Neues Carsharing-Modell: Das Privatauto gegen Geld verleihen

Elisabeth Mittendorfer, 26. September 2012, 05:30
  • Das Team hinter carsharing 24/7: Ruth Juric, Robert Reithofer und Tanja Röhm (von links nach rechts).
    foto: carsharing24/7

    Das Team hinter carsharing 24/7: Ruth Juric, Robert Reithofer und Tanja Röhm (von links nach rechts).

Eine Online-Plattform will eine Verbesserung der Auslastung und vermittelt zwischen Autobesitzern und Autofahrern

In Österreich nutzen immer mehr Menschen Carsharing. Bei gewerblichen Anbietern können die Fahrzeuge gegen eine Jahresgebühr und einen Kilometer- oder Zeittarif an Selbstbedienungsstationen ausgeliehen werden. Ein privater Anbieter hingegen setzt auf die Mittlerrolle zwischen jenen, die ein Auto haben, und denen, die eins brauchen.

In Wien wird der Ausbau der Carsharing-Angebote im Rahmen der Mobilitätsoffensive von der rot-grünen Stadtregierung unterstützt. Der größte heimische Anbieter carsharing.at, der kürzlich vom US-Unternehmen Zipcar übernommen wurde, hat seit Anfang September in Wien Standplätze im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt bekommen. Bislang hatte das Unternehmen seine fixen Parkplätze vor allem in Parkhäusern oder auf anderen privaten Flächen. Nach Fahrtende muss das Fahrzeug wieder am ursprünglichen Parkplatz abgestellt werden (siehe auch: Wien macht Platz für Carsharing).

Beim Anbieter car2go, einem Projekt des Daimler Konzerns, werden die Parkgebühren für die blau-weißen Smarts pauschal mit der Stadt abgerechnet. Die Autos können dafür auf jedem normalen Parkplatz abgestellt werden.

Private Carsharing Community

Eine Alternative zu den gewerblichen Anbietern bietet seit Februar die private Plattform carsharing24/7. Diese ist keine Autovermietung im herkömmlichen Sinn, sondern will die Auslastung bestehender Fahrzeuge verbessern. "Bei uns geht es nicht nur ums Autoteilen, sondern wir wollen eine Community aufbauen und uns austauschen", sagt Gründer Robert Reithofer.

Das Konzept dahinter ist einfach: Autobesitzer, die ihr Fahrzeug nicht ständig nutzen, können dieses auf www.carsharing247.com zur Vermietung anbieten. Zeitpunkt, Dauer und Preis werden dabei nicht von der Plattform, sondern von Vermieter und Mieter selbst ausgehandelt. Die Registrierung auf der Plattform ist für beide kostenlos.

Car2go wird teurer

Dass sich carsharing24/7 als ernstzunehmender Konkurrent etablieren könnte, liegt auch daran, dass car2go ab 1. Oktober die Tarife erhöht. Die Tagesrate wird von 39 auf 59 Euro angehoben. Fahrtunterbrechungen, also das zwischenzeitliche Parken des Autos, kosten dann 19 Cent und nicht mehr wie bisher 9 Cent pro Minute. Der Preis von 29 Cent pro gefahrener Minute bleibt aber gleich. Grund für die Erhöhung sei laut Juliane Mühling, Pressesprecherin von car2go, dass das Parken in Wien insgesamt teurer geworden ist und man daher die Preise anpassen musste.

Dass die Tariferhöhung an der stetig anwachsenden Nachfrage - car2go hat in Wien 25.000 Kunden - etwas ändern werde, glaubt Mühling nicht. "Unser Angebot eignet sich vor allem für kurze spontane Fahrten innerhalb der Stadt Wien. Die durchschnittliche Nutzungsdauer betrage zwischen 20 und 40 Minuten. Auch angesichts der privaten Konkurrenz macht sie sich nicht allzu große Sorgen: "Alles was dazu beiträgt, den innerstädtischen Verkehr zu entlasten, ist begrüßenswert."

Transportmittel, kein Statussymbol

"Wir hätten gerne, dass mehr Autos genutzt und nicht besessen werden", sagt Reithofer. "Das Auto soll ein Transportmittel sein und kein Statussymbol, durch das man sich profilieren will." Carsharing24/7 wird seit Juni aktiv beworben und werde laut Reithofer gut angenommen: Im Moment hat die Plattform 420 registrierte Nutzer und einen Pool von 51 Autos.

