"FIFA 13" oder "PES 2013": Wer kickt besser?

Das alljährliche Derby steht an. Der GameStandard hat Experten nach ihrer Meinung gefragt.

Es ist wieder soweit. Fußballfans, die ihrem Hobby auch gern von der Couch aus nachgehen wollen, stehen vor der Frage "FIFA oder PES?". "Pro Evolution Soccer 2013" ist bereits diese Woche erschienen ist, "FIFA 13" am 28. September.Vergangenes Jahr konnte Electronic Arts Lizenzspiel mehrheitlich die Herzen der Kritiker und Spieler für sich gewinnen. 12 Monate später ist das Match wieder offen, Konamis Entwickler haben sich das Feedback zu Herzen genommen und einen Zahn zugelegt.

"FIFA 13" will mit neuen Features wie "First Touch Control" Unvorhersehbarkeit ins virtuelle Rasenspiel bringen, "PES 2013" verspricht mit "Proactive AI" intelligenteres Verhalten der computergesteuerten Mitstreiter und Gegner. Doch wie haben sich die Neuerungen in den Gesamtpaketen niederschlagen?

Was ist neu

Die großen Neuerungen von "PES 2013" heißen "Proactive AI" und "Player ID". Ersteres verspricht vorausschauendes Arbeiten der künstlichen Intelligenz, Zweiteres soll bestimmte Spieler mit zusätzlichen Merkmalen, beispielsweise einzigartigen Technik-Einlagen, eigenen Bewegungsmustern und individuellem Torjubel, von der Masse abheben. Zudem hat der japanische Herausgeber seine Lizenzabkommen aufgebessert. Insgesamt sind nun 150 lizenzierte Clubs und 17 lizenzierte Nationalmannschaften spielbar, die Champions League und die Europa League hat man sich ebenfalls gesichert.

"FIFA 13" ist in Sachen Lizenzen nach wie vor stärker, hier dreht sich heuer alles um "First Touch Ball Control" und "Attacking Intelligence". Dadurch gibt es einerseits keine "perfekte" Ballkontrolle mehr, wodurch Verteidiger mehr Möglichkeiten haben, den Ball zu erobern. Schlechte Pässe sind schwerer unter Kontrolle zu bringen. Andererseits soll eine gesteigerte Intelligenz der Mitspieler das Spiel realistischer gestalten. Die Akteure analysieren den Raum besser und antizipieren Spielzüge genauer. Hinzukommen umfangreiche Modi wie "Ultimate Team", in dem man seine eigene Mannschaft erstellen, managen und gegen anderen antreten lassen kann.

Nicht jede Idee zündet

Betrachtet man den internationalen Pressespiegel von Metacritic, scheint die Mehrheit der Kritiker wie bereits vergangene Saison zum jüngsten "FIFA" zu tendieren. Im Schnitt erreicht EAs Neuauflage eine Wertung von 90 Prozent, Konamis Konsolenkicker erhält durchschnittlich 83 Prozent. Im Detail sei das Duell aber knapper, als es die trockenen Zahlen zunächst vermuten lassen, bekunden die ersten Tester.

"Der Kampf um die Tabellenspitze ist sehr eng.", sagt Jens Quentin von Gameswelt auf Nachfrage des GameStandard. "FIFA 13 punktet dieses Jahr mit besserer Ballkontrolle und neuen Dribblingmöglichkeiten. Dadurch wirken die Partien dynamischer und sind weniger vorhersehbar. Das Rundum-Sorglos-Lizenz-Paket mit zahlreichen Original-Ligen ist eine weitere Stärke.", so der Redakteur. Konami könne vor allem technisch eins draufsetzen, bei so mancher Innovation fehle aber noch der nötige Feinschliff. "PES 2013 glänzt mit einer grandiosen Ballphysik, schönen neuen Animationen und gelungenen Spielermodellen. Die neu integrierte Player-ID-Idee will nicht ganz zünden.", hält Quentin fest. 

"Gameplay ist Geschmackssache"

Ist man einer der beiden Serien in den vergangenen Jahren treu geblieben, lädt das beiderseits hohe Niveau zum Wechseln ein. "Nach den Jahren des Neuaufbaus stellt PES 2013 jetzt eine echte Alternative dar", schreibt Eurogamer. "FIFA 13" biete hingen einfach mehr von der bekannt guten Qualität.

"Auch dieses Jahr ist FIFA das bessere Gesamtpaket.", resümiert Alexander Amon von Consol.at gegenüber dem GameStandard. "Eine weit bessere Präsentation, die größere Modi-Vielfalt und selbst die Feature-Liste ist beim EA-Kick noch immer eindrucksvoller." Auf dem Feld habe "PES" im Vergleich zum Vorgänger allerdings spürbar nachgebessert und sei jetzt auf Augenhöhe mit "FIFA". "Spielerisch bewegt man sich auf einem etwa gleich hohen Niveau. Da hat PES seit dem letzten Jahr wieder aufgeholt. Am Ende ist es Geschmackssache, welches Gameplay einem mehr liegt.", schließt Amon.

Selbst ausprobieren

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, aber sich noch nicht definitiv entscheiden kann, kann dies mit Hilfe der Demo-Versionen tun. "PES 2013" ist bereits für PC, PS3 und Xbox 360 erschienen, "FIFA 13" folgt am 28. September ebenfalls für PC, PS3 und Xbox 360. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 23.9.2012)

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