Die Teilung Amerikas

Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher: Droht der amerikanische Traum an sozialer Ungleichheit zu zerbrechen? Schlaglichter auf eine Debatte im Wahljahr 2012

Ein Indianer kennt keinen Schmerz, ein Amerikaner keinen Neid. Beobachtern der USA ist oft aufgefallen, dass das ressentimentgeladene Emporschielen zu den Reichen keine tragende Säule der amerikanischen Gesellschaftsarchitektur ist. Natürlich ist dem einzelnen Amerikaner das Neidgefühl nicht unbekannt, aber als politikfähige Idee ist es bedeutungslos (und für einen gläubigen Puritaner auch sündhaft).

Kein relevanter US-Politiker, der bei Sinnen ist, würde wie der französische Sozialist François Hollande öffentlich behaupten, dass er die Reichen "nicht mag", und ihnen dann auch noch 75 Prozent Steuern aufbrummen. Wenn schon Sozialneid, dann von oben nach unten: In dieser Woche empörte sich der 250 Millionen Dollar schwere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney über die 47 Prozent seiner Mitbürger, die keine Einkommenssteuer zahlen, aber sich dennoch als "Opfer" fühlen und frech Ansprüche auf staatliche Unterstützung erheben.

Romney ist nicht der Erste, der das Ressentiment gegen unten bedient. In den Reagan-Jahren geisterte das Phantom der "welfare queens" durch die politische Arena, ein von den Konservativen zum Massenphänomen herbei fantasiertes Schreckbild arbeitsscheuer Unterschichtlerinnen, die sich mit dem Cadillac die Sozialhilfeschecks abholen und dann auf Kosten des Steuerzahlers fünf gerade sein lassen. Eine auch für Millionäre schockierende Vorstellung!

Jeder ist seines Glückes Schmied, und wer es verabsäumt, die Opportunity beim Schopf zu packen, hat sich die Konsequenzen selbst zuzuschreiben: Im Wahljahr 2012 werden diese amerikanischen Grundgewissheiten kräftig hinterfragt. Und es sind nicht nur die Hitzköpfe von Occupy Wall Street, die gegen die Spaltung der Gesellschaft mobilmachen (99 Prozent Habenichtse, ein Prozent Su perreiche - das waren noch Zeiten, als die Vision einer "Zwei-Drittel-Gesellschaft" schockte!). Auch immer mehr renommierte "public intellectuals" haben die "social inequality" als Thema entdeckt. Die Gründe für diese kollektive Nachdenklichkeit über soziale Verwerfungen liegen auf der Hand. Die seit dem Jahr 2008 andauernde Krise hat die real existierenden Vermögens- und Einkommensdifferenzen noch einmal akzentuiert. Nach den jüngsten Daten der amerikanischen Zensusbehörde vom September 2012 ist der Gini-Koeffizient, der die Einkommensunterschiede misst, in den Jahren von 1993 bis 2011 um 5,2 Prozent angestiegen; allein von 2010 bis 2011 nahm er um 1,6 Prozent zu.

Fast jeder sechste Amerikaner - 15 Prozent nach derselben Quelle - ist arm, so viele wie seit den 1960ern nicht mehr. Und dann gibt es natürlich auch Romney, der zum Nachdenken über soziale Ungleichheit anregt. Der hölzerne Mormone schilt 47 Prozent seiner Mitbürger Schmarotzer, während er gleichzeitig seine Millionen mit steuerschonenden Konstruktionen in ausländische Finanzparadiese transferiert.

Einer der ersten, die im Wahljahr 2012 weithin hörbar auf die "Inequality"-Pauke schlugen, war Charles Murray. Der in Harvard und am MIT geschulte Soziologe ist des Linksradikalismus unverdächtig. Anfang der 90er-Jahre entfachte Murray einen Riesenskandal, als er gemeinsam mit Richard Herrnstein in der Bell Curve Überlegungen zum Verhältnis von ethnischer Zugehörigkeit und Intelligenz anstellte. Das jüngste Werk des 69-jährigen Anarchokonservativen, Coming Apart, ist von tiefer Besorgnis über den Status quo der amerikanischen Gesellschaft durchzogen. Murrays Studiengegenstand war die Entwicklung des "White America" im halben Jahrhundert zwischen 1960 und 2010, und das Bild, das sich ihm darbietet, ist nicht hübsch. Es zeigt ein Auseinanderdriften der amerikanischen Bevölkerung in zwei vollkommen voneinander getrennte Lebenswelten, die in keiner Hinsicht mehr etwas miteinander zu tun haben.

