Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Endstation Jugendgefängnis (hier in Gerasdorf). Vor allem in Metropolen sind kriminelle Jugendliche ein Problem. Eine Justizministerkonferenz des Europarats in Wien widmete sich diesem Thema.
Wien - Astri Aas-Hansen, Staatssekretärin im norwegischen Justizministerium, brachte es auf den Punkt: "Um Gewaltausbrüche oder auch Terrorismus zu verhindern, dürfen wir uns nicht nur auf repressive Maßnahmen der Polizei verlassen. Die Verantwortung für Prävention liegt bei uns allen." Selten wurde eine Key-Note mit so viel Applaus bedacht, wie bei der Justizministerkonferenz des Europarats in Wien, die am Freitag zu Ende ging. Nicht weniger als 35 Minister und Staatssekretäre aus Europa suchten im Kongresszentrum der Wiener Hofburg Strategien gegen zunehmende Gewalt in Großstädten.
Dass gerade in urbanen Bereichen aus dem Funken der Gewalt spontan ein Massenphänomen werden kann, ist zwar nichts Neues. Doch die Straßenschlachten in London im Vorjahr, der Amoklauf von Anders Breivik in Oslo, Hooligankriege und die häufiger werdenden, oft mit Ausschreitungen verbundenen Massenproteste aufgrund der Wirtschaftskrise sind für den Europarat ein besonderes Alarmzeichen.
Philippe Boillat, Generaldirektor für Menschenrechte im Europarat, sorgt sich insbesondere um junge Menschen, die anfällig für verschiedenste Radikalisierungen sind. Auch die heimische Justizministerin Beatrix Karl legt den Fokus auf Jugendliche, weil die demografische Entwicklung in Richtung Verjüngung gehe: In ein paar Jahren werden in den meisten europäischen Metropolen 60 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahre alt sein.
Die Bestandsaufnahme von straffälligen Jugendlichen (unter 18) in Österreich zeigt, dass diese Altersgruppe derzeit rund zehn Prozent aller Verdächtigen ausmacht. Der Anteil ist seit Jahren in etwa gleich. 2010 kamen in Wien 6737 Jugendliche mit dem Strafgesetz in Konflikt, doch die Gründe ändern sich: Bereits jeder sechste Strafverdacht gegen Jugendliche wird wegen eines Delikts gegen Leib und Leben erhoben, also von Körperverletzung bis zu Mord. Mehr als die Hälfte aller jugendtypischen Delikte sind aber Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Raub.
Aussagekräftiger als Anzeigenstatistiken sind die Daten der Gerichte: Fast zwei Drittel aller Anzeigen gegen Jugendliche werden nämlich laut Justizministerium zurückgelegt. 17 Prozent der Fälle werden mit Diversion erledigt, ein Strafverfahren wird also zugunsten von alternativen Wiedergutmachungen zurückgelegt. Ein Fünftel aller Anzeigen führt zu einem Strafprozess. Bei jungen Erwachsenen (18 bis 21 Jahre) setzen sich die Anteile schon völlig anders zusammen; hier werden nur 37 Prozent aller Anzeigen zurückgelegt, ein Viertel kommt mit Diversion davon, aber vier von zehn werden angeklagt. 2010 mussten 566 Jugendliche aus Wien tatsächlich ins Gefängnis.
Im Umgang mit jugendlichen Straftätern sei es besonders wichtig, auf angepasste Gesetzgebung und Vollzug zu achten. "Strafvollzug ist auch bei Jugendlichen immer nur die Ultima Ratio", meinte Boillat und lobte entsprechende Alternativen in Österreich.
Die derzeit in Österreich ins Gespräch gekommene elektronische Fußfessel war bei der Justizministerkonferenz kein offizielles Thema, doch Justizministerin Karl sagte auf STANDARD-Anfrage, sie habe sich mit Amtskollegen aus Europa darüber ausgetauscht. Wie berichtet, will sie nach umstrittenen Genehmigungen die Vergabe von Fußfesseln für Sexualstraftäter verschärfen.
