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vergrößern 500x364Caritas-Direktor Michael Landau und Leiter Florian Reese bei der Vernissage vor den Bildern des Künstlers Andreas Maurer.
Es gehe, erklärte Michael Landau, nicht zuletzt auch um einen Wechsel des Blickwinkels: Gerade der Umstand, dass die Galerie, die der Wiener Caritas-Direktor Mittwochabend feierlich eröffnete, eben nicht an einem Ort mit therapeutischer Aura läge, mache einen Unterschied. Landau definierte und erläuterte diesen Unterschied im zehnten Wiener Gemeindebezirk. Dort, im Kulturareal in der ehemaligen Ankerbrotfabrik, eröffnete er das "Atelier 10" - eine rund 1000 Quadratmeter große Arbeits- und Ausstellungsplattform für Menschen mit gesundheitlichen, sozialen oder psychischen Handicaps.
Eine der Besonderheiten des Ateliers, erklärte Initiator und Leiter Florian Reese, sei eben die Lage. Schließlich sind auch die Nachbarn (unter anderem Ernst Hilgers "Brot-Kunsthalle" oder die Galerie Ost-Licht) keine sozialtherapeutisch, sondern künstlerisch ausgerichteten Betriebe. "Daran", so Reese, "wollen auch wir anknüpfen." Im Non-PC-Klartext heißt das: Nicht weil Kunst von einem Behinderten kommt, soll man sie gut finden (müssen) - sondern, weil Arbeiten gut sind, sollen sie im "normalen" Kunstumfeld sichtbar sein.
"Und weil diese Künstler im regulären Kunstbetrieb keine Chance hätten, bekommen sie hier Beratung und Unterstützung." Nicht in therapeutischer Form, sondern durch Arbeits- und Ausstellungsflächen sowie Assistenz: Rund drei Viertel des "Atelier 10" sind Atelier, auf einem Viertel wird ausgestellt. Insgesamt ist Platz für rund 20 Künstler und Künstlerinnen. Und zwar kostenlos und ohne zeitliche Vorgaben.
"Denn es dauert ja oft Jahre, bis jemand sich selbst und seinen Platz in der Kunstwelt gefunden hat", betont Reese. Nachsatz: "Unabhängig davon, ob er behindert ist oder nicht." Die Ausstellung "Veränderung an allgemeinen Teilen" läuft noch bis 13. Februar 2013. (rott, DER STANDARD, 21.9.2012)
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