Murray sieht die 90er-Jahre als Schlüsselepoche dieser Entwicklung. Durch die Erfindung neuer Technologien, vor allem des Internets, werden damals die Karten auf dem Arbeitsmarkt neu gemischt. Es wächst die Nachfrage nach exzellent ausgebildeten, hochspezialisierten Fachkräften; ein zuvor nicht gekannter "Markt für Gehirne" entsteht, während zugleich unqualifizierte Arbeit massiv entwertet wird. Bill Gates sprach von einem "Krieg der IQs", der sich allerdings nicht zwischen Microsoft und seinen Software-Konkurrenten abspielte, sondern zwischen Microsoft und Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley, die die in den Nobeluniversitäten des Landes ausgebildete In telligenz magnetisch anzogen. Der New York Times-Kolumnist David Brooks entdeckte 2000 in seinem - milde satirischen - Bestseller Bobos in Paradise den Sozialtypus des "Bourgeois Bohemian", den betuchten städtischen "Professionellen", der die Kommoditäten des bürgerlichen Daseins mit den Annehmlichkeiten der Boheme-Freiheit verbindet.

Das von Murray detailreich geschilderte Milieu der US-Modernisierungsgewinner - glücklich, wer ihm angehört! - führt einen angenehmen, charakteristischen Lifestyle. Die neue "upper class" ist auf ihre Gesundheit bedacht (Yoga, Mountainbiken, Marathon) und anders als das Gros der Bevölkerung fast nie übergewichtig.

Außer gelegentlich der einen oder anderen Simpsons- oder Mad Men-Folge sieht sie kaum fern, ist aber bestens aus New York Times, Wall Street Journal oder dem Economist über die Weltläufte informiert. Die Scheidungsrate ist signifikant niedriger als bei den Armen. Nie würde man Urlaub in Las Vegas oder Disney World machen, sondern man ist als Back packer in Belize oder in Südfrankreich unterwegs oder segelt auf einem Boot die Küste vor Maine entlang. Geradezu obsessiv beschäftigen sich die neuen Uppers mit den Schulen und Universitäten, die ihre Kinder besuchen sollen, was dann zugleich auch der beste Garant dafür ist, dass sich ihre Schicht nahtlos reproduziert.

Weil Wissen Macht und Geld bedeutet, ist der "Transfer der ko gnitiven Fähigkeiten auf die kommende Generation" (Murray) eine der lebensgeschichtlichen Hauptaufgaben der Happy Few. Und auch sonst bleibt man unter sich. Murray spricht von "sozialer Homogamie", das ist eine ins Sozialwissenschaftliche übertragene Formulierung der alten Erkenntnis, dass sich Gleich und Gleich gerne gesellt. Murray geht sogar so weit, von einer "neuen Segregation" zu sprechen, nur dass sie nicht entlang "rassischer" Linien verläuft, sondern zwischen Arm und Reich. Diese Segregation ist nicht nur im Sinne eines Auseinanderklaffens von finanziellen Möglichkeiten, Mentalitäten und Lebenschancen gemeint, sondern auch handfest geografisch: Die Uppers scharen sich in einer Handvoll Nobelgegenden zusammen, deren erlesene Postleitzahlen Murray "SuperZIPs" nennt. Die räumliche Segmentierung verbürgt, dass sich Arm und Reich tendenziell niemals physisch über den Weg laufen. "Belmont" und "Fishtown" nennt Murray seine fiktiven zwei Orte, an denen er veranschaulicht, in welchen Welten Reich und Arm im heutigen Amerika leben,

Aus eigener Kraft

Auch die obersten fünf Prozent der amerikanischen Gesellschaft - mit mindestens 186.000 Dollar Haushaltseinkommen ist man im Club dabei - sind in sich noch einmal kräftig differenziert. Die Einkommensschwächsten in der Top-Five-Schicht - meist Medienleute oder Universitätsprofessoren - führen fast prekäre Existenzen im Vergleich zu den millionenschweren Rechtsanwälten oder Wirtschaftsleuten über ihnen, von Internetgewinnern wie Mark Zuckerberg zu schweigen. David Brooks spricht bei den Ärmeren der Wohlhabenden von einer "Status-Einkommen-Disparität". Bedauern muss man sie trotzdem nicht. Immerhin liegt man bei einem Haushaltseinkommen von 186.000 Dollar noch fast um das Vierfache über dem entsprechenden amerikanischen Medianeinkommen, das 2011 gerade einmal 50.054 Dollar betrug.