Auf dem Papier wurde die Justizministerkonferenz mit der Unterzeichnung der Resolution zur Vermeidung von Jugendgewalt im urbanen Raum beendet. Die wesentlich schwerere praktische Übung muss aber erst folgen: Jugendarbeitslosigkeit senken, soziale Ungerechtigkeiten abbauen, Bildungszugang verbessern und, wie Karl extra betont, Korruption verhindern. Zu Letzterem gab es im Rahmen der Konferenz einen eigenen Schwerpunktabend mit EU-Kommissions-Vizepräsidentin Viviane Reding. Das Interesse der Medien hielt sich in Grenzen - zur gleichen Zeit geriet der parlamentarische Untersuchungsausschuss über korrupte Politiker gerade unter die Räder. (Michael Simoner, DER STANDARD, 22./23.9.2012)
In Deutschland bekämen Asylwerber gleich viel Unterstützung vom Staat wie Sozialhilfebezieher, das sei auch in Österreich ein Ziel, meinen Caritas und Amnesty. Doch laut Experten steht diesem die Rechtslage im Weg
Großzügig berechnete Inflationsanpassung macht Mautpickerl nächstes Jahr um 2,10 Euro teurer
Die Walser sollen im Mittelalter aus dem Schweizer Wallis ausgewandert sein. In Vorarlberg feiert man heuer 700 Jahre Walser. Für eine große Migrationsbewegung fehlen Historikern aber die Beweise, sie sprechen von einem Mythos
"Wujiao" heißt die Siesta in China, und sie ist auch in der Öffentlichkeit nichts Ungewöhnliches
Ein Experiment über die Ausgrenzung von Randgruppen: Menschen, die ihre Zeit in "freier Wildbahn" auf Bahnhöfen und in Fußgängerzonen verbringen, wurden in ein Hamburger Gehege gesteckt
Der Schauspieler kündigt an, als "Weltbürger" noch weitere Staatsbürgerschaften annehmen zu wollen
Alkohol und Fußballwissen für "echte" Kerle: Von einer Werbelinie mit doppeltem Boden
Vorarlberger Tourismusgemeinde gründet Investmentgesellschaft, Bürgergruppe will umfassenden Masterplan
Kates rosa Mantel führte zu Spekulationen über das noch nicht bekannte Geschlecht ihres Babys, das im Juli zur Welt kommen soll
Internetforen tschechischer Medien mussten wegen Hasspostings gesperrt werden - Keine Reaktion der Politik
Menschliche Gene können nicht patentiert werden, entschied der US-Supreme-Court. Dieses Urteil dürfte weitreichende Folgen für andere Bereiche der Gentechnik und der Medizin haben
Ein bisschen wie New York: Oberwart lässt sich seine Geschichte von den sechs Friedhöfen erzählen
Gefahr durch Oberleitungen, die sich um Zug gewickelt hatten
In der Gemeinde Eisenkappel/Železna Kapla versucht man mithilfe der Kunst neue Perspektiven gegen den Niedergang und die Abwanderung im ländlichen Raum zu finden.
"Ich war durch den Alkohol schon nicht mehr so gut in Form", erklärt der Schauspieler
10.000 Besucher trotz Hochwassers und Starkregens - Bis zu 200.000 Euro Einbußen für Organisatoren
Es wird eng: Im Jahr 2100 könnten wir fast elf Milliarden sein
Myfoodsharing.at bietet Privathaushalten die Möglichkeit, Nahrung zu verschenken
Durch das Verkaufsverbot habe sich die Zahl der jährlichen Drogentouristen um 1,5 Millionen auf unter 400.000 reduziert
Auch Österreich hat EU-Bestimmungen nicht umgesetzt
150 Jahre nach Gründung des Roten Kreuzes hat die weltweite Organisation mit Sitz in Genf mehr zu tun als je zuvor. Pro Jahr werden sieben Millionen Menschen betreut
Nicht nur westliche Städte wie London, Los Angeles und Hongkong setzen auf Seilbahnen als effizientes Transportmittel. In Schwellenländern rücken Cable-Cars Armenviertel näher ins Zentrum. Deren Bewohner sind vom Stadtleben nicht mehr länger ausgeschlossen
Neun Monate nach der Schließung der Asylwerberanstalt auf der Saualm steht jene Köchin unter Druck, die dort von skandalösen Zuständen berichtete: Sie solle ihre Aussagen widerrufen, sonst werde sie geklagt
dass ich medial verarxxxt werde bis zum geht-nicht-mehr. gut, das ist gewissheit und kein gefühl, das nur so am rande.
wenns um pension und pflege geht, werden alle (unsinnigen!) einsparungen stets mit der demografischen entwicklung hin zum alte-leute-staat begründet ("fast alle in pense und fast keiner mehr da der was einzahlt").
wenns plötzlich anders ins konzept passt, dann lautets auf einmal: "In ein paar Jahren werden in den meisten europäischen Metropolen 60 Prozent der Bevölkerung UNTER 18 Jahre alt sein."
