Bucher: Oberstes Ziel bleibt Steuersenkung

21. September 2012, 12:21

Oranges "Fair Tax"-Modell mit 39 Prozent Einheitsabgabe - "ÖVP steht für Schulden und hohe Steuern"

Velden  - Das BZÖ hat am Freitag bei seiner Klubklausur in Velden auf eine Steuerreform gedrängt und das orange Steuerkonzept vorgestellt, das eine "Fair Tax" mit einer Einheitsabgabe von 39 Prozent vorsieht. Das derzeitige Steuersystem sei ungerecht, unsozial und kompliziert, kritisierte Klubchef Josef Bucher. Er plädiert daher für eine umfassende Reform, um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu stärken: "Daher ist und bleibt eine der obersten Zielsetzungen, die Steuern zu senken."

Das österreichische Steuersystem sei nicht nur ungerecht, sondern vor allem auch "völlig unsozial, aufwendig und kompliziert". "Dieses Steuersystem derzeit macht uns buchstäblich arm", so Bucher, der darauf verwies dass die Durchschnittseinkommen seit 1998 nur um drei Prozent gestiegen sind, die Privatkonkurse steigen und die Armut den Mittelstand erreicht.

Abgabequote

"Die Abgabenquote ist im internationalen Vergleich schon am Plafond", zudem müsse man von den komplizierten Steuertarifen wegkommen, so der Klubchef. Im orangen "Fair Tax"-Modell ersetzt eine Einheitsabgabe von 39 Prozent die Lohnsteuer, die Einkommenssteuer und die Sozialversicherungsbeiträge. Das Entlastungsvolumen beziffert Bucher mit sieben Milliarden Euro, ermöglicht etwa durch eine Verwaltungsreform oder die Steuervereinfachung.

Vorgeschlagen wird auch ein Kinderabsetzbetrag in der Höhe von 9.000 Euro pro Kind, frei im Familienverband aufteilbar. Im Gegenzug fallen alle anderen Berechnungen wie Alleinverdienerabsetzbetrag, die Absetzbarkeit bestimmter Betreuungsleistungen oder der Unterhaltsabsetzbetrag weg.

Kritik an ÖVP

Kritik übte Bucher bei der Klausur vor allem an den Schwarzen: "Diese ÖVP steht für Schulden und hohe Steuern." Jedes Mal vor Nationalratswahlen würde die Volkspartei mit der Ansage kommen, die Steuern müssen gesenkt werden: "Unsere Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht auf diese Schmähs hereinfallen."

Überhaupt herrsche bei Rot und Schwarz bereits Wahlkampf. "Das darf uns aber nicht davon abhalten, über die Zukunft nachzudenken und das Land in den Fokus zu rücken, nicht die Parteizentralen." Die Nationalratssitzung diese Woche habe gezeigt, wo die Entscheidungen getroffen werden: "Österreich wird regiert von den roten und schwarzen Parteizentralen." Regieren würden auch die beiden Landeshauptleute Erwin Pröll (ÖVP) und Michael Häupl (SPÖ): "Die beiden Hampelmänner auf Bundesebene dürfen zur Belustigung herhalten, das aber zum Schaden der Bevölkerung. Dagegen werden wir ankämpfen mit einer ehrlichen Politik, die gekennzeichnet ist von Anstand und Charakter."

Teilgenommen haben an der Klausur am Wörthersee alle orangen Abgeordneten bis auf Gerald Grosz, er musste Wahlkampftermine in der Steiermark absolvieren und soll am Samstag nach Velden kommen. Zu Gast war auch der EU-Parlamentarier Ewald Stadler. Zum Abschluss der Klausur hat Bucher für morgen eine "Kärnten-Erklärung" angekündigt. (APA, 21.9.2012)

 

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Bucher hat keinen Plan, hatte noch nie einen Plan ...

ausser dass er wieder im nächsten Nationalrat sitzen möchte der Gage wegen.

Wenn man bereit ist, sich täglich neu so zu prostituieren, warum nicht gleich am Gürtel. Da soll mächtig was los sein.