In einer Gesellschaft ohne Neid müssen die Menschen davon überzeugt sein, dass es gerecht ist, wenn die Reichen reich sind, und darauf vertrauen, dass sie selbst die Möglichkeit haben, reich zu werden. Wenn einer reich ist, hat er es verdient, reich zu sein: Dieses Prinzip nennt man auch Meritokratie. Es ist ein sehr amerikanisches Prinzip, das sich historisch auch aus der Opposition gegen die soziale Undurchdringlichkeit hier archisch-aristokratischer Gesellschaften, die man in Europa hinter sich gelassen hatte, erklärt.

Der Glaube, dass man es aus eigener Kraft nach oben schaffen kann ("to make it") ist ein uramerikanisches Credo, aber es ist eines, an das man immer weniger glauben kann. Das behauptet Christopher Hayes, ein emporstrebender junger Journalist, der für die linke Nation und den links liberalen TV-Sender MSNBC arbeitet. In seinem Buch Twilights of the Elites sieht Hayes ein post meritokratisches Zeitalter in den USA heraufdämmern.

Die Idee der Meritokratie, meint Hayes, sei in den USA nicht zuletzt deshalb immer so lebens kräftig gewesen, weil sie rechten Grundüberzeugungen ebenso entsprach wie linken. Die Rechte glaubt an die natürliche Ungleichheit der Menschen, bei der Linken steht Meritokratie für kosmopolitisches Ethos, die Verachtung des bloß Ererbten und das Bekenntnis zur Diversität und Offenheit. Der Pferdefuß des Meritokratismus ist für Hayes allerdings, dass dieser sich auf lange Sicht gegen sich selbst kehrt.

Diejenigen, die es auf der sozialen Leiter nach ganz oben schaffen, ziehen die Leiter dann entweder ganz egoistisch zu sich hinauf oder schieben sie ihren Familienmitgliedern, Freunden und Spezln zu. "The winner takes it all": Die durch das Leistungprinzip Belohnten werden gesellschaftlich so übermächtig, dass sie den anderen die Luft zum Atmen nehmen. In der dramatischsten Zuspitzung heißt das dann wirklich: Das eine Prozent gegen die 99, oder wie Hayes es formuliert: "Wer von Meritokratie spricht, spricht letztlich von Oligarchie".

Dass eine solche Entwicklung gesellschaftlich nicht gesund sein kann, liegt auf der Hand. Hayes häuft denn auch Beispiel um Beispiel an, wie die Abgehobenheit ("out of touch") der Obersten in der "verlorenen Dekade von 2000 bis 2010" hervorgetreten sei - die Exzesse der Banker, der ohne Rücksicht auf Verluste vom Zaun gebrochene Irakkrieg und so fort.

Für Murray, der die Arm-Reich-Segregation ebenfalls als das Krebsübel der amerikanischen Gegenwartsgesellschaft ansieht, hat bereits ein "selektiver Kollaps von Gemeinschaft" stattgefunden. Er schließt damit explizit an die aufrüttelnden Befunde des Politologen Robert Putnam an, der in seinem 2000 erschienenen und schnell zum Klassiker gewordenen Buch Bowling Alone ein Flächenpanorama von einem seit Jahrzehnten beobachtbaren Verfall des "amerikanischen Sozialkapitals" gemalt hat: Rückzug aus dem gesellschaftlichen Zusammenleben, Wahlabstinzenz, zunehmendes soziales und bürger liches Desengagement. Logischerweise findet man diese Übel am unteren Ende der sozialen Stufenleiter, also in "Fishtown", ungleich häufiger vor als in "Belmont."

