Tiefer, weiter und vor allem atemloser

Ansichtssache
21. September 2012, 15:12

Apnoetauchen! Aufsehen hat der Sport zuletzt durch den Weltrekordversuch von Herbert Nitsch erregt. Dieser tauchte mit Hilfe eines speziellen Schlittens in eine wahrlich atemberaubende Tiefe von 244 Meter.

Der Versuch war erfolgreich, endete jedoch auf Grund von gesundheitlichen Beschwerden im Krankenhaus. Der Wiener befindet sich nach wie vor in Therapie und auf dem Weg der Besserung.

foto: aida austria

Doch Apnoetauchen ist nicht immer ein Einzelgang. Die Weltmeisterschaft fand von 9. bis 16. September im französischen Nizza statt, und zwar als sogenannte Team-WM. Jede teilnehmende Nation entsendet sowohl ein dreiköpfiges Damen- als auch Herrenteam.

Gezählt wird eine Gesamtpunktezahl. Eine Disqualifikation drückt den Schnitt stark nach unten, deswegen wird besonders auf die Sicherheit der Athleten geachtet.

Österreich wurde in Nizza durch Christopher Friedrich, Martin Mühlbauer, Christian Fötinger, Bernadette Schildorfer, Elisabeth Mattes und Karin Gebauer vertreten.

foto: aida austria

Eröffnet wurde das Event mit einer großen Parade durch Nizza und dem nahegelegenen Ort Villefranche-sur-Mer. Insgesamt nahmen 31 Nationen und über 180 SportlerInnen an dieser Weltmeisterschaft teil.

Österreich reiste neben den sechs Athleten mit einer Physiotherapeutin, einem Team-Captain und zwei weiteren Betreuern an.

foto: aida austria

Links das medizinische Personal, rechts die Medien und in der Mitte das Tieftauchseil mit Schiedsrichtern, Sicherheitstauchern und Organisatoren.

Begonnen haben die Wettkämpfe nämlich mit der Disziplin "Constant Weight", dem Tieftauchen aus eigener Kraft und nur mit der Hilfe einer Flosse als Antrieb. Volle Punktezahlt gibt es nur beim tatsächlichen Erreichen der vorher angegeben Tiefe.

Tiefer kann nicht getaucht werden, denn das Orientierungsseil endet genau auf der jeweiligen Tiefe des Tauchers - welcher mit einer Sicherheitsleine mit diesem verbunden ist, um im Notfall auch sicher zur Oberfläche gebracht werden zu können. Dreht ein Athlet früher um, setzt es Strafpunkte.

foto: aida austria

Österreich platzierte sich mit seinen Leistungen im oberen Mittelfeld. Christopher Friedrich (links) tauchte 65 Meter tief, Martin Mühlbauer 62 Meter und Christian Fötinger 46 Meter - trotz hoher Wellen und sehr schwierigen Bedingungen.

Auch das Damenteam beeindruckte mit 43 Meter von Bernadette Schildorfer (neuer nationaler Rekord) und 36 Meter von Elisabeth Mattes. Karin Gebauer (Mitte) plante 45 Meter tief zu tauchen.

foto: aida austria

Doch just bei Gebauers Tauchgang war das Meer grausam und machte einen entspannten und sicheren Tauchgang wegen starkem Seegang und heftigem Sturm unmöglich. Aufgrund eines kleinen Fehlers an der Oberfläche wurde sie disqualifiziert (Video).

Die besten in dieser Disziplin waren der Franzose Guillaume Néry mit 114 Meter und die Japanerin Misuzu Hirai mit 77 Meter.

foto: aida austria

Im nächsten Bewerb, dem Zeittauchen, ging es darum in absoluter Ruhe möglichst lange an der Oberfläche liegend die Luft anzuhalten. Der Idealzustand: etwas schläfrig und müde, aber entspannt und zufrieden.

Doch auch diese Disziplin birgt große Gefahren in sich, wenn sie nicht ohne eine gute Ausbildung und fundiertes Wissen ausgeübt wird. Die Athleten begeben sich dabei an ihre körperlichen Grenzen und schaffen es beim Überschreiten dieser oftmals nicht mehr alleine aus dem Wasser - eine kurze Bewusstlosigkeit ist die Folge. 

Auch hier platzierten sich die Österreicher im guten Mittelfeld. Martin Mühlbauer schaffte es 5:58 Minuten (Video) die Luft anzuhalten, gefolgt von Christopher Friedrich mit 5:19.

foto: aida austria

Christian Fötinger (hier bei der Behandlung durch Physiotherapeutin Gundi Friedrich) wurde durch einen kleinen Fehler in der Körperhaltung ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Beim Kämpfen in den letzten Sekunden verließen seine Atemwege für einen winzigen Augenblick die Wasseroberfläche, was sofort mit einer roten Karte geahndet wurde. Hier konnte jedoch das österreichische Damenteam punkten. Bernadette Schildorfer erreichte 4:55, Karin Gebauer 4:15 und Elisabeth Mattes 3:36.

Die besten in dieser Disziplin waren der Däne Jesper Stechmann mit 7:50 Minuten und Natalia Molchanova mit 7:06 Minuten.

 

foto: aida austria

Als letzter Bewerb war dann die sportliche Königsdisziplin an der Reihe - das Streckentauchen. Hier geht es schlicht darum, mit einem einzigen Atemzug eine möglichst große Distanz zu durchtauchen. Österreich konnte auch hier seine erwartete Leistung erbringen.

foto: aida austria

Martin Mühlbauer (Bild) erreichte 160 Meter, Christopher Friedrich 146 und Christian Fötinger 106.