Die meisten Nutzer der Online-Plattform sind in Graz, gefolgt von Wien. Das Angebot geht dabei über die Vernetzung zwischen Mieter und Vermieter hinaus: Neben einem Onlinefahrtenbuch, einem Reservierungskalender und anderer nützlicher Tools können die Autovermieter mithilfe eines Preiskalkulators die jährlich anfallenden Kosten für ihr Fahrzeug berechnen. Carsharing24/7 gibt die Empfehlung ab, bei einer eintägigen Vermietung zwei Prozent dieser Kosten zu verlangen.

Carsharen im Team

Am günstigen käme es laut Reithofer jedoch, mit mehreren Personen ein Carsharing-Team zu bilden und sich alle anfallenden Kosten zu teilen. Bezahlt wird im Moment noch in bar bei der Autoübergabe, bei der neben einem Überlassungssvertrag auch ein Übergabeprotokoll angefertigt wird. Auf längere Sicht ist aber die Entwicklung eines Onlinebezahlvorganges geplant. Damit soll dann ein gewisser Prozentsatz des Geldes an die Plattform direkt gehen, um damit verdienen zu können, denn diese ist völlig eigenfinanziert.

Auch eine Ausweitung auf den ländlichen Raum und Kooperationen mit Gemeinden sind geplant. Um die Mieter rechtlich abzusichern, stehe die Plattform in Verhandlungen mit der niederösterreichischen Versicherung. In naher Zukunft können sich die Mieter dann mit unterschiedlichen Selbstbehalts-Optionen Vollkasko versichern lassen.

Überlassungsvertrag zum Download

Im Moment werden Haftungsfragen durch den Überlassungsvertrag geklärt, der Rechte und Pflichten von Vermieter und Mieter regelt. Dieser steht als Vorlage zum Download bereit und kann vom Vermieter verändert werden. Für einen Schaden am Fahrzeug muss der Mieter aufkommen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Kaution vom Mieter zu verlangen, falls dieser das Auto verschmutzt zurückgibt.

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von carsharing24/7 steht, dass die Autovermietung nicht gewerblich genutzt wird, sondern nur dazu, um die Kosten zu reduzieren und das Auto besser zu nutzen. Steuerrechtlich relevant ist das private Autoteilen erst bei einem Gewinn von über 730 Euro.

Unterstützung für private Projekte

Anklang findet das Konzept des Autoteilens nicht nur bei Privatpersonen. Rüdiger Maresch, Verkehrssprecher der Grünen, bekundet Interesse an der Idee des privaten Carsharings und möchte sich in naher Zukunft verstärkt damit auseinandersetzen. Eventuell würden dann auch private Plattformen und nicht nur gewerbliche Anbieter unterstützt. (Elisabeth Mittendorfer, derStandard.at, 26.9.2012)

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was mir sauer aufstoßt ist, dass ab 730 euronen

versteuert werden muß. dieser staat ist nicht mehr zum aushalten. anstatt das er froh ist das es noch eigeninitiativen gibt in diesem lande stellt er hier auch schon wieder hürden auf...ein betrag bis 2000 euro wär sinnvoller. diese a...geier wo sie können greifen sie dem bürger in die tasche bis zum ellenbogen

und das ganze unterliegt der Einkommenssteuer, also maximal 50%

je nachdem in welchen Steuersatz man hineinfällt und man an sonstigen Einkommen hat.

730 EURO pro Jahr (angemerkt) ;)

also nicht im Monat.

d.h. man ist locker darüber, wenn man das wirklich so organisiert.

ok...aber man kann ja den gewinn senken...durch rep.kosten usw

da gibt es sicher möglichkeiten genug...oder? ein guter steuerberater...

Repräsentationskosten?

Wollen's glaubhaft machen, dass sie die Automieter zum Essen einladen?

wie wärs mit reparaturkosten,service usw...neue reifen bla blaabla

Vor Allem dürfen's nicht übersehen, dass es ein mordsaufwand ist, den Privatanteil raus zu rechnen, dh: Für alle eigenen Fahrten müssen's ja trennen, und die Kostern sind nur anteilig geltend machbar - dh, sie müssen wohl die km belegen können, die gewerblich waren.

Und können die Kosten - so wie jeder andere - nur für den Teil absetzten der nicht Privatnutzung war.

Wenn's zu Vollkosten kalkulieren lohnt sich's mit einem Auto nicht. Sie brauchen eine Gewerbeberechtigung, Buchhaltung, ...

Und wenn dann einer das Auto betrunken in den Baum fährt, sind' Ihr Investment los.

Das kann man umgehen. zB indem man eine Haltergemeinschaft gründet.

Dass ist nicht so clever - schon mal überlecgt, was das heisst und wie Sie da haften?

Dann muss der Steuerfreibetrag aber eben auch für alle anderen Nebeneinkünfte angehoben werden...
Wozu?
Wenn man gewerblich Autos verleihen möchte kann man ruhig Steuer zahlen.