"Der Glaube in die essentielle Fairness Amerikas (...) ist der amerikanische Mythos, kraftvoll und dauerhaft. Aber dieser Glaube erweist sich zunehmend genau als das - nämlich als Mythos", schreibt Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Sti glitz in seinem neuen Buch The Prize of Inequality - How Todays Divided Society Endangers Our Future. Stiglitz verweist auf "eine Menge unterschiedlichster Studien", die belegen, dass die Mobilität von unten nach oben just in den USA heute geringer ist als in anderen entwickelten Ländern. Dem "Economic Mobility Project" am Meinungsforschungsinsitut Pew zufolge ist die Relation zwischen der Ausbildung der Eltern und der "ökonomischen, bildungsmäßigen und sozioemotionalen Befindlichkeit ihrer Kinder" in den USA größer als in allen anderen untersuchten Ländern, konkret: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada, Australien, Schweden, Finnland und Dänemark. Anders formuliert: Die Chancen, Defizite der persönlichen Herkunft durch Aufstiegswillen, Fleiß und Talent wettzumachen, stehen ungeachtet einzelner Erfolgsgeschichten vom Schwarzenegger-Typus in den USA schlechter als anderswo.

Stiglitz geht auch mit seiner eigenen Zunft, der Wirtschaftswissenschaft hart ins Gericht, namentlich mit den Vertretern der vorherrschenden "Marginal Productivity Theory", welche besagt, dass die, die mehr haben, deshalb mehr haben, weil sie einen größeren Beitrag zum Wohlergehen der Gesellschaft leisten. Stiglitz bezweifelt nicht nur die Richtigkeit dieser These, sondern glaubt, dass ihre Hauptfunktion mittlerweile die sei, die "wissenschaftliche" Rechtfertigung für die wachsende Ungleichheit zu liefern und die unselige Rolle, die die Politik in dem ganzen Prozess spielt, zu bemänteln. Die US-Regierungspolitik, meint Stiglitz, trage nämlich keineswegs zur Lösung des Ungleichheitsproblems bei, sondern verursache es im Gegenteil in großen Ausmaßen selbst, etwa durch eine Steuerpolitik, die das oberste Segment der Gesellschaft konstant bevorzugt.

Murray, Hayes und Stiglitz wären keine guten Amerikaner, ließen sie es bei der Problembeschreibung bewenden und hätten keine eigenen Vorstellungen, wie man der Misere gegensteuern könnte. Murray setzt auf ein Erwachen der Bürgergesellschaft ("a civic great awakening") und eine Rückbesinnung auf amerikanische Gründungstugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit oder Religiosität, ohne freilich im Detail zu verraten, wie diese die Malaise der Arm-Reich-Segregation kurieren sollte. Hayes setzt seine Hoffnungen auf neue Formen nichthierarchischer bürgerlicher Selbstorganisation gegen die abgehobenen "postmeritokratischen" Eliten. Beispiele sind die Tea-Party-Bewegung, der Hayes politisch allerdings nur wenig abgewinnen kann, oder aber Occupy Wall Street.

Egalitäres Potenzial

Hier oder bei Move On sieht Hayes ein großes Entwicklungspotenzial für eine egalitäre Graswurzelbewegung, zumal sich die politische Linke historisch und ideologisch lange auf den Wert der Gleichheit verpflichtet habe. Zweck der Übung: "Wir müssen die elementarsten Institutionen - das Bildungssystem, die Regierung, Wall Street - direkt mit unseren Forderungen konfrontieren und von Grund auf reformieren. Wir müssen die Macht von denen, die am meisten von ihr haben und am meisten von ihr profitieren, zurückerobern, auch wenn sie sich mit Zähnen und Klauen zur Wehr setzen werden."

Stiglitz sieht vor allem die Steuerpolitik gefordert: Auf seiner Wunschliste steht eine höhere Besteuerung der Topeinkommen und arbeitsloser Einkünfte, Steuerschlupflöcher gehören rigoros gestopft. Außerdem müsste die Regierung jenen Firmen und Konzernen, die ihr Geld mit Öl und Gas machen, gerechte Preise für die Nutzung abverlangen und sie nicht auch noch subventionieren. Immerhin, meint Stignitz, handle es sich um Ressourcen, die "von Rechts wegen allen Amerikanern gehören". Weitere Punkte auf der Traktandenliste von Stiglitz: verbesserter Zugang zu Bildungsinstitutionen, eine Abmilderung der Globalisierungshärten durch mehr Sozialhilfe sowie eine grundlegende Reform des Finanzsektors, der durch seine Exzesse gewaltig zum Anstieg der Ungleichheit beigetragen habe: "Hier wäre der natürliche Ort, von dem aus ein Reformprogramm begonnen werden sollte", meint Stiglitz. Sein Wort in Gottes Ohr. Wie immer der nächste amerikanische Präsident nach den Wahlen im November auch heißt: Bei der Bekämpfung der sozialen Ungleichheit fände er jedenfalls ein weites Betätigungsfeld. (Christoph Winder/DER STANDARD, Album, 22./23.9.2012)

