Performance: Sieben Tage mit Lektüre in Erdloch ohne Tageslicht

Künstler Poincheval läßt sich unter Buchgeschäft einschließen

Marseille - Sieben Tage oder "604.800 Sekunden" - so der Name der Performance - will der Künstler Abraham Poincheval in einer winzigen Höhle im südfranzösischen Marseille verbringen. In dem Erdloch unter der Veranda einer Buchhandlung und Kunstgalerie kann Poincheval kaum stehen und gerade mal sitzen. Es wurde nach seinem Einstieg am Donnerstagabend mit einem tonnenschweren Felsbrocken verschlossen, so dass ihn kein Tageslicht erreicht.

Mit dabei hat der Künstler eine Stirnlampe, Wasser, gefriergetrocknete Nahrungsmittel und eine Kamera, um sich zu filmen. Außerdem verfügt er über von den Buchhändlern ausgesuchte Belletristik etwa von Colum McCann oder Haruki Murakami. Die unter der Erde gefilmten Videobilder werden auf die Wände der Buchhandlung projiziert.

"Wo befindet man sich, wenn man liest? In welcher Dimension, in welcher Raumzeit?", lauten die Fragen, die Poincheval mit seinem Projekt stellen will. Und mit der Höhle will er bewusst Assoziationen an eine Eremitengrotte, Raumfahrerkapsel oder den Mutterleib wecken. (APA, 21.9.2012)

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