Faymann wird sich davon wohl nicht mehr erholen

Kolumne | Hans Rauscher, 21. September 2012, 18:22

Der Ruf des Bundeskanzlers ist durch die Inseratenaffäre beschädigt

Prognosen sind immer problematisch, besonders solche über die Zukunft und ganz besonders solche über die Zukunft eines sozialdemokratischen Parteivorsitzenden und Kanzlers.

Es sei trotzdem gewagt: Werner Faymann wird sich von der Inseratenaffäre wohl nicht mehr wirklich erholen. Seine Autorität ist angeschlagen. Auf Steuerzahlerkosten die Krawallzeitungen mit Abermillionen verwöhnen, um selbst gut dazustehen - das tut ein Regierungschef in einer Demokratie nicht.

Das hat bisher auch keiner der sozialdemokratischen Kanzler getan. Bruno Kreisky, Fred Sinowatz, Franz Vranitzky, Viktor Klima und Alfred Gusenbauer suchten mit der Krone, die damals ein Quasimonopol auf dem rechtspopulistischen Zeitungssektor innehatte, ein halbwegs gutes Verhältnis aufrechtzuerhalten. Derart ausgeliefert an diesen Typus Zeitung wie Faymann haben sie sich nicht.

Die Krone wurde sogar mithilfe des SPÖ-Ministers und Gewerkschafters Franz Olah gegründet, aber der war ein auch deswegen ausgestoßener Einzelkämpfer. Später arrangierten sich SPÖ und Krone, weil ihre Leser- und Wählerschaft großteils deckungsgleich war. Kreisky hatte bei der Krone aufgrund seiner natürlichen Autorität, aber auch wegen seiner " Versöhnungs"-Haltung gegenüber den ehemaligen und Immer-noch-Nazis einen Stein im Brett. Das gefiel dem Herausgeber Hans Dichand, der dem Mythos von der "sauberen Wehrmacht" anhing und dessen Kolumnisten (Viktor Reimann, Staberl, Wolf Martin) atemberaubend antisemitische Texte veröffentlichen durften. Kreisky hielt jedenfalls eine Balance von Distanz und gelegentlicher Nähe zur Krone.

Sinowatz galt bei der Krone als verdächtig, hinter den Angriffen gegen das "Kriegsgeneration"-Symbol Waldheim zu stehen. Aber die Arbeiterschaft und damit die Leserschaft der Krone wählte noch immer SPÖ. Das zählte.

Franz Vranitzky und die Krone hatten kein besonderes Verhältnis, vor allem weil er ein echter Anti-Nationalsozialist war. Die Krone favorisierte daher den ihr auch diesbezüglich viel näheren Jörg Haider. Aber Vranitzky war beliebt, und so konnte die Krone gegen ihn nie jene Kampagnen fahren wie gegen andere.

Viktor Klima versuchte das Blatt auf seine Seite zu ziehen, mit indifferentem Erfolg. Alfred Gusenbauer hatte kaum eine Chance bei der Krone (und dem inzwischen gegründeten Österreich). Beide priesen Faymann, der sie als Verkehrsminister mit Millionen Inseratengeld versorgt hatte, als den neuen Messias.

Die Sozialdemokratie hatte also immer versucht, sich mit der Familie Dichand (und später auch mit der Familie Fellner - Österreich) gut zu stellen. Es wurde ihr nicht Treue um Treue vergolten: Die Krone pushte Jörg Haider, Karl-Heinz Grasser und jetzt auch Frank Stronach. So direkt mit Geld versorgt wie unter Werner Faymann wurden Krone und Co aber nie.

Wobei viel mehr Faymann als die SPÖ davon profitiert. Die Partei mag sich einreden, dass die Inseratenaffäre bald vergessen sein wird. Aber der Ruf Faymanns ist beschädigt. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 22./23.9.2012)

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Um die Gunst der schönen und holden Krone wird seit Ewigkeiten geworben

Die Rollenverteilung ist aber eindeutig:

Faymann macht tolle Geschenke und ist auch der Freund zum Reden - aber eigentlich steht sie ja viel mehr auf HC, den Macho.

pressestunde heute mittags:

man kann wohl annehmen, dass diese sendung nur einigermaßen politisch interessierte leute ansehen.

glaubt dieser herr cap eigentlich, dass alle seher der sendung grenzdebil sind? wenn man die (nicht-)antwort auf die erste frage von herrn langpaul gehört hat, wäre sofortiges abschalten gerechtfertigt.

es ist einfach unglaublich, dass ein mensch wie cap nach so langer politischer tätigkeit noch immer kein gespür für die wähler entwickelt hat. ich nehme an, dass er selbige noch immer für die "menschen da draußen" hält.

Vielleicht ist es umgekehrt. Vielleicht hat man nach so langer Zeit das Gespür für die Wähler verloren.

http://www.profil.at/articles/... schussware
(Nikowitz-Satire über ein Paralleluniversum da draußen.)

danke für den tipp ...