"Coming Apart" von Charles Murray und "Twilight of the Elites" von Christopher Hayes sind bei Crown erschienen, "The Prize of Inequality" von Joseph Stiglitz bei Norton, "Bowling Alone" von Robert Putnam und "Bobos in Paradise" von David Brooks bei Simon & Schuster. Eine deutsche Übersetzung des zuletzt genannten Buches erschien bei Ullstein ("Die Bobos. Der Lebensstil der neuen Elite").

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Ah ja, das Bomot möchte ich noch loswerden:

In den sechziger Jahren wurden mit Steuergeld noch Raumschiffe gebaut.

Heute nur noch Jachten der Superreichen.

So zynisch es klingen mag:

Aber wo an dem Artikel gibt es jetzt Neuigkeitswert?

Außer, dass die Schieflage des gesellschaftlichen Systems es mittlerweile es doch inden Aufmerksamkeitsfokus des amerikanischen Verlagswesens geschafft hat?

(Und dort sicher ein gutes Geschäft verspricht.)

In einer normalen Demokratie würde jetzt halt ein Linksschwenk kommen.

Amerika hat keine normale Demokratie. Alle Ansätze dazu wurden spätestens in den 50er Jahren vernichtet. Jetzt gibt es nur noch die Wahl zwischen neoliberal unbd rechts.

Wenn die Reichen anfangen, ihre Villen wie eine Festung zu überwachen, dann haben sie sich dem lateinamerikanischem Niveau angepasst.

Aber das ist nicht asozial genug!
Wenn man den amerikanischem Markt deutlich Schwächen will, müssen die Armen noch weniger verdienen, der Mittelstand, der sich für gehoben hält und sich wegen dem inadequaten Lebensstandard verschuldet muss schrumpfen!
Nur so kann man den amerikanischen Markt richtig Schaden! Die Verschuldung wegen besagtem Lebensstandard und die idR Militärausgaben, die nie gesenkt werden sollte der USA den Rest geben.

Imperien sind immer implodiert, weil die Reichen und Mächtigen die Armutsschere ignorierten und sich um eigene Belangen kümmerten. Sowas nennt man Dekadenz.
Ich geb der USA Obama + 3 Präsidenten Zeit. Also 12-28 Jahre.

Weltjournal

Neulich war im ORF Weltjournal ein interessanter Bericht über die USA und deren Abstieg als Supermacht. Leider war dieser nicht in der TVthek.

Hat von euch jemand einen link zu diesen Bericht??

Was die USA da betreiben ist Konkursverschleppung.

Sie sind in ökonomischer und in moralischer Hinsicht Bankrott.

Zusammenfassend kann man nach 10 Jahren Gemeinschaftswährung sagen, dass sie die unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten der Volkswirtschaften noch verstärkt hat.

Man könnte auch von einer sozialdarwinistischen Währung sprechen.Die schon immer schwächeren Länder werden gnadenlos über die Klippen gekippt zum Wohle einiger.Anstatt den angeschlagenen Staaten unterstützend zu helfen (Griechenlandhilfen=Bankenhilfen!)werden dort fatale Sparprogramme gefahren, die dem noch funktionierenden Binnenmarkt auch noch den Garaus machen und damit der Volkswirtschaft den Rest geben.Ich glaub die Eurokrise ist generalstabsmäßig geplant und hat bis dato genau so funktioniert wie es die kranken Hirne dahinter wollten.Endziel ist die Abschaffung des europäischen Wohlfahrtsstaates. Der Proll soll gefälligst wieder seinen Blick senken wenn die Herren erscheinen. Gleichheit ist unerträglich-zumindest für diese ASSIS !

