Serbien: Ausländische Experten sollen zu Journalistenmorden ermitteln

21. September 2012, 14:17

Drei Mordanschläge von 1994, 1999 und 2002 blieben bis dato ohne Aufklärung

Die serbische Regierung hat beschlossen, in die seit Jahren laufenden Ermittlungen zu den nicht aufgeklärten Mordanschläge auf Journalisten nun auch ausländische Experten einzubinden. Dies hat der Chef des Belgrader Senders "B-92" Veran Matic am Freitag bei einem von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Belgrad organisierten Treffen zur Medienfreiheit in Südosteuropa angekündigt. Eine entsprechende Regierungsentscheidung sei am Donnerstag gefasst worden, erklärte Matic.

Nach Angaben vom Chef des führenden serbischen TV- und Rundfunksenders soll per Regierungsbeschluss eine internationale Ermittlerkommission gebildet werden, an welcher neben heimischen Experten sowie Vertretern der Staatsanwaltschaft und Nachrichtendienste auch bekannte ausländische Ermittler teilnehmen sollen. Aufgabe der Kommission werde es sein, alle bisherigen Ermittlungen zu analysieren und festzustellen, warum sie erfolglos geblieben seien, um somit die Grundlagen für weitere Ermittlungen zu legen, unterstrich Matic.

Bei den nicht aufgeklärten Mordanschlägen auf Journalisten geht es unter anderem um die Ermordung des Belgrader Publizisten Slavko Curuvija im April 1999 in der Belgrader Innenstadt. Nie aufgeklärt wurde zudem der Mordangriff auf den Journalisten Milan Pantic im zentralserbischen Jagodina im Jahre 2002. Auch der Tod der Belgrader Journalistin Dada Vujasinovic im Jahre 1994, der vom Regime Slobodan Milosevics zunächst fälschlich als Selbstmord bezeichnet worden war, ist nicht aufgeklärt worden. In der serbischen Öffentlichkeit wird allgemein spekuliert, dass hinter dem Mord an Curuvija, wahrscheinlich auch hinter dem an Vujasinovic das damalige Regime stecken dürfte. Im Fall Curuvija wird immer wieder Mira Markovic, die einst einflussreiche Gattin von Milosevic, als wahrscheinlicher Auftraggeber genannt. Die ehemalige Chefin der neokommunistischen JUL-Partei lebt seit Februar 2002 in Moskau, wo sie Asyl erhalten hat. (APA, 21.9.2012)

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