WIE JETZT, WAS JETZT ?!!
einigt's euch mal auf eine version und bleibts bei der!
(Fast) Niemand in der Grossstadt würde auf die Idee kommen Hendeln oder Kühe sexuell zu missbrauchen - In manchen Gebieten im ruralem Raum ist das Alltag . Auch leben in der Stadt mehr Menschen . Als ehemaliger Betroffener weiss ich dass es recht riskant ist Provinzfeste zu veranstalten wogegen zB Punkkonzerte recht unkompliziert sind . Die Anonymität der Grossstadt ist auch mehr eine urban Legend als die Realität . Es weiss doch eh jeder alles über seine Nachbarn (Conclusio : Auf dem Land passieren weit grausigere Sachen als in der Grossstadt nur wird es dort gesellschaftlich akzeptiert wenn der Onkel die Nichte verprügelt und vergewaltigt solange er ein braver Christ bleibt und sich am Sonntag beim Kirchenwirt besäuft)
ich frage mich, wo heute den Jugendlichen der Raum für Entfaltungsmöglichkeiten bleibt.
Meine Söhne sind am Land aufgewachsen und sind mit Freunden zwischen 10 und 15 immer wieder im Wald herumgestreift, mit selbstgezimmerten Speeren und einem Baumhaus als Rückzugsmöglichkeit. Ich weiss nicht wie oft ich von der Polizei verständigt wurde, weil dies halt unüblich ist und musste denen immer wieder versichern, dass sie völlig harmlos sind.
Wenn wir gewaltfreie Jugendliche haben wollen, sollten wir ihnen zuerst mal den Raum gewähren, den sie brauchen, und nicht gleich alle harmlosen Entfaltungsversuche eindämmen.
was hat Anders Breivik mit der Jugendkriminalität zu tun?! Die Zeit der Jugend, vielmehr der Pubertät, erzeugt im Körper einen Umbruch wegen hormoneller Divergenzen. Vor allem die männliche Jugend braucht körperliche Herausforderungen - nur, was geschieht: der Sportunterricht wird dezimiert oder gar abgeschafft! Und wenn die Wirtschaft nichts gegen die Jugend-Arbeitslosigkeit, außer Billig-Jobs, unternimmt, ja dann...
Pubertätskrise gibts mMn nur dort, wo Eltern Kinder wie selbstverständlich als ihr Eigentum betrachten und auf deren Wünsche+Bedürfnisse schei*en.
Wenn man Kinder von allen Anfang an als etwas Eigenes respektiert (bitte nicht mit "verwahrlosen" verwechseln), müssen die sich auch nicht irgendwann losreißen.
Praevention, Praevention, Praevention, Praevention, Praevention, Super Wort!
Schluss mit Strafverfolgung. Alles wegsperren bevor noch was passieren kann. Denkt nur an den Verrueckten aus Oslo und die Massenproteste im Zuge der Wirtschaftskrise.
2030,... ich sitze zuhause, wie wird es wohl draußen sein, na ja, ich sehs ja im Fernsehen, ist jetzt schon 10 Jahre her, dass ich meine Wohnung verlassen habe, mein einziger Bezugspunkt zur Außenwelt ist der Pizza Express, obwohl ich den Typen auch nicht wirklich traue, "schieben sie es unten durch, danke". (Go for the Future . Endzeit Roman).
...daraufhin hat der Angesprochene von seinem Krügel abgebissen und an dem Scherben herumgekaut. Ich bin bis heute nicht sicher, ob ich das geträumt habe. War aber ein eindrucksvolles Beispiel für friedliche Konfliktbereinigung ;)
Oder, wenn man logisch denkt, vielleicht einfach nur die Folge daraus das nur 20-40 % gerichtliche Konsequenzen zu befürchten haben. Wenn selbst Intensivtäter nach der zigsten Straftat noch immer nicht das Gefängnis von innen gesehen haben wird sich nichts ändern. Ein Phänomen wäre Einsicht ohne Strafe, nicht aber das Gegenteil. Keep on reaching for the rainbow!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.