Upps...falscher Thread

g'hört nach: "Lücke in griechischem Haushalt..."

interessanter kurzer bericht

"MOTEL KIDS" - KINDER DER KRISE

http://videos.arte.tv/de/videos... 98786.html

und wenn man sich vor Augen führt, WIEVIEL Kapital in diesem Land umgeht - natürlich auch durch das Unwesen, was dieses Land auf der Welt treibt - ist dieses bisschen Konsumreichtum der meisten Armen in den USA gar nichts.

Ich betone "der MEISTEN Armen", denn die unterste Unterschicht in den USA lebt in Dritteweltverhältnissen.

Und ja das gibt es im "alten" Europa auch hier und da - in Südosteuropa sowieso- , aber eher nicht in Deutschland und Österreich.

Amerika- Verteidiger argumentieren - typisch amerikanisch? - oft mit der puren materiellen Besitzmasse der Unterschicht

Besitz eines Eigenheims - na ja wenn ich mir so einige "Eigenheime" in ärmlichen ländlichen Regionen so ansehe ... Da würde ich lieber in einer bescheidenen Mietwohnung leben.

Besitz eines Autos: Wenn du keins hast, biste aber auch vielerorts völlig aufgeschmissen

Besitz von Flachbildfernseher, geräumigem Kühlschrank, stattlichem Bauch: Wow!

Zweifellos haben auch die armen Amerikaner meist viele Besitzgüter, aber vieles davon ist kreditfinanziert (das wird bei uns auch nicht ausreichend, aber noch etwas besser kontrolliert), durch hohe Arbeitszeiten, wenig Urlaub, unsichere Versicherungsverhältnisse und viele Entbehrungen erkauft.

Man kommt schneller hoch, aber man fällt auch schneller, und dann bleibt man lange oder für immer unten.

Leider bedingt Reichtum nicht automatisch auch Grundschulwissen.

Sonst könnte sich zumindest der reiche Teil der Bevölkerung leicht ausrechnen, dass es in JEDER Gesellschaft mit Kredit-Geldsystem zu immer größeren Diskrepanzen zwischen zwei Teilen der Bevölkerung kommen MUSS:
Jeder Teil, der sich seinen - wie auch immer gelegenen - Lebensstandard mit seinem Arbeitseinkommen gerade leisten kann, wird nach absoluten Zahlen immer gleich arm/reich bleiben.

Der andere Teil, der - durch Erbschaft, Gewinn oder durch ein über seinen notwendigen Verbrauch liegenden Einkommen - Kapital ansammeln ("ansparen") KANN, wird durch den Zinseszinseffekt IMMER MEHR Kapital ansammeln können. Wodurch er reicher und der andere Teil zumindest RELATIV ärmer werden wird. Historisch einzige Abhilfe: gelegentliche Katastrophen

Den Reichen ist sicherlich bewusst, dass die Schere immer grösser wird.
Nur interessiert dies keinen.Genauso wenig interessiert die Armen die Armut der anderen Armen.
Es zählen nur das eigene Ich.
Der Mensch ist kein altruistisches Wesen

Die in der Mitte Oo

Dummerweise ist das Haus des Finanzkapitalismus auf Sand gebaut

Aber immer wenn es ein bisschen was wegschwemmt, liefert der Fluss neues Material nach.

Wirtschaftlich wird der Westen seine Hegemonialstellung früher oder später verlieren, aber im politisch- strategischen und militärischen Bereich wird Useuropa noch lange dominieren, und Europa ist - ob wir es uns eingestehen oder nicht - nur ein allerdings unverzichtbares Anhängsel der USA.

Erst wenn die Fluten aus den aufgezehrten Armutsgürteln zu heftig werden, wird das ganze Gebäude weggeschwemmt werden.

Das kann aber noch länger dauern.

Wenn wir ehrlich sind, wollen wir die große Flut hinauszögern, denn wir haben uns an den Wohlstand gewöhnt.

Deswegen wählen wir jedesmal wieder brav mehrheitlich die bürgerlichen Mitteparteien.

Das kann aber noch länger dauern

sogar ziemlich, rund 3000 Jahre dauerts ja schon

Ist es denn bei Uns in Ö anders?

Der Mittelstand, die Melkkuh der Nation wird ja auch immer kleiner und eben durch diese verarmen doch auch bei uns die Menschen.