Das Märchen kennen wir schon. Steuersenkung für die Reichen und massive Kürzungen im Sozialbereich. Gewinne privatisieren und Verluste verstaatlichen. Nach der NR Wahl ist diese Partei hoffentlich bald Geschichte.

nach den Wahlen wird die BZÖ Geschichte sein

Flat Tax = Progressiv!

In der Hitze des Artikelschreibens wird meistens vergessen zu erwähnen, dass auch das Flat Tax-Modell eine Steuerprogression vorsieht:
Ein einheitlicher Steuersatz und ein einheitlicher Absetzbetrag für alle ergibt eine schöne progressive Steuer. Wer unter dem Absetzbetrag verdient, zahlt nichts. Wer darüber verdient, zahlt die Einheitssteuer für den überschießenden Betrag.

Rosinenpicken gilt nicht!

Einerseits hat das BZO - so unsympathisch die rechten Recken in seinen Reihen sind - ja recht: Im Sinn einer Modernisierung der Wirtschaft ist es wichtig, den Aufbau von Vermögen zu erleichtern. Daher müssen die Abgaben auf Einkommen, auch auf hohe, gesenkt werden.

Andererseits muss, damit die Vermögensverteilung stabil bleibt, dann auch für Randbedingungen gesorgt werden, unter denen untätige Vermögen abschmelzen. Also sind im Gegenzu Substanz- und Erbschaftssteuer einzuführen. Und zwar ohne Freigrenzen und in substantieller Höhe.

Dazu noch ein bedingungsloses Grundeinkommen als negativen Sockel der Steuer. Dann wäre es wirklich ein faires System, mit dem die Wirtschaft stimuliert würde, ohne soziale Schieflagen zu verstärken.

Tja,

den 2., von Ihnen geforderten Teil hat der Pommeranzen-Dodel wohlweislich ausgelassen. Warum wohl?

Warum? Weil es ein Tabu ist!

Mathematisch ist es eigentlich ganz klar: Wenn wir in einer entwickelten Gesellschaft leben, in der die Wirtschaft im Verhältnis zu den akkumulierten Vermögen nicht mehr schnell wächst, und wenn sich Engagement lohnen soll, und wenn das nicht auf Kosten der sozial schwachen gehen soll, dann gilt: Jedem Nicht-Erben, der es durch eigene Anstrengung zum Einfamilienhaus-Besitzer bringt, muss ein Einfamilienhaus-Erbe gegenüber stehen, dem das Haus irgendwann nicht mehr gehört.

Wenn man diese Tatasache ausspricht, wird man von Grünen, SPÖ, ÖVP, FPÖ, und eben auch BZÖ unisono als Bedroher heiliger Kühe zum nächstgelegenen Scheiterhaufen gewiesen. Egal. Wählt ich halt Piraten. Die wissen wenigstens, dass sie noch nicht alles wissen.

Wieder einmal Verwaltungsreform,

von der hören wir seit Jahrzehnten, besonders vor Wahlen.

Das hat schon Van der Bellen Herrn Strache einmal vorgerechnet, was im günstigsten Fall bei einer Verwaltungsreform zu erwarten ist. Bitte, die Lektion im youtube nachzulernen, Herr Bucher.

Statt Steuersenkungen werden wir uns in den nächsten Jahren eher auf Steuererhöhungen einstellen müssen, der Schuldenstand der Republik ist am Plafonds.

Das ist ja besonders lustig, dass ausgerechnet das BZÖ einer anderen Partei vorwirft, sie würde bzw. hätte Schulden gemacht.
Von 1999 bis 2009 haben sich die Schulden in Kärnten verdoppelt unter Landeshauptmann Haider.

Ganz zu schweigen von den ganzen Skandalen, in denen (Ex)BZÖ-Politiker involviert sind, von Hypo, Causa Birnbacher, Connect, Telekom, Eurofighter, Glücksspiel, Bundesliga-Million, illegale Parteispenden und manches mehr.

Also beim Geld nehmen und Geld verprassen war man im BZÖ stets Weltmeister.
Aber davon will sie jetzt natürlich nichts wissen, sie will lieber über die Zukunft sprechen. Ja ja.

