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Innsbruck/Rabat - "Wir werden vermutlich am 11. Februar um 10 Uhr am Mars landen", verkündet Gernot Grömer, Leiter der "Marokko Mars Simulation 2013" (Mars2013). Noch ist dieser "Mars" allerdings auf der Erde, konkret in der marokkanischen Wüste, und bei der vierwöchigen Expedition des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) handelt es sich um eine Trockenübung. Doch in 20 bis 30 Jahren könnte aller Voraussicht nach der erste Mensch unseren Nachbarplaneten betreten, so Grömer. Zweck der Übung sei es, die Geräte und Arbeitsläufe zu testen, die Astronauten sicher auf den Mars bringen, dort ihr Überleben garantieren und sie sicher wieder zurückbringen sollen.
In der Sahara bei Erfoud in Marokko habe man optimale Bedingungen für den Feldtest gefunden. Man müsse sich nur den blauen Himmel wegdenken und durch einen rostroten Horizont ersetzen, dann könne man mit ein bisschen Fantasie sagen, so schaut es auf dem Mars aus, sagte Grömer. Für das ÖWF sei "Mars2013" der zehnte und mit Abstand größte Feldtest, auch für Europa und Afrika sei es die bisher größte "Marsmission".
Wenn man eine Welt erkunden will, die bis zu 380 Millionen Kilometer von der Erde weg ist, müsse man die Arbeitsabläufe durchspielen, sie bloß durchzudenken sei zu wenig, dabei würde man zu viele mögliche Fehlerquellen übersehen, so Grömer. "Man kann sich nicht genug Sachen vorstellen, die schief gehen können", erklärte Norbert Frischauf vom ÖWF, man sei etwa erst bei Feldtests darauf gekommen, dass man einem Schockpatienten im Raumanzug nicht einfach eine Spritze verpassen kann.
Die Feldcrew wird bei der Simulation im Februar kommenden Jahres von einer Missionskontrolle in Innsbruck geleitet. Mitarbeiter aus mehr als zwanzig Nationen von fünf Kontinenten werden verschiedene Experimente durchführen. Bei der Kommunikation von der Kommandozentrale in die Sahara wird die Zeitverzögerung simuliert, die eine Nachricht vom Mars bis zur Erde braucht. Wenn ein Astronaut auf dem Mars um Hilfe ruft, dauert es bis zu einer dreiviertel Stunde, bis die Zentrale von dem Problem erfährt, erklärte Grömer.
Bei der Mars-Simulation wird etwa ein vom ÖWF entwickelter Raumanzug getestet, sowie aufblasbare Wohnmodule und verschiedene Marsvehikel. Mediziner überwachen die Anzugtester und Biowissenschafter untersuchen mögliche Kontaminationswege bei der Probenentnahme unter Raumfahrtbedingungen. "Wenn man auf dem Mars Lebensspuren findet, dann muss man sehr sicher sein, dass sie wirklich von dort sind und nicht ein blinder Passagier von der Erde", erklärte Grömer. Sonst hätte man "sehr elegant eine sehr teure Mission in den Sand gesetzt". Auch gelte es den Mars zu schützen: "Wir wollen keinen kontaminierten Mars hinterlassen", so Rudolf Albrecht vom ÖWF.
Weltraumarchitekten von der Technischen Universität (TU) Wien entwickeln für die Mission eine mobile Notunterkunft. Sie soll bei einem Unfall im Außeneinsatz schnell aufgebaut sein, von einem einzelnen Astronauten transportiert werden können und bis zum Eintreffen von Hilfe bis zu 48 Stunden lang Schutz und eine atembare Atmosphäre bieten, erklärte Sandra Häuplik-Meusburger vom Institut für Architektur und Entwerfen der TU. Der Prototyp würde von Masterstudenten gebaut und getestet.
Österreich habe in der Raumfahrt ein paar Nischen entdeckt, wo man in der Welt ganz vorne mitmischen könne, erklärt Grömer. "Wie auch immer der konkrete Weg zum Mars aussehen wird, ein bisschen daran wird rot-weiß-rot sein." Von der politischen Seite würde er sich "ein bisschen mehr Rückhalt" wünschen. Dabei ginge es nicht um mehr Geld, sondern um das richtige Wort zur richtigen Zeit aus einem Ministerium, damit man im europäischen Vergleich nicht "wie so oft den Kürzeren zieht".
Das ÖWF ist ein Netzwerk, das sich der Weltraumforschung widmet und junge Menschen für die Wissenschaft begeistern will, erklärte Albrecht. "Österreich hat zu viele Politikwissenschafter und Soziologen aber zu wenige Ingenieure", beklagte er. Das ÖWF sei ein sehr aktives Mitglied der friedlichen Raumfahrt, so Mazlan Othman, Direktorin des Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA) bei der Pressekonferenz. Sie lobte, dass in dem Projekt mit Marokko ein Entwicklungsland eingebunden wird. (APA/red, derStandard.at, 24.9.2012)
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Mir erschließt sich nicht warum wir Menschen auf den Mars schicken wollen.