... mit einer kleinen anmerkung:

bei pendl ist man geneigt von einem funktionierenden anstatt von einem funktionalen analphabetismus zu sprechen.

die frage ist ja eher warum sich die sp in dieser lage (oevp & fp schwer angeschlagen, die gruenen weiter bei vorsichtigem wachstum; bzoe vor der implosion; die piraten noch ohne gesicht & strohsack ohne programm) eigentlich mit anlauf und doppelpass ein eigentor selbst schiessen, weniger dass torschuetze und assistgeber draussen sind.

warum ueberhaupt die aktion, warum so aengstlich??

und wie heisst der ersatz fuer faymann?

machts gleich...

...den Cap zum nächsten Kandidaten, dann geht das Kasperltheater weiter...

machts gleich...

...den Cap zum nächsten Kandidaten, dann geht das Kasperltheater weiter...

der ist nicht kaputt,

der ist mausetot! einerseits "ich komm ja, wenn man mich vorlädt" sagen, andererseits seiner eigenen partei selbige vorladung verbieten, läuft bei mir unter dem motto: verarschen kann ich mich selbst!

cap und fay sind politisch mausetot.

Sie vergessen leider die Unbelehrbarkeit der Österreicher.

Etwas zu kurz gegriffen

Mittlerweile ist der ruf der SPÖ, der ÖVP, etc. Und sogar der Demokratie Österreichs beschädigt

..nur die KronenZeitung gilt weiterhin als unverzichtbar..

Warum enthält sich die ÖVP nicht einfach bei einer Abstimmung im U-Ausschuss

über eine Faymannladung?

Damit könnte sie die Koalitionsräson aufrechterhalten und sich dennoch glaubhaft vom SPÖ-Faymannsumpf abgrenzen.

Stimmt die ÖVP mit der SPÖ gegen die Ladung Faymanns, so macht sich die ÖVP zur Komplizin Faymanns ... mit schönen Folgen für die NR-Wahl 2013.

Hilfe für Faymann.

Hier möchte ich Hilfe für Herrn Fymann anbieten, mit welcher er in der Öffentlichkeit punkten kann:

"Ich, Werner Faymann,werde mit meinen Abgeordneten sprechen und sie bitten, mich auf die Vorladungsliste zu setzen. Ich freue mich auf die Vorladung, damit ich endlich alle gewünschten Punkte in voller Gelassenheit aufklären kann."

das kann nicht funktionieren, ....

... denn dazu bedürfte es eines bundeskanzlers, der eine eigene meinung abseits von vorgefertigten statements vertreten und verteidigen kann. faymann hat weder eine eigene meinung noch könnte er sie, falls er eine hätte, mit eigenen worten vertreten.

Es wäre für die SPÖ sehr zu hoffen,

dass Faymann sich davon nicht mehr erholt und noch vor der nächsten Wahl entsorgt wird. Es gibt gute Leute in der SPÖ; mit Voves an der Spitze etwa könnte aus der SPÖ wieder etwas werden, das wählbar ist. Entsorgt diesen unfähigsten Bundeskanzler der Geschichte endlich!

leider ist es echt schwer, jemanden bei der spö für führungfunktionen ausfindig zu machen

aber ganz sicher: VOVES und BURGSTALLER sind es ganz sicher nicht. null politische gesinnung, null inhalte, null vorstellung eines größeren gesamten. dafür aber höchst narzisstisch und folglich populistisch. die verkaufen auch ihre eigene großmutter an den teufel oder wenn auch immer und begründen das mit sozialdemokratischer denkweise und sozialdemokratischer folgerichtigkeit.

Jedenfalls ist diese Diktion von der "Entsorgung" eines Menschen abzulehnen, wie gut oder schlecht auch immer.

Da stimme ich ihnen zu und gebe Grün. Ziehe das "Entsorgen" zurück und wollte es nie als auf den Menschen Faymann bezogen wissen sondern auf die Funktionsausübung. Herr Faymann soll glücklich und steinalt werden, bloß Bundeskanzler soll er nicht mehr sein - da war und ist er eine Fehlbesetzung.

Kreisky und seine Anti-Israel-Haltung.

Kreisky hat nicht deshalb so große Erfolge gefeiert, weil er ein so toller Bundeskanzler. Man braucht ja nur das Defezit zu Beginn seiner Amtszeit mit dem Ende seiner Amtszeit vergleichen. Sondern deshalb weil er eine Anti-Israel-Haltung und gegen Wiesenthal hergezogen ist.Und das zählt in Österreich ja viel mehr, als tatsächliche Leistungen.

Danke fuer den ironischen Beitrag.

Prognosen sind immer problematisch, besonders solche über die Zukunft?

dieser Einstieg zeigt eigentlich schon, dass nicht allzuviel geistige Anstrengung auf den Kommentar verschwendet wurde ;-)

Sie outen sich :Das ist ein Zitat, je nachdem

Mark Twain oder Churchill zugeschrieben

und als was oute ich mich?

als Jemand,d er dieses Zitat nicht kennt? das ist dann in der Tat richtig. Ich finde es persönlich halt sinnvoll, nur jene Zitate zu verwenden, die mir auch schlüssig erscheinen. Was wäre an diesem Zitat schlüssig? Gibt etwas anderes als Zukunftsprognosen auch? ;-))

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