Und weiters ist dem Herrn Bucher ziemlich wurscht, ob, und wie sein 7-Mrd.-Steuergeschenk gegenfinanziert wird.

Die Vorschläge dieser lächerlichen Minipartei sollte man am besten gar nicht kommentieren auch wenn sie noch so unfundiert sind. Das BZÖ ist sowieso Geschichte.

Ich seh den Bucher Sepp vor mir,

wie er jeden Tag in seinem Hotel vor Neid erblasst, weil seine Stubenmädchen so wenig Steuern zahlen...

Finde es witzig, dass sogar Abgeordnete die dem Stronach schon im Wort sind nochmals gemeinsamen Urlaub am Wörthersee machen. Und in ein paar Tagen sind dann alle wieder überrascht wenn die nächsten Wechsel vollzogen sind.

Kein Kommentar.

bzw. jeder Kommentar überflüssig.

BZÖ und FPÖ sind die einzigen, die man noch wählen kann.

Dann kreuzelns am besten gleiche beide an bei der nächsten Wahl.

Würd ich eh gern,

bin aber leider kein Millionär...

Diesen im Familienverband frei aufteilbaren Kinderabsetzbetrag

administrieren, muss die Hölle sein. Ist nämlich sehr kompliziert. Schon jetzt sorgen die aufteilbaren Kinderfreibeträge für ein Zusammenbrechen der Arbeitnehmerveranlagungs Abteilungen in den Finanzämtern.

seltsamerweise scheint die steuerproblematik kein thema zu sein unter dem wahlvolk.

ich persönlich wünsch mir nichts mehr als ein gerechteres steuermodell. ich verdiene nicht schlecht, wird aber von der steuer voll aufgefressen. ich hab gleich viel geld zu verfügung wenn ich wesentlich weniger verdienen würde! wo ist da die gerechtigkeit.

39% - ich würd mir alle 10 finger abschlecken

Können Sie uns vorrechnen, wie das geht?

Eine solche Rechnung kann für jemanden, der gut verdient, nie stimmen.

Nehmen wir an, Sie verdienen 4.000 Euro brutto, da tut die Steuer schon ordentlich weh.

Wieso hätten Sie netto mehr zur Verfügung, wenn Sie 3.000 oder gar nur 2000 Euro brutto verdienen würden? An Transfers kann es nicht liegen.

ESt und SV-Beiträge zusammen nach einheitlichen Bemessungsgrundlagen einzuheben ist sinnvoll, deswegen muß man aber die Progression nicht abschaffen. 39% ist für viele zu hoch, für manche zu wenig.

Kein Bedarf ....

Jetzt, im Überlebenskampf des BZÖ, können wir uns noch auf zahlreiche krause Ideen und Ankündigungen gefasst machen, denn die Gefahr auch davon irgendetwas praktisch umsetzen zu müssen, ist gleich null. Ein paar sind schon bei Stronach untergekommen. Ich wüsste nicht, wieso wir Wähler für den Rest auch noch für die Einkommenssicherung als Abgeordneter aufkommen sollten - für etwas, was nur Haider gebraucht hat, und der ist ja bekanntlich Geschichte.

"wir Wähler für den Rest auch noch für die Einkommenssicherung als Abgeordneter aufkommen sollten"

als wähler ändert sich für uns nichts ausser Namen.

der finanzielle aufwand bleibt der selbe, egal wer im parlament sitzt.

ich meinte, Geld für Abgeordnete, die sich für die Ära nach Haider erst 'neu erfinden' mussten, für diese, sollte der Wähler nicht auch noch zahlen müssen.

39 % für alle? ja, sehr sozial herr bucher. ist das ihr ersnt? ehrlich jetzt? das ist ihre antwort auf die komplexen probleme unserer zeit? mir graut davor von solchen geistigen tieffliegern regiert zu werden....

supergescheit! in der slowakei wird sie wieder abgeschafft auf grund des großen erfolgs, aber das bzö will sie in österreich.

kopfschüttel, kopfschüttel! hat euer parteigründer nicht schon genug wirtschaftlichen schaden in kärnten mit seinen experimenten angerichtet.

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