Bevor jetzt mich alle mit ROT niederstricheln - ich bin ein starker Anhänger von robotischen Missionen. Und wenn man sich MSL Curiosity anschaut dann bin ich mehr denn je überzeugt dass es NICHTS bringt Menschen dorthinzuschicken.
Wenn man bedenkt was alles an Nutzlast in Lebenserhaltungssysteme (Strahlenschutz, Wasser, Sauerstoff) gesteckt werden muss nur um dann ein paar mutige "Marsionauten" dort herumkrabbeln zu lassen... Da ist es doch sinnvoller Robotermissionen weiterzuführen, wir riskieren kein Menschenleben und bekommen trotzdem enorme Datenmengen zu wahrscheinlich deutlich geringeren Kosten!
Nur zum Mars zu fliegen weil er "da" ist - ist für mich dumm!
Ohne das MSL herunterspielen zu wollen (käme mir nicht in den Sinn, es ist eine großartige technische Leistung), aber fünf Astronauten mit allen Geräten von Curiosity auf einem von Menschen gesteuerten Fahrzeug könnten in einem Monat mehr Untersuchungen durchführen, als der beste Roboter in 1-2 Jahren. Schicken Sie einen Geologen hin, der sammelt Ihnen in einer Woche mehr interessante Steine ein, als Curiosty während seiner gesamten Lebensdauer analysieren kann.
Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, immer am selben Fleck zu bleiben. Vor 40 Jahren hat das letzte Mal ein Mensch einen fremden Himmelskörper betreten, danach haben wir uns wieder auf die Erde konzentriert. Was hat es gebracht? Der Umwelt gehts nicht besser, die Menschen hauen sich noch immer die Köpfe ein aber es hat sich nun auch ein schon die Schmerzgrenze überschreitender Mangel an Zukunftsvisionen breitgemacht.
Der Traum von Kolonien im All lässt sich vielleicht nicht sofort erfüllen, ist mir aber unendlich symathische, als "Zukunft" auf noch leistungsfähigere Smartphones und neue Möglichkeiten, schnelles Geld zu verdienen, zu reduzieren.
warum sollte man auf den everest, wenn eine drohne von oben fotos machen kann? warum sollte cameron in den mariannengraben, wenn ein roboter dort daten aufnehmen kann? man kann diese frage auf alles moegliche ausweiten.
ich glaube, dass die antwort ganz einfach ist: es geht um erfahrungen, nicht bloss um daten. wir sind lebewesen, die dinge erleben und erfahren wollen, nicht computer, die daten auswerten und analysieren.
das jetzt dumm zu finden oder nicht, ist geschmackssache. fuer jeden, der es sinnvoll findet, einen lebensgefaehrlichen rekordversuch im free solo climbing zu unternehmen, gibts jemanden, der es sinnlos findet.
an den grenzen, nicht im gruenen bereich, lernen menschen sich selber kennen. meine 2 cents.
...und das war auch zu jedem Zeitpunkt vom technischen Standpunkt aus halbwegs realistisch, d.h. es war auch schon in den 70er Jahren relativ klar, dass man mit existierender Technologie und absehbaren Weiterentwicklungen binnen ca. einer Generation mit exorbitantem finanziellen Aufwand Menschen zum Mars und wieder zurück bringen kann.
Diese finanziellen Mittel brachte halt niemand auf (Militär hat kein Interesse am Mars ;) ), und ein paar unangenehme Kleinigkeiten machen lange Weltraumreisen für die Menschen sehr ungesund oder wahlweise die Raumschiffe noch viel unvorstellbarer teurer.
Dennoch, hätte die Menschheit "um jeden Preis" zum Mars gelangen müssen, wären wir seit ca. 20 Jahren dort - so aber bleibt das noch lange eine Vision.
...und die kann nur darauf beruhen wie lang man realistischerweise braucht, wenn man das Projekt *ernsthaft* verfolgt - weil verzögern kann man natürlich beliebig leicht beliebig lang. Würde man heute ein Weltraumprogramm planen müssen, das uns binnen 20 Jahren zum Mars und wieder zurück bringt, könnte man mit einem halbwegs plausiblen Kostenvoranschlag und Zeitplan anrücken.
Also z.B. sowas wie "zu den Kosten des Irak-Krieges schaffen wir es bis 2030 zum Mars", und ja, das würde wohl auch funktionieren!
Ob das wirklich sinnvoll ist, Menschen dahin zu schicken, ob man das Geld besser anders einsetzen sollte etc. ist nicht Bestandteil der Frage.
Ehrlich gesagt, ich glaube nicht dass ich eine bemannte Marslandung erleben werde.
Marokko ist wegen der Morphologischen und Mineralogischen eigenschaften seh Marsähnlich. man braucht sich nur Fotos von der Gegen ansehen und mit Marsaufnahmen vergleichen. ohne blauen Himmel lässt sich nicht mehr auf den ersten Blick erkennen ob man auf der Erde oder am Mats ist
Die Arktis ist der logische nächste Schritt für Mars-Analogforschung, aber auch um einen Faktor 10 auch aufwändiger durchzuführen
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