachen "Wert-Schätzung"

http://www.youtube.com/watch?v=OjXl61uKq8c

Jede Arbeitnehmerin, jeder Arbeitnehmer, die/der z.B. in eine Pensionsfond einzahlt, braucht in Wirklichkeit eine/n SachwalterIn: Das Geld arbeitet einfach nicht und die erhofften 6% Rendite sind mit doppelt geringen Löhnen zu Lebezeiten erkauft und können dann, nach "Einzahlungsschluss", nicht mehr gehalten werden - siehe z.B "Sorge um Firmenpension"
http://tv.orf.at/program/o... 901/344713

Ich finde es ja viel lustiger dass er von den 6 Mio bloss 2 zurueckgeben moechte und sich dabei auch noch vollkommen im Recht sieht.

ein Honorar von sechs Mio kostet drei Mio Steuern, so einfach ist das! Weil ich gehe davon aus, daß Birnbacher auch mit seinem übrigen Einkommen (ohne die Monster-Expertixe) über EUR 60.000,- gelegen ist, womit er automatisch in der 50%-Progression gelegen ist.

"Wer lesen kann..."
Guter Nick. Sie sollten dann mal anfangen, das Lesen zu lernen.

naja, der vollständigkeit habler muss man sagen,

dass er auch 2 mill. steuern gezahlt hat, wenns stimmt, was die medien berichten.

- rau -
02
22.9.2012, 11:02
Hat er: Einkommensteuer und Umsatzsteuer

die will er jetzt zurück, damit er sie zurückgeben kann...

wobei man auch für illegal erhaltenes einkommen steuern zahlen muss

noja, was die finanz einmal hat, gibt sie nimmer her.

das wär das erste mal.

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