Die, die das Geld haben zahlen doch so Gut wie keine Steuern (Beispiel in Amerika: Romney mit 14,7 %! - gestern in den Nachrichten).

Weltweit ist das doch das Gleiche. Heute ein Bericht in der Krone dass über 20 Millionen Menschen in moderner Sklaverei leben.

Leute mit Geld werden Menschen immer Ausnutzen die ums Überleben kämpfen.

Im warenproduzierenden System bestimmen vor allen anderen die Führungsschichten in der Wirtschaft den sozialen Zeitgeist.

Dort ist offenbar noch nicht angekommen, das sich irgendwann etwas ändern könnte oder gar sollte.

Beispiel Bildung: "Konsumiert" man Vorlesungen im Bereich der englischsprachigen universitären Fernlehre zu den Themen: Leadership, Management, Human Resource Mangement, Marketing, E-business und was man sonst noch so alles braucht in einer freien Gesellschaft ohne Indoktrination und Gängelung, stellt sich die Frage, ob nicht "NLP and different aspects of behaviorism" der passendere Titel wäre.

Von den Studierenden - also dem zukünftigen mittleren und oberen Mangement - kann man eine kritische Beschäftigung mit den vermittelten Inhalten kaum erwarten. Das wäre nicht hilfreich für die Karriere und würde den ROI gefährden.

in warennichtproduzierenden

Systemen lebst es sich halt schlecht

es wird zum Zusammenbruch kommen

Das Finanzkapital frisst sich durch die geselschaft bis das letzte Geld bei ihnen landet und wir nur noch um 900 euro arbeiten damit wir gerade mal so durchkommen ! Die finanzindustrie zieht das Kapital wie ein magnet an sich, und es wandert alles zu denn Vermögend,ist ja auch logisch wenn die Eliten sich in keinster weise am allgemeinwohl beteiligen! keine Vermögendsteuer,Erbschaftsteuer,spitzesteuer etc und deshalb ist es auch Glasklar warum die Firmen alle zusperren und so langsam alles dahingerafft wird
Ist ja auch kein wunder wenn die mehrheit der Bevölkerung nur noch das nötigste zum leben kaufen kann deshalb werde viele Firmen auf der strecke bleiben.Lufthansa wird zu einer Billig airline warum woll?weil die masse kein geld mehr hat!

Die Schulden wurden gemacht, angehäuft, führten zu Krisen und wurden schließlich erlassen. Und dann fing wieder alles von vorne an. Das war die ursprüngliche Idee. Das haben wir jahrtausendelang falsch verstanden,weil es letzenendes immer so kommen muss,die Geschichte hat gezeigt das schulden immer am ende in sklaverei geführt hat, wenn wir denn schuldnern die schulden nicht erlassen haben,
und wir sehen heute das es einfach so ist,95 % der bevölkerung werden von tag zu tag ärmer und die restlichen 5 % reicher ! Wenn wir die Krise beenden möchten müssen wir einen schuldenerlass durchführen!!

Es wird sich aber nichts daran ändern. Die Occupy-Bewegung glüht aus und verliert an Schwung. Erst wenn das ganze System zusammenkracht, dann hat und wird sich etwas verändern.

es kracht

aber nicht

Glaube an die natürliche Ungleichheit

Ist dieser Glaube kulturell bedingt, oder wie die Religiosität evolutionär entstanden? Beides scheint jedenfalls zusammenzuhängen, wie man aus der Menschheitsgeschichte weiß. Warum Hollande es wagen kann in Frankreich ganz offen zu sagen, dass ihn soziale Ungleichheit stört hat m. E. auch damit zu tun, dass Frankreich ausgereift laizistischer Staat ist, mit einer hohen Quote an Atheisten/Agnostikern.

Ja, es ist bemerkenswert, dass Hollande so etwas sagt. Allerdings spricht er damit ein Problem an, das viel stärker ist als beispielsweise in Österreich. So viel soziale Ungleichheit wie in Paris habe ich kaum noch irgendwo in Europa gesehen: Matratzenlager unter Brücken; arabisch aussehende Leute, die in Geschäften übernachten (man sieht sie durch die Auslagenscheibe!); Obdachlose schlafen in Hauseingängen in der Innenstadt; Normalverdiener liefern ihren gesamten Lohn ab, um in einem 25m²-Zimmer wohnen zu dürfen. Schockierend.

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