HEEY ..all y'all

i have to point out i am a green party proponent from the begining and i am prone to communism too...so car-sharing does make sense, in my humble opinion...so the government shouldn't dig his fingers into such little money somebody is making by doing so...

When would you start taxing this little extra money? You could make 730€ a month without paying much taxes if you got no other income...

You own the car...why should you have benefits over somebody that does not have the car an can't make that money?

Wenn ich so manche Autofahrer

beobachte wie die sich aufführen, möchte ich nicht, dass der mein Auto bewegt.

Manchem würde ich nicht einmal einen Esel borgen.

Richtig -

habe letztlich einen Car2go-Fahrer gesehen, der hat sich beim Einparken so geschickt angestellt, dass er mit Vorder- und Hinterrad den Randstein derart touchiert hat, dass ich mit diesem Fahrzeug nachher sicher nicht fahren hätte wollen. Das ist eben der Unterschied zwischen Gelegenheitsfahrern und Routinierten.

Wenn man in einem Parkpickerlbezirk wohnt ist es schon mühsam wenn man während Reparatur oder Service ein Leihfahrzeug - ohne Parkpickerl - hat.

Car2Go.
Brauchst nicht einmal einen Parkschein.

Nicht blöd reden, ausprobieren! - die Praxis zeigt, dass so etwas funktionieren kann.

Ein wahrscheinlich schon deutlich weiter entwickeltes Carsharing wird über die Plattform www.caruso.mobi abgewickelt. Ein Freund von mir nutzt das seit über 2 Jahren (3 Autos für ca. 18 Nutzer, eins von den Autos ist vollelektrisch). Abrechnung passiert vollautomatisch - jeder Nutzer spart sich mindestens 2000 Euro pro Jahr, und hat doch praktisch immer ein Auto zur Verfügung, wenn´s gebraucht wird. Was es braucht - ein bisschen Verantwortung von jedem. Aber da sich alle kennen, und jeder wissen kann, wer wann mit welchem Auto fährt, ist das kein Problem (auch nicht mit Strafmandaten). Und geputzt werden die Autos 1x/Monat innen und außen von einem Dienstleister. Mein Freund ist früher über 30.000 km gefahren, und fährt jetzt unter 5.000

Zwei Aussagen die zusammen genommen lustig sind:

a) Mein Freund ist früher über 30.000 km gefahren, und fährt jetzt unter 5.000

b) jeder Nutzer spart sich mindestens 2000 Euro pro Jahr,

Also wenn ich 25.000km weniger fahre, dann hoffe ich doch mehr zu sparen :-)

Wenn einer

früher mit dem eigenen Auto 30tkm gefahren ist und jetzt nur noch 4tkm, heißt das aber für mich, das Carsharning NICHT funktioniert.
Da hat er schlicht und ergreifend seine Autokilomenter zusammengestutzt, was natürlich sehr löblich ist, aber beweist mir, dass Carsharing kompliziert und unpraktisch ist.

In der Stadt verstehe ich das sowieso nicht warum geteilte Autos besser sein sollen als Öffis.

Das heißt eher, dass man mit dem Autobesitz in seinem Mobilitätsverhalten "gefangen" ist, und damit fährt, egal ob es gerade angemessen ist, oder nicht.

Und sich 2000 Euro im Jahr sparen, ohne sich einschränken zu müssen, ist wohl eher ein Argument dafür als dagegen.

Cooles Projekt...

.... leider noch in der Entwicklung von Zugangslösungen, die noch an einheitlichen Schnittstellen der Autoindustrie leicht scheitern... aber auch auf dem Markt tut sich was - zapcar in Deutschland und tamyca arbeiten schon dran, bis alle Tools massenwirksam zur Verfügung stehen, wird es leider aber noch 1-3 Jahre dauern....

AFAIK hat Caruso da eine Box, mit der man per Telefon die Zentralverriegelung steuern kann

leider...

... Auch noch in Entwicklung...

Rechenbeispiel

mein Auto hat vor vier Jahren 2500,- gekostet. Versicherung pro Jahr 600=2400,-
pickerl,ölwechsel, reifen und kleinere reparaturen nochmal großzügig geschätzt 2000,-
der sprit für 80.000KM bei einem Verbrauch von 7 Liter und preis von 1,50(schon wieder großzügig:-) beläuft sich auf 8.400.
Ergibt Kosten von 15.300 Euronen, was pro KM 0,19125 ausmacht(in Euro)

Was ich damit sagen will:
carsharing is zu teuer und die ÖBB auch....
gute Nacht...

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