Bei den Damen trumpfte Bernadette Schildorfer mit gewaltigen 136 auf. Sie holte sich damit auch zugleich ihren zweiten Nationalrekord bei dieser WM. Und das obwohl sie den Sport erst seit sieben Monaten betreibt. Elisabeth Mattes tauchte souveräne 102 und Karin Gebauer sichere 80.

Die WM-Besten dieser Disziplinen waren das russische Familien Dream-Team Alexey Molchanov mit 242m und seine Mutter, Natalia Molchanova mit 208m.

foto: aida austria

Da Österreich sowohl bei den Herren, als auch bei den Damen mit einer roten Karte bestraft wurde, fiel das Gesamtergebnis zwar nicht wie erhofft, aber dennoch zufriedenstellend aus. Die Herrenmannschaft erreichte unter insgesamt 26 Teams den 16. Platz.

Die Damen erreichten den 12. Platz unter 17 Nationen. Der Sieg bei den Herren ging an Kroatien, bei den Damen an Japan.

foto: aida austria

Die Vorbereitungen auf den nächsten Wettkampf laufen bereits auf Hochtouren. Schon zu Faschingsbeginn, am 11. November 2012 findet im Bundessportzentrum Südstadt, der größte internationale Apnoewettkampf Österreichs - der Hydro Dynamic 2012 statt. (red; 21.9.2012/Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit Martin Mühlbauer erstellt)

Links

Zusätzliche Infos zum Apnoetauchen, Ausbildungen sowie Vereinen und Trainingszeiten unter www.divestyle.at und www.aida-austria.at.

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naja mit 130 die streif runter bringt auch nicht mehr.

Große Flächen werden in "Anzahl Fußballfelder" angegeben, Entfernungen in "x mal um die Erde", Liter in Anzahl Badewannen.
Gibts denn keine so "sinnvollen" Vergleiche für Zeitangaben?

Meine Arbeitszeit entspricht in etwa 5 Starwars-Episoden.
Bis Weihnachten sind es noch 2 Parlamentspausen.
Der beste Taucher schafft bis 2 Rot-Grünintervalle auf deR Mariailferkreuzung ;)

" Eine Disqualifikation drückt den Schnitt stark nach unten, deswegen wird besonders auf die Sicherheit der Athleten geachtet."

Na dann bin ich ja beruhigt

"Attention a life in extremes"

Doku über Extremsport mit Guillaume Néry ab Mai/Juni 2013 in den österr. Kinos

Aktuelle Infos dazu:
http://www.facebook.com/attention... inextremes

Das Ziel ist 6 feet under

Apnoetauchen, wäre ein super-sport für funktionäre und ...

Le Grand Bleu

Perlentaucher, ohne optimiertes Training, in Bewegung (!), über 8min. Aber egal. :)

Ich als Apnoetaucher kann ihnen sagen

das ist nur eine Legende und völlig unmöglich.

mit sauerstoff ja, sonst nein ^^

das glaube ich nicht

Stimmt das wirklich? Bzw. atmen die nicht mittlerweile vorher reinen Sauerstoff, was die Tauchzeiten drastisch verlängert?

wenn was passiert zahlt wieder die allgemeinheit :(

...und keiner denkt an die Kinder!

in österreich immer und das ist gut so.

Sprachs und spielte weiter den ungefährlichen Leistungssport

"Taschenbilliard" - wobei auch die Behandlung der entstehende Sehnenscheidenendzündung von der Allgemeinheit ifnanziert wird.

...aber den burger futternden 130 Kilo mann zahlt auch die allgemeinheit...

..oder den 60 zigareetten rauchenden kettenraucher...oder den 10 bier pro tag stemmenden alkoholiker....oder den mit 200km/h verünglückten autobahnraser...

da machen die paar apnoetaucher das kraut nicht mehr fett.

jedes

individuum ist für die gesellschaft mitverantwortlich in der es lebt. das ist eine wechselseitige beziehung von der du als mensch extrem profitierst, nein ich geh sogar noch weiter und sag, dass du ohne sie völlig aufgeschmissen wärst. und wenn du deinen teil u.a. sein geld, nicht beitragen möchtest dann versuch doch etwas zu ändern und geh auf die straße, unterschreib petitionen (zb für die tägliche turnstunde) engagier dich bei arbö oder öamtc, selbsthilfegruppen oder was auch immer. oder du gliederst dich aus der gemeinschaft aus und lässt die dicken menschen, die raserInnen, raucherInnen und alkoholikerInnen zurück. ich glaub halt, dass das langfristig keine lösung ist für unsere schöne welt :)

Danke.

Du sprichst mir aus der Seele!

Die Allgemeinheit zahlt im Prinzip IMMER, wenn was passiert.
Also direkt oder indirekt für jeden Scheiss, den man dreht. Deshalb
denk ich mir, ich zahl lieber eine zweijährige Therapie und Umschulung für einen missglückten Tauchversuch als einen zweijährigen Haftaufenthalt für eine Körperverletzung mit Dauerfolgen.
Aber echt!
Gefragt wird man ja nicht als Zahler in solchen Fällen........

sparen Sie sich...

...diese geistreichen kommentare fürs wirtschaftsforum, dort sin d sie wenn schon nicht geistreich zumindest sachlich richtig

sehr gut gefällt mir auch folgender satz:

"Schon zu Faschingsbeginn, am 11. November 2012 findet im Bundessportzentrum Südstadt, der größte internationale Apnoewettkampf Österreichs - der Hydro Dynamic 2012 statt."

ich versuche mir das grade bildlich vorzustellen:

"Beim Kämpfen in den letzten Sekunden verließen seine Atemwege für einen winzigen Augenblick die Wasseroberfläche, was sofort mit einer roten Karte geahndet wurde."

hat es ihm die bronchien rausgerissen?

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